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Quiet Constraint: Wenn Wissen zur Macht wird

Was das ist und warum es damit für Unternehmen gefährlich wird

Bild Foto: anna shvets / Pexels
Foto: anna shvets / pexels

In der Arbeitswelt gibt es immer wieder neue Phänomene und Trends. Manche sind gut, andere bedrohen eine entspannte und effiziente Arbeitsatmosphäre. Der Kahoot! Workplace Culture Report 2022 zeigt, dass das neueste Phänomen – Quiet Constraint – zu großen Problemen für Unternehmen führt. 

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Quiet Constraint – oder: Wissen ist Macht / Foto: anna shvets / Pexels

Quiet Constraint – Egoismus oder fehlende Kanäle?

Bei diesem Phänomen geht es um das Verhalten im Job, bei dem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihr eigenes Wissen aktiv zurückhalten, obwohl es Kollegen oder Kolleginnen bei der Arbeit weiterhelfen könnte. Quiet Constraint wird von mehr als der Hälfte der Angestellten ausgeübt. 

Dieses Verhalten kann verschiedene Gründe haben. Auf der einen Seite können dies egoistische oder toxische Gründe sein. Die Person möchte sich dabei durch das Zurückhalten von wichtigen Informationen einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen, die dieses Wissen nicht haben. Oder sie haben Angst, dass ihr Wissen von anderen genutzt wird, um besser dazustehen oder sich zu profilieren und dass diese Person dann das Lob dafür bekommt und nicht sie selbst. 

Natürlich stecken nicht immer egoistische Absichten hinter diesem Verhalten. Auf der anderen Seite kann der Grund für dieses Phänomen darin liegen, dass sich eine Person in der Arbeitsumgebung, in der das Wissen ausgetauscht werden sollte, nicht wohl fühlt, Informationen weiterzugeben. Das kann beispielsweise in einem großen Zoom-Meeting der Fall sein. Oder Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben das Gefühl, dass ihre Talente und ihre Selbstdarstellung an ihrem Arbeitsplatz nicht wahrgenommen und eher unterdrückt werden. Andere möchten nicht als Besserwisser dastehen. Fehlen die richtigen Kanäle und eine geeignete Umgebung für den Austausch von wertvollen Informationen, wird das Wissen von den Angestellten zurückgehalten. So bleibt Wissen bei einzelnen Personen und wird nicht unter allen Angestellten des Unternehmens geteilt und weitergegeben. Egal, aus welchem Grund Angestellte nach Quiet Constraint handeln, das Verhalten hat negative Auswirkungen auf das Unternehmen.

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Quiet Constraint – Egoismus oder fehlende Kanäle? Foto: anna shvets / Pexels

Quiet Constraint: eine Bedrohung für Unternehmen

Das Vorenthalten wertvoller Informationen, die für andere für die Arbeit von Vorteil wären, schädigt die Arbeit im Unternehmen. Diese Bedrohung geht laut dem Kahoot! Workplace Culture Report 20222 überwiegend von Männern aus. Das Verhalten kann darin enden, dass immer mehr Menschen nicht bereit sind, ihre Ideen, ihr Feedback und ihr Wissen vollständig mit anderen zu teilen. Nach dem Grundsatz: Hältst du dein Wissen vor mir zurück, mache ich dasselbe bei dir. 

Quiet Constraint führt zu suboptimalen Ergebnissen im Unternehmen. Egal, was du vorhast, das Ergebnis wird am Ende nicht so gut sein, wenn du nicht das gesamte Spektrum an Gedanken und Wissen der Gruppe einbringen kannst. Für das beste Ergebnis ist es wichtig, dass alle ihr Wissen und ihre Ideen teilen und sich dabei wohlfühlen. Hören Vorgesetzte nur auf die lauteste Stimme der Gruppe, kann das das Quiet Constraint-Verhalten verstärken. Denn nur weil eine Person ihre Ideen am lautesten in die Runde schreit, heißt das nicht, dass diese Ideen die besten sind. Fühlen sich Teile des Teams unwohl, ängstlich oder unsicher, hast du am Ende nur die Gedanken und das Wissen von den ranghöchsten oder extrovertiertesten Leuten. Es sollten deshalb alle Mitglieder eines Teams in die Überlegungen und Entscheidungen einbezogen werden. 

Mehr Wissensaustausch, weniger Quiet Constraint

Um Quiet Constraint zu verhindern und einen guten Wissensaustausch zu gewährleisten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir haben ein paar unserer Tipps für dich zusammengefasst:

  • Kanäle, über die das Wissen ausgetauscht werden kann (Meetings, Schulungen) sollten an eine virtuelle Arbeitsumgebung angepasst werden.
  • Es muss eine positive Arbeitskultur geschaffen werden, die den Wissensaustausch innerhalb der Belegschaft fördert. Hierfür müssen entsprechende Angebote gestaltet werden.
  • Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass sich jede Person im Team sicher und wohlfühlt, wenn er oder sie Wissen und Ideen mit anderen teilt.
  • Ein freundlicher Wettbewerb kann als Motivation gesehen werden.
  • Brainstorming und Austausch mit Kollegen und Kolleginnen sollten gefördert werden.
  • Interaktive Medien können helfen, Quiet Constraint zu vermeiden.
  • Es kann zusätzlich helfen, wenn die Agenda für das Meeting frühzeitig im Voraus verschickt wird, damit alle die Möglichkeit haben, Ideen und Gedanken vorab zu formulieren, denn nicht jeder spricht gerne aus dem Stegreif. 
  • Außerdem kann es helfen, dass nach der Vorstellung neuer Informationen alle Teilnehmenden ein paar Minuten Zeit haben, über diese nachzudenken und darauf zu reagieren. 
  • Eine weitere Möglichkeit, um Quiet Constraint zu minimieren, besteht darin, dass die Besprechungen in kleinen Gruppen stattfinden. So können Teilnehmende ihr Wissen und ihre Ideen besser weitergeben. 
  • Es kann außerdem helfen, wenn der Moderator oder die Moderatorin nicht aus der Chefetage kommt, denn für viele ist es angenehmer, sich mit Leuten auszutauschen, die nicht so weit oben in der Hierarchie stehen. 

Fazit

Bei dem Phänomen Quiet Constraint wird Wissen aktiv vor anderen zurückgehalten. Nicht immer sind die Gründe egoistisch. In manchen Fällen fühlen sich Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen nicht wohl in der Arbeitsumgebung, in der die Informationen weitergegeben werden sollen. Unsere Tipps helfen dir, Quiet Constraint zu minimieren und eine bessere Zusammenarbeit im Unternehmen zu fördern.

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