Ratgeber > Arbeitswelt

Selfcare für die Seele

Von "Sorry, keine Zeit" zu "ich nehme mir die Zeit dafür"

Foto: chewy / unsplash
Foto: chewy / unsplash

Zeit ist ein unschätzbares Geschenk, das die meisten von uns als selbstverständlich ansehen. Vor allem heutzutage sind wir mit viel mehr Zeit gesegnet als je zuvor. Letztendlich geht es aber nicht darum, Zeit zu haben, sondern sich Zeit zu nehmen. Viel zu oft sagen wir: "Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Sport" oder "Ich wünschte, ich hätte Zeit zum Meditieren" oder "Ich wünschte, ich hätte Zeit zum Lesen"... Du auch? Wir zeigen dir, warum es wichtig ist, sich bewusst Zeit für die schönen Dinge im Leben zu nehmen.

"Sich Zeit nehmen" ist Definitionssache

Sich Zeit nehmen – was bedeutet es für dich? Wir können es auf zweierlei Art betrachten: 

  1. "Sich für etwas Zeit zu nehmen" kann sich wie eine Verpflichtung anfühlen, vielleicht sogar wie ein Opfer. Wenn du dir "Zeit nimmst", nimmst du dir Zeit aus deinem Zeitplan heraus. 
  2. "Sich für etwas Zeit nehmen" kann sich aber auch anfühlen, als würdest du in deinem Zeitplan bewusst Platz für etwas schaffen, das dir Spaß macht. Du investierst damit in dein Wohlbefinden. Zum Beispiel: "Ich nehme mir bewusst Zeit für Sport, weil ich weiß, dass es mir und meinem Körper danach besser gehen wird."

Der Punkt ist: Dein Leben kann sich zum Besseren ändern, wenn du dich entschließt, langsamer zu machen und dir mehr Zeit für die Menschen und Dinge zu nehmen, die Freude in dein Leben bringen.

"Sorry, keine Zeit!" oder bewusst Zeit nehmen? / Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Sorry, keine Zeit!

Wer keine Zeit hat, hat keine Prioritäten

"Ich habe keine Zeit." Wirklich? Überleg mal, wie viele Stunden du pro Woche vor dem Fernseher verbringst (das Wochenende nicht eingerechnet): Wie viele Folgen einer Serie schaust du pro Tag? Vielleicht kommst du auf 20–30 Stunden pro Woche. Überlege, wie viele Stunden pro Tag du am Handy bist, zum Beispiel in den sozialen Medien. Vielleicht sind das 5–10 Stunden. Insgesamt kommst du auf ca. 30 Stunden pro Woche.

In unserer Gesellschaft verschwenden wir so viel kostbare Zeit mit Aktivitäten, die unseren Horizont nicht erweitern, unser Wohlbefinden nicht steigern und unsere Wahrnehmung nicht schärfen. Wir fallen den sozialen Medien und unseren Geräten zum Opfer – ein schwarzes Loch, das uns hypnotisiert und in diesem Strudel des Nichts festhält. Und die verlorene Zeit wird nie wiedergefunden.

Wenn du deine Zeit in die sozialen Medien, ins Fernsehen oder in dein Smartphone investieren kannst, kannst du auch Zeit in dich selbst investieren, um zu lesen, zu schreiben oder Sport zu treiben. Ausreden wie "Ich habe Kinder", "Ich hab den Haushalt" oder "Ich habe ein Geschäft zu führen" zählen nicht. Denn wer wirklich in sich selbst investieren will, muss (und kann) Prioritäten für seine Zeit setzen.

Das mag dir zunächst wie ein Opfer vorkommen, viel wichtiger ist aber, dass du es als wertvolle und kostbare Zeit für dich selbst betrachtest. Tu DIR etwas Gutes, tu in dieser Zeit etwas für DICH, nicht für andere. Du arbeitest den ganzen Tag, hetzt von Termin zu Termin – dann nimm dir Zeit für dich selbst und nimm dir eine kleine Auszeit vom restlichen Stress. Schnell wirst du merken, dass diese Zeit kein Opfer ist, das du bringen musst, sondern ein Geschenk, das du dir selbst machst.

Wer keine Zeit hat, hat keine Prioritäten Foto: s migaj / unsplash

Wer keine Zeit hat, hat keine Prioritäten Foto: s migaj / unsplash

Warum das Gehirn soziale Medien als Bedrohung wahrnimmt

Läufst du – in dein Smartphone vertieft – mit gesenktem Kopf herum, teilt deine Körpersprache deinem Gehirn allerlei Signale mit. Schlechte, wohlgemerkt, zum Beispiel, dass du eine Bedrohung wahrnimmst, dass du müde und erschöpft bist und keine Energie hast, weiterzumachen. Sind deine Augen gesenkt, ist das ein Zeichen der Unterwerfung – ein weiteres Signal an dein Gehirn, dass dir deine Umgebung Angst macht und du dich nicht sicher fühlst. 

So machst du es besser: Geh aufrecht, mit erhobenem Kopf, sei im Jetzt und schaue dich um. Genieße die schöne Umwelt und deine Umgebung. 

Nimm dir Zeit

Zeit ist umsonst, aber sie ist unbezahlbar. Du kannst sie nicht besitzen, aber du kannst sie nutzen. Du kannst Zeit nicht aufbewahren, aber du kannst sie ausgeben. Hast du sie verloren, kannst du sie nie wieder zurückbekommen. 

Warte nicht bis morgen, um das zu tun, was du heute im Leben wirklich tun willst. Die Wahrheit ist, dass es vielleicht nie ein Morgen gibt. Schreibe eine Liste mit all den Dingen auf, die du erreichen willst – und starte heute!

Fazit

Es gibt einen Unterschied zwischen Zeit haben und sich Zeit nehmen. Du denkst, du hast keine Zeit für Kino, Freunde treffen, Sport oder Lesen. Aber stimmt das? Geh in dich und lass die vergangenen Tage Revue passieren. Hast du etwas gemacht, das dir Freude macht und dich weiterbringt, oder bist du nur am Handy in den sozialen Netzwerken oder am Fernseher auf Netflix in einer Serie versunken? Möchtest du wirklich etwas für deine Gesundheit machen und zum Beispiel mehr Sport machen, reicht es schon, am Abend eine halbe Stunde bis Stunde nach der Arbeit/Schule/Uni zum Joggen oder fürs Gym zu investieren und danach deine abendliche Serie zu schauen. Es muss nicht viel sein, aber jede Minute, die du dir für dich selbst nimmst, ist gut investierte Selfcare Zeit für dich und deine Seele. Probier's mal aus!

Beitrag teilen