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Online, Präsenz, Hybrid: Welches Konzept passt zu dir?

Alles, was du über Blended Learning wissen musst

Foto: daniel / unsplash
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Beim Blended Learning werden bestehende mit neuen Konzepten fürs Lernen vermischt. Es geht bei diesem Lernmodell nicht darum, andere Lernformen zu verdrängen, sondern diese sinnvoll zu ergänzen und zu kombinieren. Blended Learning ist heute Alltag in Universitäten und Hochschulen. Hier werden E-Learning-Plattformen für Blended Learning genutzt und der Präsenzunterricht um Online-Kurse ergänzt. Trotzdem ist Blended Learning erst spät in der Praxis angekommen. In unserem Blog-Artikel erfährst du unter anderem, was Blended Learning ist, welche Modelle es gibt und welche Vor- und Nachteile Blended Learning hat.

So vorteilhaft ist Blended Learning / Foto: redd ptrzqc / unsplasg

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Blended Learning einfach erklärt

Der Kernaspekt des Lernkonzepts Blended Learning liegt, wie der Name bereits sagt, darin, verschiedene Lernmethoden und -medien zu vermischen und zu kombinieren. Dabei geht es nicht um die Verdrängung von bestehenden Lernformen, sondern das sinnvolle Ergänzen und Kombinieren dieser. Dieses Konzept wird auch integriertes oder hybrides Lernen genannt. Lehrveranstaltungen bestehen hier beispielsweise nicht aus reinem Präsenzunterricht, sondern werden durch E-Learning ergänzt.

Genau genommen besteht Blended Learning aus drei bestimmten Merkmalen. Neben Selbstlernsequenzen, in denen Bestandteile des Stoffs über eine Online-Plattform erarbeitet werden, sind Vermittlungssequenzen und Verzahnung zusätzliche Merkmale des Konzepts von Blended Learning. In den Selbstlernsequenzen kann jeder in seinem ganz individuellen Tempo arbeiten und sich den Lernstoff selbst beibringen. In den Vermittlungssequenzen werden die Inhalte hingegen unter Anleitung vermittelt. Das Ganze findet als Präsenzunterricht in Lehr- oder Seminarräumen statt. Mit der Verzahnung werden der Präsenzunterricht und die Kurse auf der Online-Plattform aufeinander abgestimmt, somit wird eine integrierte Lernumgebung geschaffen. 

Blended Learning erlaubt eine Mischung aus zeitgleichem und zeitversetztem Lernen. Es ist möglich, in einem virtuellen Raum durch beispielsweise Zoom-Meetings gemeinsam zu lernen oder in anderen Phasen auch im individuellen Tempo die Unterlagen durchzuarbeiten. Zu Übungszwecken und einem besseren und tieferen Verständnis können Lerninhalte hier oft mehrmalig durchgegangen werden. 

Blended Learning bietet viel Flexibilität, Individualität und Nachhaltigkeit. Mit diesem Konzept kann schneller und besser auf Änderungen und die Bedürfnisse der Beteiligten eingegangen werden. Beispielsweise kann damit auch eine Weiterbildung während des Jobs leichter ermöglicht werden.

Vorteile und Nachteile – Blended Learning hybrides Lernen / Foto: lilartsy / unsplash

Vorteile und Nachteile – Blended Learning hybrides Lernen / Foto: lilartsy / unsplash

Modelle von Blended Learning

Es gibt eine Vielzahl an Modellen von Blended Learning. Die drei bekanntesten sind Springer, Reiher und Sandwich. 

Das Springer-Modell ist auch als Rotationsmodell bekannt. Hier wechseln sich Präsenz- und E-Learning-Phasen ab und sind einigermaßen gleichmäßig verteilt. In diesem Modell finden mehrere Veranstaltungen statt, bei denen der Fokus sowohl auf Online-Unterricht als auch auf Präsenz liegt. 

Das Reiher-Modell legt den Fokus auf die Präsenzphasen. Besonders bei Wochenendseminaren und Tagesworkshops kann durch die Ergänzung mit einer Onlinephase die Zeitspanne des Lernens verlängert werden. Bei diesem Modell wird mit einer Präsenzphase gestartet. Anschließend wird in der Onlinephase das Wissen erweitert. 

Das Sandwich-Modell fokussiert sich im Gegensatz zum Reiher-Modell eher auf die Onlinephasen. In diesem Modell finden nur wenige Präsenztermine statt. Vorab wird bereits in einer vorbereitenden Onlinephase Grundwissen vermittelt und in das Thema eingeführt. Nach einem oder mehreren Präsenzterminen werden in einer nachbereitenden Onlinephase das Wissen gefestigt und Übungen angeboten. Bei diesem Modell ist entscheidend, dass die Präsenzveranstaltungen von Onlinephasen umschlossen werden. In vielen Fällen wird im Sandwich-Modell die nachbereitende Onlinephase dauerhaft angeboten und die Teilnehmer haben jederzeit Zugriff auf weitere Inhalte. Durch Kommentare können sich bei diesem Modell Teilnehmer auch noch im Nachgang über den Inhalt mit anderen austauschen.

Vorteile und Nachteile – Blended Learning hybrides Lernen

Durch den Einsatz von E-Learning-Plattformen eröffnet sich ein großes Potenzial. Allerdings gibt es Besonderheiten beim Blended Learning, die sich auch negativ auswirken können.

Vorteile

Zu den Vorteilen gehören unter anderem die geringeren Kosten. Zum Beispiel Raummieten sowie Kosten für Lehrbücher und Material werden gesenkt. Die Teilnehmer lernen von zu Hause aus, und Inhalte sowie Übungen werden online zur Verfügung gestellt. 

Außerdem wir der Kontakt vereinfacht. Durch den Einsatz von Online-Plattformen wird die Kommunikation deutlich erleichtert. Das Stellen von Fragen ist leichter, und oft ist die Frage bereits auf der Plattform vorhanden und du kannst die Antwort dazu schnell und einfach einsehen, ohne erneut fragen zu müssen. Auch Änderungen in den Veranstaltungen und weitere wichtige Informationen lassen sich online schneller und einfacher unter den Lernenden verbreiten. Auch der Austausch und die Diskussion zwischen den Lernenden wird durch beispielsweise ein Forum vereinfacht. 

Blended Learning schafft die Möglichkeit, jederzeit und überall online auf Inhalte zuzugreifen und sie zu wiederholen. Das Lernen im eigenen Tempo wird mit den Modellen des Blended Learnings ermöglicht. Dadurch wird das Lernen sehr flexibel und individuell. Online-Angebote führen zu einem flexibleren Zeitmanagement, und auch verpasste Veranstaltungen lassen sich einfach nachholen. Auch das Auffrischen von Lerninhalten vor Prüfungen wird durch zur Verfügung gestelltes Online-Material erleichtert. In vielen Fällen können vor Prüfungen in einem Forum Fragen gestellt werden, die von anderen Teilnehmern oder Lehrenden beantwortet werden. 

Nachteile

Um Blended Learning zu ermöglichen, müssen die notwendige Ausstattung und Medienkompetenz vorliegen. Tablets, Laptops und eine stabile WLAN-Verbindung sind essenziell. Ohne technisches Grundwissen, einen guten technischen Support und ein Konzept (z. B. welche Materialien zur Verfügung gestellt werden) kann Blended Learning nicht erfolgreich umgesetzt werden. 

Die fehlende Motivation, eigenständig Lerninhalte durchzugehen, kann ein Problem sein. Lernende müssen sich selbst disziplinieren, das Online-Angebot wahrzunehmen. Selbstmotivation und eigenständiges Arbeiten sind eine Voraussetzung, an der der Erfolg von Blended Learning scheitern kann. 

Nicht in allen Fällen ist Blended Learning günstiger, da bestimmte Plattformen nicht kostenlos sind. Und auch die Anschaffung der richtigen Ausstattung verursacht zunächst Kosten.

Fazit

Blended Learning verbindet Online- und Präsenzphasen und ermöglicht so, bestehende Lernformen sinnvoll zu ergänzen und zu kombinieren. Dabei gibt es verschiedene Modelle des Blended Learnings. Die bekanntesten Modelle sind Reiher, Springer und Sandwich. Neben zahlreichen Vorteilen existieren aber aufgrund der Besonderheiten von Blended Learning ein paar Nachteile, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. 

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