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Post-Holiday-Syndrom

So überstehst du die ersten Tage nach dem Urlaub

Foto: migaj / unsplash
Foto: migaj / unsplash

War der Urlaub noch so schön und erholsam: Wenn nach der Rückkehr in den Arbeitsalltag ein fast unüberwindbarer Berg an Arbeit wartet, ist das für viele Arbeitnehmer ein echter Stresstest. Es warten unbeantwortete E-Mails, neue und alte Projekte müssen abgearbeitet werden und es stehen dringende Termine an. Die Erholung ist innerhalb kürzester Zeit verpufft. Schon nach wenigen Tagen ist das Stresslevel wieder hoch und körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gereiztheit, Konzentrationsprobleme und Schlafprobleme machen sich bemerkbar. Das Post-Holiday-Syndrom hat zugeschlagen und der Erholungswert des Urlaubs ist aufgebraucht. Was kannst du gegen den Post-Holiday-Blues tun? Kannst du überhaupt etwas dagegen tun? Mit guter Vorbereitung beugst du dem Post-Holiday-Syndrom vor.

Post Holiday Syndrom – was ist das?

Das Post-Holiday-Syndrom ist ein Stimmungstief, das nach dem Urlaub oder den Semesterferien auftritt. Bei diesem Stimmungstief empfinden Reiserückkehrer eine gewisse Unlust. Sie klagen über Müdigkeit und denken mit Wehmut an den Urlaub zurück. Im Englischen sind Begriffe wie "Post-Travel-Depression" (PTD), "Post-Vacation-Blues" oder "Post-Holiday-Blues" üblich. Auch wenn die Bezeichnungen das vermuten lassen, verbirgt sich hinter dem Syndrom keine richtige Depression oder Burnout. Allerdings gibt es bei der Post-Holiday-Depression ähnliche Symptome wie bei einer Depression. Die Symptome halten jedoch nicht lange an, sondern verschwinden wieder.

 

Post-Holiday-Syndrom – so beugst du vor / Foto: alex green / Pexels

Post-Holiday-Syndrom – so beugst du vor / Foto: alex green / Pexels

Welche Symptome sind typisch für das Post-Holiday-Syndrom?

Bei der After-Holiday-Depression können unterschiedliche körperliche und emotionale Symptome auftreten. Hast du deinen Urlaub beispielsweise so richtig genutzt, um Party zu machen, und es gab Unmengen Alkohol? Oder hast du dich an jedem Buffet bedient und regelmäßig zu viel gegessen? Dann fühlst du dich nach dem Urlaub angeschlagen und es können sich körperliche Symptome bemerkbar machen. Nach einer längeren Flugreise inklusive Zeitverschiebung kann dich der Jetlag treffen. Durch folgende Symptome kann sich eine After-Holiday-Depression zeigen:

  • Gereiztheit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Nostalgiegefühle
  • Müdigkeit

Arbeitspsychologen gehen davon aus, dass das Post-Holiday-Syndrom durch einen geringen Erholungswert verursacht wird. Wenn du im Urlaub bist und an deine Arbeit denkst, kannst du dich kaum erholen. Wenn du weißt, dass dich nach dem Urlaub ein Berg von Arbeit erwartet, kannst du vor allem die letzten Urlaubstage nicht genießen. Du bist mit den Gedanken bereits wieder im Job und das lässt deinen Stresspegel einige Tage vor der Rückkehr in den Arbeitsalltag ansteigen. Laut dem niederländischen Forscher Jeroen Nawijn dauern die negativen Emotionen bei einer Post-Holiday-Depression nach dem Urlaub drei Tage an.

Was hilft gegen das Post-Holiday-Syndrom?

Die Post-Holiday-Depression betrifft mehr als die Hälfte der Reiserückkehrer. Auch wenn viele betroffen sind, muss das keiner so hinnehmen. Es gibt einiges, was du tun kannst, wenn du der Post-Holiday-Depression vorbeugen willst:

  • Rückkehr vorbereiten: Denke vor der Abreise an deine Rückkehr. Das bedeutet, bereite dich vor. Beantworte alle E-Mails, richte eine Abwesenheitsnotiz ein und informiere deine Urlaubsvertretung über alle Abläufe.
  • Rhythmus wieder aufnehmen: Keine Frage, endlich alle Regeln zu vergessen, auszuschlafen und in den Tag hineinzuleben, tut gut. Einige Tage vor deiner Rückkehr solltest du dich aber wieder auf deinen Rhythmus an normalen Arbeitstagen einstellen. Das bedeutet, dass du wieder zu den üblichen Zeiten aufstehst und ins Bett gehst.
  • Ausgleich zum Arbeitsalltag: Achte darauf, dass der Urlaub einen Ausgleich zu deinem Arbeitsalltag darstellt. Du arbeitest körperlich im Job, dann gönne dir Entspannung im Urlaub. Du sitzt viel am Schreibtisch? Gönne dir einen aktiven Urlaub.
  • Digital Detox: Um abschalten zu können, solltest du dich von geschäftlichen E-Mails und Nachrichten fernhalten. Verzichte einige Tage ganz auf dein Smartphone.
  • Sanfter Start: Starte nicht mit Vollgas in den Arbeitsalltag. Lass dir Zeit, um wieder in den Job zu finden. Wichtige Meetings verlegst du auf die zweite Woche nach deinem Urlaub. Die erste Arbeitswoche darf ruhig leerer sein.
  • Rückkehr unter der Woche: Kehre möglichst nicht erst am Sonntag aus dem Urlaub zurück. Am besten, du kommst unter der Woche zurück. Bist du beispielsweise an einem Mittwoch zu Hause, hast du noch einige Tage und das Wochenende, um dich vorzubereiten. Nach dem Urlaub musst du schließlich wieder einkaufen, Wäsche waschen und vieles mehr.
  • Bewegung im Alltag: Plane Sport und Bewegung in deinen Arbeitsalltag ein. Sport beugt dem Stimmungstief vor und flutet deinen Körper mit Glückshormonen.
  • Mach mal Pause: Du darfst nicht nur nicht mit Vollgas starten, du solltest auch mehr Pausen einplanen. Überstunden und durchgearbeitete Pausen können schnell ein Gefühl der Überforderung auslösen.
  • Kurztrips zur Erholung: Du musst nicht immer auf den Jahresurlaub warten, um dir eine Auszeit zu gönnen. Mehrere, über das Jahr verteilte Kurztrips können die Erholung ebenfalls ganz wunderbar fördern.
  • Hole den Urlaub in deinen Alltag: Nimm den Urlaub mit in deinen Alltag, indem du dir Souvenirs aus dem Urlaub aufstellst. Mach eine Bilderwand mit den schönsten Erinnerungsfotos, gönne dir einen großen Eisbecher nach Feierabend und trinke am Wochenende ein Glas Wein bei deinem Lieblingsitaliener. Oder hole den Urlaub in deinen Alltag und koche deine liebsten Gerichte aus deinem liebsten Urlaubsland nach.
  • Vorfreude ist die schönste Freude: Wird die Sehnsucht allzu groß, dann plane schon jetzt deinen nächsten Urlaub.

 

Post Holiday Syndrom – was ist das? Foto: alexandre boucher / unsplash

Post Holiday Syndrom – was ist das? Foto: alexandre boucher / unsplash

Post-Holiday-Syndrom verschwindet nicht – was soll ich tun?

Die Symptome der Post-Holiday-Depression lassen nicht nach und du fühlst dich auch Wochen nach dem Urlaub noch emotional und körperlich angeschlagen? Vielleicht ist deine Erschöpfung schon zu groß und du brauchst Hilfe von außen. Um im Gleichgewicht zu bleiben, brauchen wir Menschen eine gewisse Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Wenn du zu viel arbeitest oder ständig über deine eigenen Grenzen gehst, kann das unser Wohlbefinden beeinträchtigen. Ein Burnout oder eine Depression gehören in die Hände von Ärzten und Psychotherapeuten. Wende dich bei anhaltenden Symptomen auf jeden Fall an deinen Hausarzt oder einen Psychologen und hol dir Unterstützung.

Fazit

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht mit einer Post-Holiday-Depression endet, solltest du deinen Urlaub gut vorbereiten. Starte nach dem Urlaub sanft in den Alltag, nimm dir einige Zeit, um anzukommen, Wäsche zu waschen, einzukaufen und deinen Rhythmus anzupassen. Mit ein paar Souvenirs, Fotos und Lieblingsgerichten aus dem Urlaub holst du dir ein Stück des Lebensgefühls in deinen Alltag, und die After-Holiday-Depression schlägt gar nicht erst zu. 

 

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