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Neuer Recruiting-Trend: Ghosting durch Bewerber

Wie die Bewerber den Spieß umdrehen und die Firma ignorieren

Bild Foto: ivan samkov / Pexels
Foto: ivan samkov / Pexels

Es gibt einen neuen Trend im Recruiting, der für Firmen nicht angenehm ist: Die Bewerber ghosten die Firma nach der Zusage. Bisher war es andersherum und Bewerber und Bewerberinnen warteten oft wochen-, wenn nicht monatelang auf eine Rückmeldung der Unternehmen. Jetzt hat sich der Spieß umgedreht und die Firmen werden von den Bewerbern und Bewerberinnen geghostet. 

Was ist Ghosting?

Unter Ghosting wird ein vollständiger Kontakt- und Kommunikationsabbruch ohne Ankündigung verstanden. Jegliche Kontaktversuche laufen ins Leere und es wird nicht mehr geantwortet. 

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Bewerber ghosten Firma nach Zusage / Foto: karolina grabowska / Pexels

Ghosting im Bewerbungsprozess

Früher lief das bei der Bewerbung so ab, dass die Personen, die einen Job gesucht haben, eine interessante Stellenanzeige entdeckt haben, auf die sie sich beworben haben. Anschließend kam keine Rückmeldung des Unternehmens.

Mittlerweile läuft das Ghosting im Bewerbungsprozess andersherum und Jobanwärter sowie Jobanwärterinnen melden sich nach der Rückmeldung des Unternehmens nicht mehr. Dieses Verhalten hat in den letzten Monaten stark zugenommen und es gibt nur noch wenige Unternehmen, die nicht vom Ghosting im Bewerbungsprozess betroffen sind. Bei vielen Unternehmen tritt das Ghosting-Phänomen mindestens einmal im Monat auf. Bei anderen sogar einmal in der Woche. 

Zu diesem immer häufiger auftretenden Phänomen wurden bereits Studien durchgeführt. Demnach betrifft dieses Ghosting-Phänomen eher Positionen für Angestellte in Teil- und Vollzeit. Es sind weniger Führungspositionen oder Ausbildungsplätze davon betroffen. Außerdem ghosten Männer Firmen deutlich häufiger im Bewerbungsprozess als Frauen. 

Das Bewerbungsgespräch als Grenze

Vor und nach einem Bewerbungsgespräch mit einem Unternehmen brechen die meisten Jobanwärter und -anwärterinnen den Kontakt ab. In einigen Fällen melden sich Bewerber oder Bewerberinnen sogar nach einer konkreten Zusage durch das Unternehmen nicht zurück. Bei manchen geht das dreiste Ghosting so weit, dass sie zum ersten Arbeitstag nicht erscheinen.

Das Ganze ist nicht nur ärgerlich für das Unternehmen und die zuständige Personalabteilung, sondern zudem zeitintensiv und verursacht Kosten. Der Bewerbungsprozess verbraucht Ressourcen wie die Arbeitszeit der Personalverantwortlichen. Ghostet ein Bewerber oder eine Bewerberin das Unternehmen, sind zwar Zeitaufwand und damit Kosten entstanden, aber es gab kein zufriedenstellendes Ergebnis für das Unternehmen. Das Ganze wird kostenintensiver, da weitere Bewerber kontaktiert werden müssen oder in manchen Fällen der Bewerbungsprozess von Neuem gestartet werden muss. 

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Ghosting im Bewerbungsprozess / Foto: amine rock hoovr / unsplash

Fachkräfte-Mangel als Grund?

Früher wurden Bewerber und Bewerberinnen von Unternehmen geghostet, heute ist es andersherum. Aber warum? Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt die Ursache im Fachkräfte-Mangel, durch den sich die Job-Chancen stark verbessert haben. Aufgrund des Mangels an Fachkräften haben Bewerber und Bewerberinnen heutzutage oft die Wahl zwischen vielen verschiedenen guten Job-Optionen.

So ging es bis vor ein paar Jahren noch den Unternehmen. Viele Bewerber und Bewerberinnen und sie konnten entscheiden, wen sie einstellen wollten. Vielleicht verbessern durch diese Veränderung im Bewerbungsprozess die Unternehmen ihr Verhalten und wirken durch schnelle Rückmeldungen und kürzere Bewerbungsprozesse dem Ghosting-Trend von ihrer Seite entgegen. 

Fazit

Jeder, der sich schon einmal auf eine Stelle in einem Unternehmen beworben hat, kennt das Ghosting-Phänomen durch Unternehmen. Wochen- oder sogar monatelang kommt keine Rückmeldung von der Firma. Jetzt hat sich der Spieß umgedreht und es kommt zu einem neuen Trend: dem Ghosting im Bewerbungsprozess durch die Bewerber und Bewerberinnen. Das Ganze ist zeitintensiv und verursacht Kosten für die Unternehmen. Der Grund für diesen Trend ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Fachkräfte-Mangel und die damit größeren Job-Optionen für Bewerber und Bewerberinnen.

Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, sollten Unternehmen darauf achten, sich schneller zurückzumelden und den Bewerbungsprozess zu verkürzen. So wird hoffentlich von beiden Seiten das Phänomen Ghosting im Bewerbungsprozess wieder weniger. 

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