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Servant Leadership: Mein Chef und ich tauschen die Rollen!

Wenn die Führungskraft zum Untergebenen wird

Foto: ant rozetsky / unsplash
Foto: ant rozetsky / unsplash

Viele Arbeitnehmer sind es gewohnt, von anderen Personen geleitet zu werden, die bestimmte Qualifikationen besitzen. Unsere Chefs geben uns Anweisungen, bestimmen unsere Arbeit und generell so gut wie alles – manche Chefs lassen uns mehr Spielraum, andere sind hingegen streng und genießen steile Hierarchien und die Macht. Umso kurioser und ungewöhnlicher scheint die Servant-Leadership-Methode zu sein, die einen Chef zum Untergebenen macht. Wir erklären, worauf es bei der Methode ankommt und warum sie viele Vorteile bietet.

Servant Leadership: Erfolgreiche Führung / Foto: anna shvets / Pexels

Servant Leadership: Erfolgreiche Führung / Foto: anna shvets / Pexels

Servant Leadership: Wie funktioniert die Methode der "dienenden Führung"?

Die Methode Servant Leadership stellt die klassische Aufteilung der Hierarchien auf den Kopf. Bei diesem Ansatz werden die Rollen gewechselt – nicht der Chef entscheidet und befiehlt, sondern die Mitarbeiter selbst. Den Mitarbeitern wird dadurch die Rolle der ausschließlich ausführenden Kraft genommen bzw. werden ihre Befugnisse dadurch erweitert. Wenn bei einer klassischen hierarchischen Aufteilung die Führungskräfte Macht und Autorität genießen (wollen), geben Chefs bei der Servant-Leadership-Methode diese Ansprüche und Rechte ab. 

Anhand folgender Beispiele lässt sich die Servant Methode genauer beschreiben: 

  • Der erste und der wichtigste Punkt ist die Aufgabenverteilung. Beim klassischen Modell verteilt der Chef die Aufgaben und die Anweisungen, welche die Mitarbeiter ausführen müssen. Bei der Servant Methode entscheiden die Mitarbeiter selbst, wie sie untereinander die Aufgaben verteilen, welche To-dos Prioritäten haben und wie Projekte geplant werden. Der Gedanke dahinter ist, dass Mitarbeiter mit den Aufgaben teilweise viel besser vertraut sind und mehr Expertise in ihrem Fach besitzen und ausgehend von eigenen Kapazitäten besser einschätzen können, welche Aufgabe sie übernehmen können. 
  • Auch bei neuen Ideen und Projekten kommt es beim Servant Leadership nicht darauf an, was der Chef befielt. Hier werden Vorschläge von allen Mitarbeitern und den Chefs angehört und gemeinsam für die beste Option entschieden. Hier lässt sich ebenso erkennen, dass Chefs nicht befehlen, sondern hierarchisch nicht mehr oben angesiedelt sind.

Nachteile von Servant Leadership

In erster Linie kann die Servant-Leadership-Methode dann gefährlich werden, wenn Mitarbeiter die falsche Richtung einschlagen und der Chef zu spät eingreifen kann. Nicht umsonst ist die Arbeitswelt so aufgebaut, dass es eine erfahrene, leitende Person geben sollte, um dem Team die richtige Richtung zu zeigen. Außerdem kann es für Mitarbeiter verführerisch sein, gewisse Entscheidungsfreiheit zu haben und diese zu eigenen Gunsten auszunutzen.

Ein weiterer Nachteil der Methode ist, dass die Umsetzung nicht so einfach ist. Es braucht eine Führungskraft, die bereit ist, die Rollen zu tauschen, aber auch viele Mitarbeiter sind auf klare Anweisungen angewiesen.

Servant Leadership: Wie funktioniert die Methode der "dienenden Führung"? / Foto: fauxels / Pexels

Servant Leadership: Wie funktioniert die Methode der

Vorteile von Servant Leadership

Wenn die Methode richtig umgesetzt wird, bietet sie einen großen Vorteil in Bezug auf die Ergebnisse und die Qualität der geleisteten Arbeit. Mitarbeiter können sich selbst besser einschätzen und ausgehend von ihren Fähigkeiten Aufgaben optimal untereinander zu verteilen und somit zum Erfolg beitragen. 

Außerdem schafft die Methode eine moderne Arbeitskultur, die für Young Professionals viel attraktiver ist als steife Hierarchien und keine Freiheit bei der Gestaltung der Aufgaben. Wer einen Servant Leader hat, hat hohe Chancen, junge Talente für das Unternehmen zu gewinnen. 

Fazit

Servant Leadership ist eine tolle und moderne Methode, die Arbeit noch attraktiver zu gestalten. Ein Servant Leader motiviert statt zu befehlen. Dadurch steigt die Leistung und die Zufriedenheit im Team. 

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