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Lernschwäche

so wirst du sie los!

Foto: jesse martini / unsplash
Foto: jesse martini / unsplash

Bei einer Lernschwäche handelt es sich um eine Entwicklungsstörung. Diese führt dazu, dass Kinder beim Lernen in der Schule oder außerhalb der Schule nicht mit Gleichaltrigen mithalten können. Es gibt verschiedene Arten von Lernproblemen und jede muss entsprechend behandelt werden. Wie man Lernstörungen erkennt und diese behandelt, erfahrt ihr hier.

Was ist eine Lernschwäche?

Von einer Lernschwäche spricht man, wenn Kinder eine Entwicklungsstörung zeigen, die sich auf die Leistungen und Fertigkeiten in der Schule beziehen. Betroffene Kinder weisen in der Regel eine normale Intelligenz auf und können ansonsten mit Gleichaltrigen mithalten. Lernschwächen können sich auf das Schreiben, das Rechnen oder das Lesen beziehen. Häufige Lernschwächen sind unter anderem:

  • Lese-Rechtschreib-Schwäche, kurz LRS beziehungsweise Legasthenie
  • Dyskalkulie
  • Rechenschwäche beziehungsweise Akalkulie 

Einer solchen Lernschwäche kann unter Umständen auch eine Erkrankung wie das Asperger-Syndrom zugrunde liegen. Dementsprechend sollte gründlich nach der Ursache geforscht werden, wenn sich Probleme beim Lernen zeigen. 

 

Lernschwäche – wie wird sie erkannt und behandelt? Foto: nicole wolf / unsplash

Lernschwäche – wie wird sie erkannt und behandelt? Foto: nicole wolf / unsplash

Wie äußert sich eine Lernschwäche?

Spätestens in der Schule wird eine Lernschwäche entdeckt, in vielen Fällen fallen Lernprobleme jedoch schon früher auf. Häufig haben betroffene Kinder Probleme damit, sich neue Inhalte anzueignen. Dabei kann es sich um das Lernen allgemein handeln oder es sind Teilbereiche, in welchen die Lernstörungen auffallen. Betrifft die Lernstörung alle Bereiche, können die Kinder die erforderlichen Inhalte nicht schnell genug erlernen. Kinder mit einer Lernschwäche können den Eindruck machen, dass sie vergesslich und unkonzentriert sind. Mit normalem Unterricht erreichen sie in der Regel nicht den erforderlichen Erfolg. Sie selbst sind zudem nicht in der Lage, eine Lernumgebung zu schaffen, die ihnen hilft, sich die Lerninhalte anzueignen. Bei vermehrtem Misserfolg sinkt auch die Motivation.

Oftmals sind jedoch nur Teilbereiche des Lernens von einer Lernstörung betroffen. Man kennt hier beispielsweise die Legasthenie und die Dyskalkulie. Bei diesen Lernstörungen ist nur ein Teilbereich des Lernens betroffen. Andere Bereiche können dagegen normal erlernt werden. 

Neben der Legasthenie und der Dyskalkulie gibt es auch noch die Hyperlexie. Die Hyperlexie zeigt sich dadurch, dass Kinder sich stark zu Zahlen und Buchstaben hingezogen fühlen. Sie sind sehr schnell darin, die Symbole und ihre Funktionen zu erlernen. Allerdings erfassen sie deren Bedeutung nicht mit der gleichen Geschwindigkeit. Das heißt, sie können zwar oftmals sehr schnell schreiben und rechnen, das Ergebnis jedoch nicht richtig interpretieren. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Lernstörungen im Durchschnitt nicht mit einer verminderten Intelligenz einhergehen. 

Wie werden Lernstörungen diagnostiziert?

Lernstörungen fällen häufig dann auf, wenn Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen Probleme haben, sich Lerninhalte gleich schnell anzueignen. Oftmals kommen sie in der Schule nicht mit. Sollten Lehrer oder Erzieher einen Verdacht auf Lernprobleme haben, sollten sie dies den Eltern mitteilen. 

Die Eltern können dann mit ihrem Kind einen Psychologen aufsuchen. Dieser hat die Möglichkeit, mit Hilfe von Tests herauszufinden, welche Art von Lernschwäche vorliegen könnte. Zudem kann er nach den Ursachen suchen. Unbehandelt kann eine Lernschwäche lebenslang zu Problemen führen. Betroffene können unter einem mangelnden Selbstbewusstsein leiden und es kommt zum sozialen Rückzug. Vielleicht schwindet die Motivation, zu lernen, komplett und die Kinder bleiben der Schule fern, um nicht ständig einem enormen Druck ausgesetzt zu sein. Ist die schulische Bildung nicht ausreichend erfolgreich, erschwert dies auch den Einstieg in ein normales Berufsleben. Es kommt zu einem Teufelskreis, der von den Kindern allein nicht durchbrochen werden kann. 

Welche Komplikationen können sich durch Lernstörungen ergeben?

Bei manchen Kindern tritt nur eine Lernschwäche auf, bei anderen kommen mehrere Lernstörungen zusammen. So treten Legasthenie und Dyskalkulie auch häufig zusammen auf. In manchen Fällen werden die Lernstörungen von anderen Verhaltensstörungen oder psychischen Störungen begleitet. So kommt eine Lernstörung bei Kindern mit ADHS häufiger vor als bei Kindern ohne ADHS.

Lernprobleme können häufig zu Komplikationen im Schulalltag führen. Auch das Lernen allgemein kann beeinträchtigt sein. Auch wenn beispielsweise eine Lernstörung wie die Legasthenie nicht mit einer verminderten Intelligenz zusammenhängen muss, können sich Kinder, denen das Lesen nicht so leichtfällt, auch in anderen Bereichen Wissen nur mühsam aneignen. Das Lesen ist eine wichtige Grundlage, um die Inhalte anderer Schulfächer zu verstehen. Für das Lesen und das Recherchieren müssen betroffene Kinder mehr Zeit aufwenden als ihre Altersgenossen. Das kann ein großer Nachteil sein und sich auch auf die Schulnoten in anderen Fächern auswirken. 

Als Ausgleich wird Kindern mit einer Legasthenie zuweilen mehr Zeit für die Bearbeitung von Prüfungen und Tests eingeräumt. Dies kann jedoch zu Unverständnis aufseiten anderer Kinder und deren Eltern stoßen. Es kann zu unangenehmen Situationen kommen und das Kind erfährt möglicherweise eine Beeinträchtigung seiner sozialen Beziehungen. Hinzukommt, dass Kinder mit Lernproblemen auch Ängste entwickeln können. Es kann zu Angststörungen und Depressionen kommen. In manchen Fällen werden die Kinder aggressiv. Solche Auswirkungen müssen bei der Behandlung einer Lernschwäche beachtet werden. 

Verdacht auf Lernschwäche – was sollten Eltern tun?

Lernprobleme können sich unter anderem dadurch bemerkbar machen, dass ein Kind in der Schule deutlich schlechtere Leistungen erbringt als seine Mitschüler. Zwar können dahinter auch andere Ursachen stecken, aber eine Lernstörung sollte auf jeden Fall in Betracht gezogen werden. In erster Linie können sich Eltern bei dem Verdacht, dass das eigene Kind eine Lernstörung hat, an den Kinderarzt wenden. Dieser kann Tipps geben und gegebenenfalls eine Überweisung für eine sprachliche oder psychologische Therapie ausstellen. Es gibt zudem Beratungsstellen für Lernstörungen sowie Kinder- und Jugendtherapeuten, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. 

Ein Besuch beim Kinderarzt ist in jedem Fall sinnvoll, um auszuschließen, dass es andere medizinische Ursachen für die Lernprobleme gibt. Liegt eine Legasthenie vor, kann er auch eine logopädische Behandlung verschreiben und die Kosten dafür werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. 

Was ist eine Lernschwäche? Foto: reinhart julian / unsplash

Was ist eine Lernschwäche? Foto: reinhart julian / unsplash

Wie werden Lernstörungen behandelt?

Bevor eine Lernschwäche behandelt werden kann, muss man sich auf die Suche nach der Ursache machen. Entstehen die Probleme durch eine Behinderung oder eine Erkrankung und ist ein normales Lernverhalten nicht möglich, muss ein zum Kind passender Weg gefunden werden. Es gibt Schulen, die sich speziell auf Kinder mit bestimmten Erkrankungen und Behinderungen eingerichtet haben. 

Hängen die Probleme mit dem sozialen Umfeld zusammen, geht es darum, die störenden Faktoren zu erkennen und möglichst zu beseitigen. Hier kann eine entsprechende Psychotherapie sehr hilfreich sein. Wichtig ist, dass das Kind ein gewisses Selbstbewusstsein aufbaut und sich das Lernen wieder zutraut. Eltern, Lehrer und Therapeuten sind hier gefordert, einen gemeinsamen Weg für das Kind zu erarbeiten. Zudem kann ein speziell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmter Nachhilfeunterricht sehr sinnvoll sein. Dies kann helfen, den Lernstoff besser zu bewältigen und wieder Spaß am Lernen zu bekommen. 

Lernschwäche – frühzeitige Behandlung ist wichtig

Häufig werden Lernschwächen frühzeitig erkannt. Werden bereits im Kindesalter Maßnahmen ergriffen, um sie zu behandeln, verbessern sich diese sehr häufig. Allerdings hängt es stark von der jeweiligen Grunderkrankung ab, ob und inwiefern sich die Probleme beheben lassen. Es gibt zahlreiche Frühförderungsprogramme, die Eltern und Kinder nutzen können, um die jeweiligen Probleme beim Lernen zu behandeln. Wie gut das gelingt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grunderkrankung und frühzeitiger Beginn der Therapie spielen hier eine wichtige Rolle. 

Neben der eigentlichen Therapie der Lernschwäche können weitere Maßnahmen genutzt werden, um dem Kind beizubringen mit seiner Situation und der Umwelt umzugehen. Eltern, andere Angehörige und das gesamte soziale Umfeld können viel dafür tun, um das Kind bei der Überwindung seiner Probleme zu unterstützen. Treten Lernstörungen erst im späteren Lebensalter nach einem Unfall oder einer Erkrankung auf, kann die Prognose sehr unterschiedlich ausfallen. 

Fazit

Wer eine Lernschwäche bei seinem Kind vermutet, sollte sich mit diesem Verdacht frühzeitig an den Kinderarzt oder einen entsprechend geschulten Kinder- und Jugendtherapeuten wenden. Auch Beratungsstellen für Lernstörungen können hier weiterhelfen. Wichtig ist, die Ursache für die Probleme beim Lernen sowie eine entsprechende Therapie zu finden. Werden Probleme beim Lernen frühzeitig erkannt, können deren Auswirkungen durch eine angemessene Behandlung häufig deutlich abgemildert werden.

 

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