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Power Posing

Weckt den Gorilla in euch!

Foto: david hofmann / unsplash
Foto: david hofmann / unsplash

Wenn ein Gorilla seinem Gegenüber drohen oder imponieren möchte, dann trommelt er auf seine Brust. Wir raten euch jetzt nicht, dieses Droh- und Imponiergehabe einzusetzen, wenn ihr morgens das Büro betretet, aber es gibt durchaus Momente, wo sogenanntes Power Posing hilfreich sein kann. Man kennt diese Posen bereits von Sportlern und Politikern. Wenn diese unangreifbar oder bedrohlich wirken wollen, machen sie sich größer und plustern sich auf. Dieses Verhalten soll selbstsicherer machen. Mehr Selbstsicherheit vor einem Vorstellungsgespräch oder einem wichtigen Meeting wäre doch wünschenswert, oder? Wir verraten euch, was Power Posing genau ist und was es euch bringt.

Was ist Power Posing?

Beim Power Posing geht es darum, Siegerposen einzunehmen. Dahinter steht die Annahme, dass bestimmte Körperhaltungen wie offene Arme, aufrechte Haltung, angehobene Brust und gerader Rücken sich positiv auf Psyche und Stimmung auswirken. Die sogenannten Power Posen sollen uns einen Energiekick verleihen und das Selbstvertrauen pushen. Vor allem auf Führungsebene wird gerne mit dieser Methode gearbeitet. Die kraftvollen Posen sollen Stoffwechselprozesse im Körper beeinflussen. Verfechter dieser Methode gehen davon aus, dass das Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir gerade wirklich Macht und Energie fühlen, oder ob wir diese Posen nur nachahmen. Das heißt, beim Training dieser Posen soll das Gehirn positiv beeinflusst werden.

Power Posing – Weckt den Gorilla in euch! Foto: louis smit / unsplash

Power Posing – Weckt den Gorilla in euch! Foto: louis smit / unsplash

Wie beeinflusst Power Posing das Gehirn?

Durch das Einnehmen von Power Posen werden im Gehirn bestimmte Stoffwechselprozesse angeregt. Der Hormonhaushalt kann dadurch positiv beeinflusst werden. So soll durch das Power Posing der Cortisolspiegel gesenkt und der Testosteronspiegel angehoben werden. Diese Veränderung des Hormonhaushalts kann wiederum bewirken, dass wir uns stärker, energiegeladener und selbstsicherer fühlen. Das Gehirn ist nicht in der Lage zu unterscheiden, ob wir gerade nur trainieren oder tatsächlich eine Machtposition haben. Wenn ihr zu dem Power Posing auch noch lächelt, könnt ihr eure Stimmung noch positiver beeinflussen. Besonders wichtig für ein Gefühl der Selbstsicherheit sind ein geöffneter Brustkorb, eine stabile Körperhaltung sowie eine aufrechte Wirbelsäule. Diese Bereiche werden durch Power Posen angesprochen und trainiert. Forschungen haben gezeigt, dass Power Posen tatsächlich einen Effekt auf die Psyche haben. Durch das Power Posing kann außerdem Stress reduziert und die Stressresilienz gesteigert werden. Je häufiger die Power Posen geübt werden, desto nachhaltiger ist der Effekt. Der Körper kann diesen Effekt durch wiederholtes Üben lernen. Man fühlt sich durch das regelmäßige Üben der Power Posen ausgeglichener, denn die Muskelspannung wird reduziert und die Wirbelsäule wird aufgerichtet. Eine aufrechte Körperhaltung kann zu einer verbesserten Blutzirkulation beitragen.

 

Wie beeinflusst Power Posing das Gehirn? Foto: michael easterling / unsplash

Wie beeinflusst Power Posing das Gehirn? Foto: michael easterling / unsplash

Power Posen für mehr Selbstbewusstsein

Mit den folgenden Übungen könnt ihr versuchen, euer Gehirn zu überlisten, um euch selbstsicherer und selbstbewusster zu fühlen.

  • Victory Squats: Ihr stellt euch etwas mehr als schulterbreit auf, hebt die Arme in V-Form nach oben, wendet die Handflächen einander zu und geht anschließend in die Kniebeuge. Dann kehrt ihr in die Ausgangsposition zurück und wiederholt die Übung. Die Arme bleiben während der gesamten Übung ausgestreckt. Diese Übung verhilft vor allem Menschen, die viel sitzen, zu einer aufrechteren Körperhaltung.
  • Boss Lunges: Macht einen großen Ausfallschritt, streckt die Arme über den Kopf und beugt den Oberkörper über den rechten Oberschenkel. Mit dem rechten Fuß kehrt ihr in die Ausgangsposition zurück und legt die Hände hinter den Kopf. Den Ausfallschritt wiederholt ihr und streckt den Arm nach links aus. Wechselt die Seiten und achtet beim Üben auf eine aufgerichtete Wirbelsäule. Diese Übung soll sich positiv auf eine verspannte Nackenmuskulatur auswirken und bei der Aufrichtung des Kopfes helfen.
  • Kniende Superwoman: Begebt euch in eine kniende Position, beugt euch nach hinten und erfasst mit der linken Hand die linke Ferse. Den Kopf dreht ihr nach links und streckt den rechten Arm über den Kopf. Die Pose haltet ihr für 15 Sekunden und wiederholt sie dann auf der anderen Seite. Ihr dehnt damit die Muskulatur der Vorderseite und schafft dadurch einen Ausgleich zur oftmals nach vorne gebeugten Haltung am Schreibtisch.
  • Warrior: Stellt euch aufrecht hin, nehmt eine Schrittstellung ein, dreht den rechten Fuß nach rechts und den Oberschenkel auf der rechten Seite nach außen. Die Arme bringt ihr auf Schulterhöhe. Die Handflächen zeigen nach unten in Richtung Boden. Beugt das rechte Knie jetzt um 90 Grad, so dass euer Oberschenkel eine Parallele zum Boden bildet. Dann drückt ihr das Knie durch und beugt es anschließend wieder. Macht das 15 Sekunden lang und wechselt dann die Seite. Durch diese Übung weitet ihr den Brustkorb.
  • Sphinx: Bei dieser Übung legt ihr euch auf den Bauch, stellt die Beine hüftbreit auseinander auf der Unterlage auf. Beugt jetzt die Ellenbogen und legt die Handflächen schulterbreit auf den Boden. Die Unterarme bleiben am Boden haften und ihr hebt langsam den Brustkorb an. Diese Position haltet ihr kurz und wiederholt sie dann. Bei dieser Übung ist es wichtig, gleichmäßig ein- und auszuatmen.

Ihr könnt aus dem Power Posing eine Art Ritual machen, das vor jedem wichtigen Termin zum Einsatz kommt. Ihr könnt die Posen beispielsweise vor sportlichen Wettkämpfen, dem Verkauf oder vor Präsentationen einsetzen. Zusätzlich solltet ihr weitere Maßnahmen ergreifen und beispielsweise mit einer tiefen Stimme sprechen und Atemübungen für mehr Selbstbewusstsein einsetzen.

Fazit

Power Posing kann einen positiven Einfluss darauf haben, wie stark und selbstsicher wir uns fühlen. Ihr müsst euch allerdings nicht wie ein Gorilla auf die Brust trommeln, um diesen Effekt zu erzielen. Studien deuten darauf hin, dass vor allem eine aufrechte Wirbelsäule zu dieser positiven Wirkung des Power Posings beiträgt. Eine aufrechte Körperhaltung zu trainieren, ist daher auf jeden Fall sinnvoll. Habt ihr bereits Erfahrung mit Power Posen gesammelt? Was tut ihr, um euch vor einem wichtigen Termin besonders stark und selbstsicher zu fühlen?
 

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