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Praxisschock!?

So klappt der glückliche Sprung in die Berufswelt

Foto: emma-dau n / unsplash
Foto: emma-dau n / unsplash

Ihr habt euer Studium geschafft und könnt die ganze graue Theorie endlich hinter euch lassen. Ihr fühlt euch bestens vorbereitet für den Berufseinstieg, habt die Bewerbungsphase erfolgreich überstanden und tretet nun ins Berufsleben ein. Den Vertrag habt ihr in der Tasche und nun kann doch wirklich nichts mehr schiefgehen, oder? Leider ist der Einstieg ins Berufsleben nicht immer ganz so einfach. Euch erwarten einige Stolpersteine und nicht selten sind die ersten Wochen und Monate im Beruf etwas holprig. Manchmal schlägt der Praxisschock so richtig hart zu und ihr habt das Gefühl, zu schwimmen und die Orientierung zu verlieren. Hier kann es helfen, sich auf den Berufsalltag etwas vorzubereiten und sich nicht zu sehr den eigenen Luftschlössern hinzugeben.

Praxisschock – was soll das eigentlich sein?

Von einem Praxisschock sprechen Karriereexperten dann, wenn sich Berufseinsteiger in der Arbeitswelt neu orientieren müssen. Zu einem Praxisschock kann es kommen, weil die Strukturen in einem Unternehmen ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen als das Leben an der Uni. Der Arbeitsalltag wird geprägt durch Hierarchien, Machtspiele und ein enges Zeitkorsett. Für Berufseinsteiger, die direkt vom Studium kommen, kann es zudem schwer sein, dass nun nicht mehr ihre Persönlichkeitsentwicklung und Qualifizierung an oberster Stelle steht. Im Job geht es um das Unternehmen und die Unternehmensziele. Diese Erkenntnis kann für viele Einsteiger zu einem Praxisschock führen. 

 

Praxisschock? So klappt der glückliche Sprung in die Berufswelt / Foto: brooke cagle / unsplash

Praxisschock? So klappt der glückliche Sprung in die Berufswelt / Foto: brooke cagle / unsplash

Wie sollte ich mich als Neuling verhalten?

Wenn ihr neu in einem Unternehmen seid, solltet ihr insbesondere in den ersten Tagen und Wochen nicht zu forsch auftreten. Ihr habt an der Uni immer durch beste Leistungen geglänzt, seid gelobt und bewundert worden? Für euren Arbeitgeber waren eure Leistungen an der Uni vielleicht ein Grund, warum ihr als Bewerber in die engere Auswahl gekommen seid. Jetzt müsst ihr aber beweisen, dass ihr ins Team passt und eure Fähigkeiten so einsetzen könnt, dass ihr zum Unternehmenserfolg beitragt. Experten raten Berufseinsteigern am Anfang zurückhaltend zu sein und eher eine Beobachterrolle einzunehmen. Ihr müsst euch erst einmal einen Überblick verschaffen und euch über eure Rolle im Unternehmen klarwerden. Ihr seid vielleicht am Anfang hochmotiviert und habt frisches Wissen vom Studium parat, möchtet gleich eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge anbringen. Allerdings kommt es bei Kollegen und Vorgesetzten nicht besonders gut an, wenn ihr zu jedem Thema euer frisches Wissen aus der Uni auf den Tisch packt. Um einen Praxisschock möglichst zu vermeiden ist es wichtig, sich gerade am Anfang etwas zurückzunehmen. Seid geduldig und beobachtet erst einmal. Zu forsch aufzutreten, kann schnell zu einem Praxisschock führen. Sich zu ruhig und passiv zu verhalten, ist jedoch auch nicht immer optimal; wird in einem Meeting beispielsweise nach eurer Meinung gefragt, solltet ihr euch auch äußern. Hier gilt es, ein gutes Gespür für die passende Situation zu entwickeln. 

 

Wie kann ich mir den Einstieg ins Berufsleben erleichtern? / Foto: fauxels / pexels

Wie kann ich mir den Einstieg ins Berufsleben erleichtern? / Foto: fauxels / pexels

Wie kann ich mir den Einstieg ins Berufsleben erleichtern?

Tretet am Anfang eurer beruflichen Laufbahn nicht als Besserwisser auf. Kollegen und Vorgesetzte kann es schnell auf die Nerven gehen, wenn ihr für alle betrieblichen Abläufe gleich Verbesserungsvorschläge anbringt. Arbeitet euch erst einmal gründlich ein und lernt die Strukturen der täglichen Arbeit richtig kennen. Oftmals gibt es im Unternehmen auch einen Ansprechpartner für euch. Diesem Ansprechpartner könnt ihr eure Fragen stellen und um Hilfe bitten. Aber Achtung, wenn ihr jeden Tag alle zehn Minuten bei ihm am Schreibtisch steht und er jede Kleinigkeit mehrfach erklären muss, wird das nicht so gut ankommen. Macht euch zum einen Notizen zu den Dingen, die euch erklärt werden. Zum anderen solltet ihr eure Fragen schriftlich sammeln und im Anschluss an ein Meeting stellen oder einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren. Gerade am Anfang kommt es nicht nur auf euer Wissen aus dem Studium an, sondern auch auf eure Fähigkeit, euch in ein bestehendes Team zu integrieren. 

Fazit

Wenn ihr frisch ins Berufsleben einsteigt, gehört ein Praxisschock dazu. Ihr habt vorher studiert, an der Uni wart ihr unter Freunden und für eure Leistungen gab es Lob und Anerkennung. In einem Unternehmen gibt es zumeist feste Strukturen, ihr müsst euch an Hierarchien anpassen und Arbeitsabläufe erst einmal kennenlernen. Der Einstieg fällt nicht immer leicht. Aber ihr könnt euch vornehmen, gerade am Anfang mehr die Beobachterrolle einzunehmen und euch zurückzuhalten. Findet ihr auch nach einigen Monaten keinen Zugang zum neuen Job, könnt ihr immer noch die Notbremse ziehen und euch beruflich neu orientieren.

 

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