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Komplett erschöpft und trotzdem nur am Arbeiten?

So findest du heraus, ob du zu Fake-Aholics gehörst

Foto: nowah bartscher / unsplash
Foto: nowah bartscher / unsplash

Als Fake-Aholic gehörst du zu den Menschen, die den Zwang haben, jeden Tag hart zu arbeiten, auch wenn sie komplett erschöpft sind. Dabei lassen sich diese Menschen aber nicht anmerken, dass das so ist, und tun so, als wäre alles in Ordnung. Oft scheinen Fake-Aholics für ihr Umfeld und Außenstehende wie Menschen mit einem starken Antrieb und viel Engagement für ihre Arbeit. Fake-Aholics werden von Kollegen in vielen Fällen als ruhig und beherrscht auftretende Arbeitsenthusiasten wahrgenommen. 

Nach außen wirken Fake-Aholics vollkommen anders, als sie in ihrem Inneren empfinden. Dieser Typ Mensch hat eigentlich wenig Freude an der Arbeit oder sogar Angst durch ständige Überforderung und Stress. Das Umfeld bemerkt die Realität im Inneren der Fake-Aholics nicht, da sie nach außen sehr geschickt vorspielen, dass alles in Ordnung sei. 

Dieses Verhalten ist besonders schlimm: Denn egal, wie schlecht es ihnen wirklich geht, Fake-Aholics leugnen in den meisten Fällen die Situation, in der sie sich befinden. Aber das durchgehende Vortäuschen von Kontrolle kann zu emotionalem Elend, körperlicher und emotionaler Erschöpfung sowie Burnout und anderen Krankheiten führen.

Bist du ein Fake-Aholic? Foto: sasha freemind / unsplash

Bist du ein Fake-Aholic? Foto: sasha freemind / unsplash

Warum verleugnen Fake-Aholics ihre Situation?

Das Verhalten der Fake-Aholics wird zu einer Angewohnheit, die tief verwurzelt und nicht so leicht loszuwerden ist. Ein Fake-Aholic entwickelt die Gewohnheit, ein Lächeln aufzusetzen, um die Erschöpfung, die er im Inneren eigentlich empfindet, zu verbergen. Oft erscheint dieser Typ Mensch auch teilnahmslos, damit er nicht zeigt, dass er mit der Situation überfordert ist. Durch die tief verankerte Gewohnheit, dieses Verhalten zu zeigen, wird der Fake-Aholic unempfindlich gegenüber diesen Angewohnheiten, die Teil der Lebensweise werden. Für Fake-Aholics fühlt sich das Leben mit diesen toxischen Gewohnheiten für lange Zeit normal an. 

Vielen Fake-Aholics ist bewusst, dass sie ihr Berufsleben nicht auf diese Art und Weise verbringen möchten, aber sie sehen keine Alternative zu diesem Leben. Sie sehen also keinen Ausweg aus ihrer Situation und machen sich deshalb gar nicht erst die Mühe, einen Weg aus den Gewohnheiten zu finden und etwas zu ändern. 

Oft sind Fake-Aholics vom Gefühl der Schuld belastet. Sie haben einen festen Arbeitsplatz und andere nicht. Somit fühlt sich ein Fake-Aholic in vielen Fällen unwohl bei dem Gedanken, sich über Dinge wie beispielsweise die langen Arbeitszeiten zu beschweren. 

Außerdem vergleichen sich viele dieser Menschen mit anderen Menschen in ähnlichen oder sogar schlimmeren Situationen. Die anderen kommen schließlich auch gut damit zurecht. Durch diesen Vergleich verstärkt sich das Gefühl der Angst, schwach zu erscheinen. Ein Fake-Aholic möchte nicht von anderen "enttarnt" werden. Andere sollen nicht sehen, dass er mit der Situation überfordert und komplett erschöpft ist.

Wie gehe ich mit einem Fake-Aholic um? Foto: max van den oetelaar / unsplash

Wie gehe ich mit einem Fake-Aholic um? Foto: max van den oetelaar / unsplash

Die Lösungen für Fake-Aholics

Es gibt verschiedene Strategien, diesen toxischen Verhaltensweisen und Angewohnheiten zu entkommen. 

Beispielsweise kannst du ein Erfolgstagebuch führen. Die ständige Angst, als ungenügend wahrgenommen zu werden, ist etwas, mit dem sich ein Fake-Aholic täglich herumschlägt. Wir müssen uns mit unseren Emotionen auseinandersetzen, um uns weiterzuentwickeln und toxische Angewohnheiten, Emotionen und Verhaltensweisen abzulegen. Unterdrückst du deine Emotionen, kann das dein Wohlbefinden sowie psychische und physische Gesundheit schädigen. Du kannst deiner Angst davor, ungenügend zu erscheinen, entgegenwirken, indem du ein Erfolgstagebuch führst und dich jeden Tag fragst, was du heute erreicht hast. Es ist dabei nicht wichtig, ob es große oder kleine Erfolge sind, schreibe alle Erfolge in dein Tagebuch. Das kann dir helfen, das zu schätzen, was du an einem Tag erreicht hast, und dir dabei helfen, mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit umzugehen. 

Du kannst nur selbstbewusst durchs Leben gehen, wenn du dich dafür entscheidest, du selbst zu sein. Vergleiche dich nicht ständig mit Kollegen, Leuten auf Instagram oder anderen Menschen. Schau dir lieber an, wer du in der Vergangenheit warst und wie du dich weiterentwickelt hast. Dabei musst du nicht unbedingt viele Jahre zurückgehen, du kannst dir auch überlegen, ob du heute besser als gestern warst. Mit diesen Überlegungen kannst du herausfinden, was du noch lernen musst, um am nächsten Tag besser zu sein. Deine Entwicklung kannst du mit diesem Selbstvergleich am besten beurteilen. 

Auch wenn du dich schämst oder unwohl fühlst, solltest du dich mit Menschen umgeben, denen du vertraust und die dich unterstützen. Vielleicht stellst du dabei sogar fest, dass du nicht alleine bist und sich auch andere Menschen in deinem Umfeld überfordert fühlen. So könnt ihr euch gegenseitig dabei unterstützen, aus dem Dasein als Fake-Aholic zu entkommen. Du kannst ebenfalls über die sozialen Medien Gruppen und Gleichgesinnte finden, durch die du Ratschläge und Lösungen erhältst. 

Deine Leistungen leiden darunter, wenn du mit der Arbeitsbelastung bereits zu kämpfen hast und trotzdem nicht Nein zu neuen Aufgaben sagen kannst. Du kannst nicht dein Bestes geben, wenn du durchgehend an deinen Grenzen bist. Es ist wichtig, sich hier der Realität zu stellen. Versuch nicht, die Fassade der Ruhe aufrechtzuerhalten, sondern tritt einen Schritt zurück, um die Kontrolle wiederzugewinnen. Mach dir die Faktoren bewusst, die dazu führen, dass du dich überfordert fühlst. Dabei solltest du dich auf die Faktoren konzentrieren, die du auch beeinflussen und verändern kannst. Vielleicht kannst du Aufgaben an Teammitglieder delegieren, keine weiteren Aufgaben annehmen oder weniger stressige Fristen aushandeln. 

Wie gehe ich mit einem Fake-Aholic um?

Kennst du andere Fake-Aholics, kannst du ihnen mit dem richtigen Verhalten helfen, diese Angewohnheiten zu bewältigen. 

  • Zeige Mitgefühl und Verständnis
  • Höre aufmerksam und respektvoll zu
  • Vermittle deinem Gegenüber Sicherheit
  • Gib deinem Gegenüber das Gefühl, dass er nicht allein mit seinen Emotionen ist
  • Äußere deine Bedenken, aber verurteile und tadle nicht
  • Zeige Vertrauen in die Person und betone die Beiträge und Leistungen der Person
  • Gib aufrichtiges Lob und Bestätigung
  • Verringere die Arbeitslast und verteile sie anders (z. B. als Teammitglied oder Vorgesetzter)
  • Gib deinem Gegenüber nicht das Gefühl, versagt zu haben, sondern unterstreiche den Wert der Person für das Unternehmen
  • Sei darauf gefasst, dass die Person abstreiten wird, Hilfe zu brauchen

Fazit

Du bist ständig überfordert und erschöpft, zeigst es aber nie nach außen? Vielleicht gehörst du zu den Fake-Aholics. Es gibt verschiedene Methoden, deine toxischen Angewohnheiten und Verhaltensweisen zu bewältigen und abzulegen. Es ist zwar nicht leicht, aber machbar. Erkenne und stelle dich deiner Situation und suche dir Unterstützung bei Menschen, denen du vertraust, oder professionelle Hilfe. Konzentriere dich auf all deine Erfolge und vergleiche dich statt mit anderen lieber mit deinem Vergangenheits-Ich. So gewinnst du Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Es kann auch helfen, sich Gleichgesinnte zu suchen, denn eines ist klar: Du bist nicht alleine in deinem Fake-Aholic-Dasein. 

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