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Noch kein Praktikum?

So nutzt du eine Praktikumsbörse richtig

Foto: Brooke cagle / unsplash
Foto: Brooke Cagle / Unsplash

Ob noch während der Schulzeit, vor oder im Studium, ob freiwillig oder durch die Ausbildungsordnung vorgeschrieben - kaum jemand von euch wird seine Karriere ohne Praktikum starten. Und wenn ihr nicht das Glück habt, dass eure Praktikumsplätze etwa von Schule oder Universität organisiert werden, müsst ihr euch selbst darum kümmern. Erste Anlaufstelle ist dann normalerweise eine Praktikumsbörse im Internet. Wir geben euch Tipps, wie ihr aus den Tausenden von Angeboten für Praktika diejenigen herausfiltert, die zu euren Plänen passen, und worauf beim Nutzen einer Praktikumsbörse zu achten ist.

Wunschprofil für Praktikum erstellen

Eigentlich jede der Praktikumsbörsen online bietet bei ihren Suchfunktionen die Option, mithilfe typischer Merkmale eines Praktikumsplatzes die Zahl vorgeschlagener Stellen einzugrenzen. Manchmal sind diese Möglichkeiten in einem Untermenü versteckt, das sich beispielsweise Expertensuche nennt. Damit ihr davon profitiert, ist es sinnvoll, schon vor der Suche zu definieren, welche Kriterien für euch wichtig sind. Denkt also nach, worauf ihr Wert legt:

Ort

Seid ihr bereit, auch weiter weg von daheim euer Praktikum anzutreten oder möchtet ihr Heimschläfer bleiben? Gilt Letzteres, ist die Frage nach dem Standort bereits beantwortet. Wer reisefreudig ist, darf sich trotzdem gerne überlegen, ob ihn eine bestimmte Region in Deutschland oder sogar im Ausland reizt. Mit Angaben zu einem Radius, in welcher Umgebung vom Wunschort Praktikumsplätze für euch noch attraktiv sind, erhöht sich die Zahl der von einer Praktikumsbörse vorgeschlagenen Stellen.

Branche

Wahrscheinlich habt ihr schon eine Idee, in welchem Berufsfeld ihr praktische Erfahrungen sammeln und erste Kontakte knüpfen möchtet. Macht euch schlau dazu, in was für Branchen entsprechende Berufsbilder existieren und grenzt die Suche auf einer Praktikumsbörse damit ein.

Firmen

Häufig hängt der erwünschte Praktikumsplatz damit zusammen, in welcher Firma er angesiedelt ist. Gerade bei Großunternehmen wie etwa Automobilherstellern oder Supermarktketten gibt es viele Praktikumsangebote. Ihr werdet dann schneller fündig, wenn ihr auf der Praktikumsbörse bei der Suche mit konkreten Stichwörtern wie "Volkswagen" oder "Lidl" arbeitet.

Art des Praktikums

Pflichtpraktikum, Schülerpraktikum, freiwilliges Praktikum oder Studentenpraktikum? Ihr wisst, welche Art von Praktikum ihr absolvieren möchtet und erleichtert euch die Suche danach, andere Arten auszuschließen. Daraus ergibt sich im Normalfall auch, ob das Praktikum bezahlt oder unbezahlt ist. Denn nur freiwillige Praktika mit einer Dauer von weniger als drei Monaten und Pflichtpraktika dürfen heutzutage noch ohne Honorar angeboten werden, ansonsten gelten die gesetzlichen Regeln zum Mindestlohn.

Termin und Dauer des Praktikums

Erfahrungsgemäß legen die Firmen, die Praktika anbieten, Wert darauf, dass sie eine Mindestdauer haben, drei Monate ist ein Richtwert. Das ergibt sich daraus, dass die Einarbeitungszeit für die Unternehmen Ressourcen kostet und sich ein positiver Effekt für sie durch Praktikanten erst dann einstellt, wenn diese manche Arbeiten selbstständig erledigen können. Gepaart mit dem gewünschten Anfangsdatum findet ihr bei einer Praktikumsbörse so schnell die Stellen, die in die engere Wahl kommen.

Neben diesen fünf Suchkriterien haben manche Praktikumsbörsen noch zusätzliche integriert, etwa die Zufriedenheit von anderen Praktikanten mit ihrem Einsatz in konkreten Unternehmen. Je mehr Suchfelder ihr ausfüllt, desto effektiver funktionieren die Suchalgorithmen. Nutzt dieses Prinzip aus und macht der Suchmaschine klar, was ihr finden möchtet.

 

Noch kein Praktikum? So nutzt du eine Praktikumsbörse richtig / Foto: bruce-mars / unsplash

Noch kein Praktikum? So nutzt du eine Praktikumsbörse richtig / Foto: bruce-mars / unsplash

Aktiv und passiv agieren bei einer Praktikumsbörse

Bei den größeren Praktikumsbörsen läuft das Bewerbungsverfahren zunächst meist online. Angefragt werden im Normalfall Lebenslauf, Motivationsschreiben und eventuell Zeugniskopien. Legt euch also ein Profil an und speichert es online. Damit erspart ihr euch, für jede Bewerbung eine neue digitale Mappe zu kreieren. Zumindest der Lebenslauf dürfte weitgehend unverändert für alle Bewerbungen funktionieren. Beim Motivationsschreiben aber bleibt es wichtig, auf die konkrete Ausschreibung einzugehen. Dass fehlerfreie Rechtschreibung im Grunde ein Muss ist, müssen wir hoffentlich nur vorsichtshalber noch mal erwähnen.

Was viele nicht wissen: Es gibt durchaus Unternehmen, die selbst nach Praktikanten suchen. Ihr könnt von denen allerdings nur gefunden werden, wenn ihr euer Profil und eure Kriterien online öffentlich macht. Achtet deshalb darauf, ob die jeweilige Praktikumsbörse eine Option beinhaltet, sich selbst individuell darzustellen und nutzt diese. Mit dieser Taktik sind schon mehr Menschen zu ihrem Wunschpraktikum gekommen als ihr ahnt. Vorsicht ist dann angesagt, wenn eine Plattform die Löschung eures Profils nicht erlaubt oder gar ankündigt, eure persönlichen Daten ohne explizite Einwilligung an Dritte weiterzugeben.

 

Jetzt Wunschprofil für Praktikum erstellen / Foto: simon abrams / unsplash

Jetzt Wunschprofil für Praktikum erstellen / Foto: simon abrams / unsplash

Praktikumsangebote: auf Details achten

Wer die Anzeigen für Praktika genau studiert, verschafft sich als Bewerber damit einen Vorteil. Hat das Unternehmen einen konkreten Ansprechpartner für Praktikanten? Ist die Ausschreibung in sich schlüssig und beschreibt für die Praktikanten die Einsatzfelder und Anforderungen genau? Werden von Beginn an Perspektiven für eine spätere Anstellung oder die Aufnahme etwa in Trainee-Programme aufgezeigt?

Hinter solchen Details verstecken sich Informationen dazu, ob eine Firma Praktikanten ernst nimmt oder für euch die Gefahr besteht, nur als Hilfskraft an Kaffeemaschine und Kopierapparat ausgenutzt zu werden. Lest die Anzeigen also ganz genau, die auf einer Praktikumsbörse geschaltet wurden, und schafft euch einen Eindruck davon, ob die Offerte seriös ist. Bei Bedenken kann ein kurzes Telefongespräch helfen. Niemanden ist damit gedient, Zeit und Energie darauf zu verschwenden, wochenlang in einem Praktikum zu verbringen, welches keine Lerneffekte garantiert. Eine Praktikumsbörse kann "schwarze Schafe" nur begrenzt identifizieren, hier ist eure eigene Recherche gefragt.

Praktikumsbörsen helfen

Ein abschließender Tipp: Sobald ihr die Suche auf einer Praktikumsbörse intensiviert und Kontakt mit Unternehmen aufnehmt, ist auch ein Wechsel der Perspektive empfehlenswert. Letztendlich geht es darum, dass sowohl das Unternehmen, welches euch fortbildet, als auch ihr selbst vom Praktikum profitiert. Nur eine Win-win-Situation hinterlässt auf beiden Seiten Zufriedenheit.

Denkt also proaktiv darüber nach, wie ihr in eurer Bewerbung Pluspunkte anführt, die überraschen. Vielleicht sprecht ihr mehr Sprachen als verlangt, vielleicht habt ihr andere Zusatzqualifikationen, die der Firma nützlich sein könnten? Damit ebnet ihr den Weg zur Zusage, weil ihr aus der Masse herausstecht. Die Praktikumsbörse selbst bleibt bei diesem Prozess nur die erste Anlaufstelle als Vermittler. Ihr dürft ihr dankbar sein dafür, Möglichkeiten aufzuzeigen. Doch Praktikumsbörsen dafür verantwortlich zu machen, wenn es etwas schiefläuft, wäre unangemessen. Ihr selbst seid es, von denen die Motivation ausgehen soll.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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