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Motivationsschreiben: Der entscheidende Unterschied

Deshalb lohnt es sich, Zeit zu investieren

Foto: surface / unsplash
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Die Jobsuche ist nicht immer der verhasste Gegner oder ein notwendiges Übel. In manchen Fällen kann Jobsuche sogar Spaß machen, über einen Job nachzudenken und sich die verschiedenen Möglichkeiten, die vor einem liegen, durchzugehen. Seine Karriere weiterzuführen oder eventuell eine andere neue Karriere zu starten, kann spannend sein. Aber der Satz am Ende einer Stellenbeschreibung lässt uns ganz schnell das Träumen von einem neuen Job beenden: „Bitte bewerben Sie sich mit Ihrem Lebenslauf und einem Anschreiben“. Ein Motivationsschreiben ist für viele die größte Herausforderung bei der Suche nach einem neuen Job. In diesem Beitrag erfährst du, warum es so schwierig ist, ein Anschreiben zu verfassen und wieso es sich trotzdem lohnt.

Motivationsschreiben – dein Endgegner? Foto: christin hume / unsplash

Motivationsschreiben – dein Endgegner? Foto: christin hume / unsplash

Verschenke keine Chancen

Wie wichtig ist es, ein Motivationsschreiben bei der Bewerbung mitzuschicken? Die Bewerbung ohne Anschreiben hat sich bis jetzt noch nicht durchgesetzt, trotzdem akzeptieren viele Personaler:innen auch eine Bewerbung ohne Motivationsschreiben. Das bedeutet aber nicht, dass du dir die Mühe ab jetzt sparen kannst. Denn ein präzises und mit Referenzen unterfüttertes Anschreiben erhöht deine Chancen bei einigen Personalverantwortlichen.

Die Qualität eines Bewerbers messen viele immer noch anhand des Motivationsschreibens. Sie machen sich durch dein Anschreiben ein umfassenderes Bild von dir als nur durch deinen Lebenslauf. Vertiefende Details zu deiner Berufserfahrung und Leistungen können ebenfalls aus deinem Anschreiben gezogen worden. Sieh das Ganze als Chance, dich ins richtige Licht zu rücken und deine Stärken und Leistungen hervorzuheben. Aus diesen Gründen solltest du, auch wenn du nicht aufgefordert wurdest, dir die Mühe machen und ein Anschreiben mitschicken.

Ein deinen Lebenslauf sinnvoll ergänzendes Motivationsschreiben kann deine Bewerbungsunterlagen ideal abrunden und deine Chancen verbessern, in die engere Auswahl zu kommen. Steht in der Stellenausschreibung explizit, dass kein Motivationsschreiben gewünscht ist, solltest du in diesem Fall natürlich kein Anschreiben anhängen. Andernfalls denken Personalverantwortliche, dass du die Stellenbeschreibung nicht richtig gelesen hast. Dieser Fall ist aber die Ausnahme, in allen anderen Fällen solltest du die Zeit in ein Anschreiben investieren. Sieh das Motivationsschreiben nicht als lästige Pflicht und Endgegner, sondern als zusätzliche Chance, deinen Traumjob zu ergattern.

Alles Wichtige, aber kein Blabla / Foto: armin rimoldi / Pexels

Alles Wichtige, aber kein Blabla / Foto: armin rimoldi / Pexels

Der richtige Ton im Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben verfassen – es gibt wirklich Schöneres. Es ist mühsam und frisst viel von deiner Zeit. Sich richtig auszudrücken und den idealen Ton im Anschreiben anzuschlagen, ist nicht einfach. Professionalität und Enthusiasmus müssen die Waage halten. Ebenso wie das Präsentieren deiner Fähigkeiten und Erfolge, das kein übertriebenes Selbstlob sein soll. Herausstechen solltest du mit deinem Bewerbungsanschreiben auf jeden Fall, aber nicht im negativen Sinn. Auffallen solltest du nur auf eine gute Art und Weise, damit die Leute dich in guter Erinnerung behalten, wenn es um die Auswahl der potenziellen Mitarbeiter geht. 

Ein anderes Thema, wenn es um den Ton im Anschreiben geht, ist das Duzen und Siezen. Siezen ist bei der Formulierung im Anschreiben der Standard. Duzen kann dir deshalb beim Verfassen der Bewerbungsunterlagen etwas befremdlich vorkommen. Wenn du dir nicht sicher bist, welche Form die richtige ist, schau dir das Stellenangebot an. Werden Jobsuchende gesiezt oder geduzt? Es ist klar, wenn Bewerber gesiezt werden, bleibst du natürlich auch beim Siezen. Verwendet das Unternehmen das Du im Stellenangebot, kannst du es als indirekte Aufforderung sehen, auch zu duzen. Bleibe aber immer seriös und professionell, auch wenn du duzt. 

Alles Wichtige, aber kein Blabla

Du willst sicher wie jeder andere auch alle deine beeindruckenden Fähigkeiten, besten Eigenschaften und Projekt-Leistungen auflisten, um zu zeigen, dass du die ideale Besetzung für diese Stelle bist. Du solltest aber auf keinen Fall so weit ausholen, dass es in deine komplette Lebensgeschichte ausufert. Keiner hat in einem Bewerbungsprozess die Zeit und Lust, das alles zu lesen. Es ist schwierig, die richtige Balance zu finden zwischen zu viel und zu wenig Inhalt. 

Die Zeit von Personalverantwortlichen ist begrenzt, trotzdem willst du den oder die Personaler:in beeindrucken. Fasse alles Wichtige in zwei oder drei Absätzen zusammen und erkläre kurz und knapp, warum du die Stelle haben möchtest und wieso du die beste Besetzung für den Job bist. Vergiss dabei niemals, auf das Anforderungsprofil einzugehen. Gehe auf die konkreten Kompetenzen und Leistungen ein, die für den Job wichtig sind. Für die spezielle Stelle unwichtige Fähigkeiten und Karriereschritte sind hier überflüssig. Dein Motivationsschreiben sollte eine DIN-A 4 Seite nicht überschreiten.

Das Verfassen eines Motivationsschreibens kann manche Jobsuchende ganz schön abschrecken und ihnen schlaflose Nächte bereiten. Es ist leicht, sich abzulenken und eine andere Beschäftigung zu finden. Leider gibt es keinen Weg daran vorbei, wenn du diesen Job haben möchtest. Bevor du dich an dein Motivationsschreiben setzt, solltest du dir natürlich das Unternehmen und die Stellenausschreibung genau ansehen. Es gibt außerdem viele hilfreiche Tipps, wie du am besten ein Anschreiben verfasst und mit welchem Inhalt du das Ganze füllen solltest. 

Fazit

Es ist lästig und kostet dich viel Zeit – das Motivationsschreiben. Du solltest das Anschreiben, aber nicht als Endgegner sehen, sondern als zusätzliche Chance, in die engere Auswahl für deinen Traumjob zu kommen. Du kannst dadurch Personalverantwortlichen noch mehr von dir überzeugen und deine Leistungen, Berufserfahrungen und Fähigkeiten ins richtige Licht rücken.

Auch wenn es einfacher gesagt als getan ist – begrenze dich auf das, was für die Stelle wichtig ist und gehe dabei auf das Anforderungsprofil ein. Hältst du zusätzlich die Waage zwischen Professionalität und Enthusiasmus, zu viel und zu wenig Inhalt, Präsentieren deiner Fähigkeiten und Prahlen, wirst du durch dein Motivationsschreiben die Chancen auf die Stelle erhöhen.

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