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Lügen haben kurze ,,Fragen“

Die eine Frage, die im Bewerbungsgespräch alles aufdeckt

Bild Foto: moose photos / Pexels
Foto: moose photos / Pexels

Während eines Vorstellungsgesprächs bzw. während des gesamten Bewerbungsprozesses ist es das Ziel des Bewerbers, den Eindruck zu erwecken, ein begehrter Kandidat zu sein. Um das zu erreichen, konzentrieren sich die Bewerber bei der Beantwortung der Fragen im Vorstellungsgespräch auf das Positive. Sie sprechen über ihre Erfahrungen und Fähigkeiten und vermeiden es, Schwächen und Wissenslücken zu erwähnen. Bei der Beantwortung von Fragen im Vorstellungsgespräch ist es wichtig, strategisch vorzugehen. Es gilt als klug und wird erwartet, dass du deine Antworten zu deinem eigenen Vorteil formulierst. Einige Bewerber übertreiben es dabei jedoch und erzählen falsche Tatsachen. Warum Lügen im Bewerbungsgespräch keine gute Idee ist und wie Personaler mit nur einer einzigen Frage diese Lüge aufdecken, erfährst du hier.

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Die eine Frage, die im Bewerbungsgespräch alles aufdeckt / Foto: anna shvets / Pexels

Warum Bewerber lügen

Es gibt einige Gründe, warum Bewerber bei Vorstellungsgesprächen flunkern. Hier sind die häufigsten:

  • Sich hinreißen zu lassen:

Fragt ein potenzieller Arbeitgeber nach den Fähigkeiten im Umgang mit einem Programm, ist es leicht, diese aufzubauschen. Beispielsweise könntest du behaupten, ein Excel-Experte zu sein, selbst wenn du kompletter Anfänger bist. Wichtig zu wissen: Arbeitgeber erwarten nicht, dass du alle Programme beherrschst oder über alle Fähigkeiten oder Kenntnisse verfügst, die es gibt. Aber wenn du ein Programm noch nie benutzt hast, solltest du diesbezüglich ehrlich sein. Du kannst sagen: “Ich lerne im Allgemeinen schnell bei Technologien. Obwohl ich Excel nicht täglich benutze, könnte ich es schnell lernen.”

  • Mehr Geld wollen:

Die Änderung der Berufsbezeichnung oder die Behauptung, in der aktuellen Position mehr Geld zu verdienen, als in Wirklichkeit zutrifft, sind Täuschungen, die zu einem höheren Gehalt oder einer besseren Berufsbezeichnung in der Stelle führen könnten, auf die du dich bewirbst. Solche Lügen werden jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit entdeckt.

  • Unangenehme Aspekte verschleiern:

Manchmal lügen Bewerber, weil sie etwas Unangenehmes nicht zur Sprache bringen wollen. Obwohl jemand gefeuert wurde, könnte er behaupten, er habe die Stelle freiwillig verlassen.

Warum lügen keine gute Idee ist

So verlockend es sein mag, während eines Vorstellungsgesprächs zu lügen, es gibt einige gute Gründe, es nicht zu tun:

  • Erwischt werden:

Bist du kein geübter Lügner, ist es leicht, dich beim Lügen zu verraten, beispielsweise durch Erröten oder Stottern. Der Personaler könnte Folgefragen stellen, die schnell zeigen, dass du eine Fähigkeit nicht hast, obwohl du es behauptet hast. Selbst wenn der Gesprächspartner den Schwindel nicht bemerkt, könnte er bei einer Hintergrundüberprüfung alles aufdecken – beispielsweise zu Beschäftigungsdaten, Gehalt, Notendurchschnitt oder Berufsbezeichnungen. Eine Lüge könnte dazu führen, dass ein Stellenangebot zurückgezogen wird. Natürlich werden manche Lügen nicht auf Anhieb aufgedeckt und du könntest denken, du bist aus dem Schneider, sobald du eingestellt worden bist. Aber das Spiel wird lange nicht vorbei sein – zum Beispiel könnte dein jetziger Vorgesetzter auf einer Party einem ehemaligen Vorgesetzten begegnen, und bei einem lockeren Gespräch könnte dein Betrug auffliegen.

  • Ruf schädigen:

Angenommen, du wirst beim Lügen erwischt – damit schließt du dich automatisch aus dem Wettbewerb um die offene Stelle aus und schadest deinem Ruf nachhaltig. Die Nachricht deiner Unehrlichkeit könnte sich in der Branche verbreiten und dazu führen, dass du keine Stelle mehr findest bzw. in Zukunft ernstgenommen wirst. Oder – falls du schon angestellt bist – könntest du entlassen werden.

  • Ungeeignet für den Job:

Selbst, wenn du nie erwischt wirst, ist eine Lüge anstrengend. Vielleicht fühlst du dich schuldig. Du könntest dich in einem Job wiederfinden, für den der Arbeitgeber bestimmte Fähigkeiten von dir erwartet (basierend auf deinen eigenen Worten), die du nicht hast. Hast du beispielsweise behauptet, gut in der Kaltakquise zu sein, kannst es aber nicht, kann es ziemlich unangenehm für dich werden. 

Sich selbst in einem positiven Licht darzustellen, ist zwar ein guter Schritt für Bewerber, aber sobald du die Wahrheit verdrehst oder offen lügst, bist du auf dem falschen Weg!

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Warum lügen Bewerber? Foto: anna shvets / Pexels

Lügen im Bewerbungsgespräch – und die eine Frage, die alles aufdeckt

Ein Bewerbungsgespräch ist für beide Seiten ein schwieriger Akt. Während der Personaler versucht, den Bewerber mittels kniffliger Fragen aus der Reserve zu locken, versucht dieser, sich bestmöglich darzustellen und die Gegenseite von sich zu überzeugen. Im Wall Street Journal wurde über Studien berichtet, laut denen während eines Bewerbungsgesprächs von zehn Minuten etwa zwei bis drei Lügen erzählt werden. Diese sind meist kleinere Lügen, beispielsweise, dass sich der Bewerber übertrieben für die ausgeschriebene Stelle begeistert.

Im ersten Moment mag sich das lapidar anhören, doch auf lange Sicht können schon kleinste Lügen für Unternehmen ein Problem werden. Ist ein Kandidat beispielsweise nicht wirklich begeistert von einem Job, sondern motivieren ihn ausschließlich Faktoren wie Gehalt und Urlaubstage, wird er den Job auf lange Sicht nicht so gut machen wie einer, der intrinsisch motiviert ist. Daher gilt es, herauszufinden, wer lügt und wer die Wahrheit erzählt. 

Dafür eignet sich die simple Frage “Warum?” Das Ziel ist, mit dieser Frage die Kandidaten aus der Deckung hervorzulocken und einstudierte Phrasen aufzudecken. Erhält ein Bewerber diese Frage, kann er entweder detailliert begründen, warum er eine Aussage getroffen hat, oder er wird schweigen, weil er mit dieser Frage nicht gerechnet hat. Selbst wenn ein Bewerber vorher viele Phrasen einstudiert hat, ist es unwahrscheinlich, dass er auf diese Frage eine passende Antwort parat hat. 

Diese Frage ist ein Gewinn für beide Seiten, denn der Personaler weiß, ob der Bewerber wirklich Lust auf die Stelle hat und der Bewerber bekommt die Chance, in seinem Traumberuf zu arbeiten.

Fazit

Es gibt viele Gründe, warum Bewerber im Vorstellungsgespräch lügen und mindestens genauso viele, warum du es lieber nicht tun solltest. Personaler sind darauf trainiert, die wahren Hintergründe und Motivationen eines Bewerbers herauszufinden. Nimm dich daher in Acht vor Lügen und bereite dich lieber richtig vor. Kannst du deine Motivation richtig begründen, steht der neuen Stelle nichts im Weg!

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