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> Schlauer Chef = guter Chef?

Warum hochintelligente Menschen schlechtere Führungskräfte sind

Bild Foto: j balla photography / unsplash
Foto: j balla photography / unsplash

Es klingt merkwürdig: Hochintelligente Menschen sind schlechtere Führungskräfte. Sollten intelligente Menschen nicht automatisch auch die besseren Führungskräfte sein? Studien zeigen, dass das nicht der Fall ist. Sehr intelligente Chefs können sogar ein Hindernis für das Team bedeuten. 

Schlauer Chef = guter Chef?

Durch die komplexen Denkmuster und die Andersartigkeit hochintelligenter Menschen werden diese in vielen Fällen zu einem sozialen Sonderfall. Außerdem ist ein hoher IQ kein entscheidender Faktor, wenn es um den Führungsstil geht, hier zählen andere Qualitäten. Studien zeigen, dass Chefs mit einem hohen IQ oft weniger effektiv sind in ihrer Führungsposition. Intelligenz ist demnach kein Erfolgsindikator für Führungskräfte.

Natürlich ist Intelligenz zu einem gewissen Grad wichtig und hilfreich in der Jobwelt und auch als Führungskraft. Jedoch wirkt sich ein zu hoher IQ oft negativ aus, wenn es um Führungskompetenzen geht. 

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Hochintelligente Menschen sind schlechtere Führungskräfte / Foto: jess bailey / unsplash

Die IQ-Lücke und Kommunikationsprobleme

Unterscheidet sich die Intelligenz der Führungskräfte sehr vom IQ der Untergeordneten, führt das zur Diskrepanz. Ist diese Diskrepanz zu groß, wirkt sich das negativ auf die Führung des Teams aus. Grund für das Problem sind also nicht die hochintelligenten Führungskräfte, sondern die IQ-Lücke zwischen Führungskraft und Untergeordneten

Diese Erkenntnis führt im Umkehrschluss dazu, dass ein ähnlicher IQ von Führungskräften und Angestellten bedeutet, dass die Führung in diesen Fällen besser funktioniert, als wenn eine zu große IQ-Lücke besteht. 

Die Kommunikation zwischen den Angestellten und der Führungskraft wird schwer, wenn die komplexen Strategien und Vorstellungen der Führungskräfte für die Angestellten nicht nachvollziehbar sind. Eine erschwerte Kommunikation kann schnell dazu führen, dass die Effektivität und Effizienz im Team sinken. 

Intelligenz alleine reicht nicht

Möchtest du als Führungskraft erfolgreich sein, reicht es nicht, dass du intelligent bist. Es spielen viele weitere Faktoren eine entscheidende Rolle, wenn es um deine Führungskompetenzen geht. Hierzu gehören unter anderem:

  • Gute Menschenkenntnis
  • Problemlösungskompetenz
  • Emotionale Intelligenz/Empathie
  • Charisma
  • Effektive Kommunikationsfähigkeiten
  • Respektvoller Umgang mit anderen
  • Strategisches Denken
  • Aktives Zuhören
  • Kreativität
  • Delegationskompetenz
  • Übernahme von Verantwortung
  • Visionärsmentalität und Trends erkennen

 

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Ein besserer Führungsstil als hochintelligenter Chef / Foto: luis villasmil / unsplash

Ein besserer Führungsstil als hochintelligenter Chef

Teams werden in Unternehmen nicht nach IQ-Kompatibilät zusammengestellt. Deshalb musst du als Führungskraft mit dem arbeiten, was im Team zur Verfügung steht, und deinem eigenen Führungsstil. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die dir als Führungskraft mit einem hohen IQ dabei helfen können, deine Führungskompetenz zu verbessern und mehr Effizienz im Team zu erreichen. 

Nicht mit der eigenen Überlegenheit angeben

Wichtig ist vor allem, dass du nicht arrogant oder hochmütig den Angestellten gegenüber bist. Es ist etwas Besonderes, hochintelligent zu sein, aber kein Freifahrtschein dafür, dass du es anderen ständig unter die Nase reibst. Gibst du ständig mit deiner Überlegenheit an, baust du eine Distanz zwischen dir und den anderen Teammitgliedern auf und verscherzt es dir mit allen. Hochmut ist nicht förderlich für deinen Führungsstil. 

Du bist nicht unfehlbar und auch du kannst trotz deines hohen IQs jeden Tag etwas dazu lernen. Du solltest Demut zeigen und nicht mit deiner Überlegenheit angeben. Respektiere deine Teammitglieder und sieh ein, dass du auch von ihnen etwas lernen kannst. Du merkst auf diese Weise schnell, dass du ein paar Gemeinsamkeiten mit ihnen hast. 

Schotte dich nicht ab

Bei vielen hochintelligenten Menschen ist Selbstisolation ein Problem. Sie verkriechen sich alleine im Büro und schließen sich selbst von der Gruppe aus. Hast du einen hohen IQ, kennst du sicher das Gefühl, dass es für dich anstrengend sein kann, unter anderen Menschen zu sein, die einen durchschnittlichen IQ haben. Sie verstehen dich nicht oder sehen dich als anders an und die Kommunikation wird schwierig. Viele hochintelligente Menschen – darunter auch sehr bekannte Persönlichkeiten wie Nietzsche – sind oder waren Einzelgänger. 

Möchtest du deinen Führungsstil aber verbessern, ist Selbstisolation nicht die richtige Entscheidung. Du musst dich ins Team integrieren, auch um deine Teammitglieder besser zu verstehen. 

Empathie

Bei Hochintelligenten wird häufig davon ausgegangen, dass es ihnen an emotionaler Intelligenz fehlt. Sie leben in ihrer eigenen Welt und komplexe Themen sowie spezielle Wissensgebiete sind ihre Leidenschaft. Zudem neigen hochintelligente Menschen dazu, jede Situation genau zu analysieren. Sie nutzen eher ihren Kopf, als Emotionen einzubeziehen. Andere Menschen können das häufig nicht nachvollziehen. 

Empathie ist aber besonders wichtig, um andere zu verstehen und ihnen näher zu sein. Aus diesem Grund ist emotionale Intelligenz mittlerweile eine gefragte Eigenschaft bei Führungskräften. Besitzt eine Führungskraft Empathie, wird das Miteinander im Unternehmen einfacher und die Führungsqualität verbessert sich. 

Du kannst deine Empathie verbessern. Nutze dafür deine Wahrnehmung, dein Verständnis, deine Resonanz und Antizipation. In einem ersten Schritt nimmst du wahr, was dein Gegenüber empfindet. Nutze deine Beobachtung und schau dir die Gestik, Mimik, Stimmlage und weitere offensichtliche Faktoren an. Stelle keine Theorien auf oder ziehe voreilige Schlüsse, sondern übe dich in Empathie. Als Nächstes beantwortest du die Frage nach dem Warum. Warum fühlt dein Gegenüber sich so? Im dritten Schritt geht es bei der Resonanz darum, dass du deine eigenen Gefühle dazu klärst. Kannst du hier rücksichtsvoll und mit Akzeptanz reagieren? Und wie genau reagierst du darauf? Der letzte Schritt – Antizipation – beschäftigt sich mit dem Verhalten in der Zukunft. Wie wird er oder sie sich zukünftig verhalten? 

Fazit

Ein hoher IQ bedeutet nicht, dass du eine gute Führungskraft bist. Zu einem guten Führungsstil gehören mehr Kompetenzen als nur Intelligenz. Außerdem kann die IQ-Lücke zwischen Führungskräften und Angestellten dazu führen, dass die Führung schlechter funktioniert. Du kannst deinen Führungsstil mit ein paar einfachen Tipps verbessern: Gib mit deiner Überlegenheit nicht an, übe dich in Empathie und schotte dich nicht von den anderen ab. 

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