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Shit, schon wieder zu spät!

So schaffst du es endlich, pünktlich zu sein

Foto: chris benson / unsplash
Foto: chris benson / unsplash

Es gibt diese Menschen, die immer unpünktlich sind. Sie kommen abgehetzt und mit wirren Haaren ins Meeting gerauscht, lassen dich bei jeder Verabredung mindestens 15 Minuten warten, und es gibt immer einen guten Grund, warum es gerade heute mit der Pünktlichkeit nicht geklappt hat. Vielleicht fühlst du dich jetzt auch ertappt, weil du eher zu den Unpünktlichen gehörst und dadurch ständig Probleme hast. Kein Grund zu verzweifeln, du kannst lernen pünktlicher zu werden. Wie du Pünktlichkeit lernen kannst, verraten wir dir hier.

Pünktlichkeit lernen – was sagt Pünktlichkeit über dich aus?

Es gibt viele Menschen, die dauernd zu spät kommen und mehr Pünktlichkeit lernen sollten. Während Unpünktlichkeit in vielen Ländern kein Problem, sondern Teil des Alltags ist, nehmen wir Deutschen es mit der Zeit sehr genau. Falls du dich fragst, wo Pünktlichkeit wichtig ist, dann ist die Antwort, dass sie im deutschsprachigen Raum als Tugend gilt. Unpünktlichkeit treibt die Leute hier in den Wahnsinn. Und wer ständig unpünktlich ist, wird privat oder beruflich irgendwann Probleme bekommen.

Zeit ist kostbar und Pünktlichkeit gilt als ein Zeichen der Wertschätzung. Wer ständig zu spät kommt, dem wird mangelnder Respekt vor Freunden, Kollegen, Geschäftspartnern und Familienmitgliedern unterstellt. Unpünktlichkeit kann als Arroganz und unterdrückte Rebellion ausgelegt werden. Wenn dich deine Unpünktlichkeit selber nervt, dann kannst du mehr Pünktlichkeit lernen. Wir verraten dir, wie du pünktlicher werden kannst.

Pünktlichkeit lernen - Tipps für Pünktlichkeit im Alltag / Foto: christin hume / unsplash

Pünktlichkeit lernen - Tipps für Pünktlichkeit im Alltag / Foto: christin hume / unsplash

Welche Gründe führen zu Unpünktlichkeit?

Um Pünktlichkeit lernen zu können, musst du wissen, wie es zu Unpünktlichkeit kommt. Folgende Gründe führen dazu, dass Menschen unpünktlich sind:

  • Bei vielen steckt eine falsche Selbsteinschätzung hinter dem Zuspätkommen. Die Zuspätkommer unterschätzen den tatsächlichen Zeitaufwand und überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten.
  • Wer chronisch zu spät kommt, könnte ein anderes Gefühl für Zeit haben. Zu diesem Schluss kam Jeffrey M. Conte von der San Diego State Universität, nachdem er in einer Untersuchung feststellte, dass es einen Persönlichkeitstyp gibt, der ein anderes Gefühl für Zeit hat.
  • Weitere Gründe für Unpünktlichkeit können Desinteresse, Arroganz, Überheblichkeit, Machtspiele, Zerstreuung, mangelndes Zeitmanagement sowie tieferliegende Probleme sein.

Warum sollte man immer pünktlich sein?

Wer Pünktlichkeit lernen möchte, kann einiges dafür tun, um pünktlicher zu werden. Für mehr Pünktlichkeit gibt es einige gute Gründe: 

  • Unpünktlichkeit kostet Geld und ist unwirtschaftlich. Insbesondere im Berufsleben geht Unpünktlichkeit so richtig ins Geld. Mitarbeiter werden nach Stunden bezahlt und bei chronischen Zuspätkommern zahlt der Chef drauf. Wer auf seinen Kollegen warten muss, ist möglicherweise zur Untätigkeit verbannt.
  • Unpünktlichkeit kostet dich deine Souveränität. Kommst du verschwitzt und abgehetzt zum Meeting oder Date, wirkst du wenig kompetent. Der Start ist holperig und du hast keine Zeit, dich vor wichtigen Terminen kurz zu sammeln, um kompetent und souverän rüberzukommen.
  • Deine Nerven liegen blank. Pünktlicher zu werden, lohnt sich auch für dich. Denn der ständige Zeitdruck verursacht Stress und kann deine Gesundheit beeinträchtigen. Und du schonst auch die Nerven deines Gegenübers. Die Situation ist entspannter, wenn alle pünktlich kommen.
  • Mit Pünktlichkeit signalisierst du deinem Gegenüber Wertschätzung. Bei einem geschäftlichen Treffen oder Date ist Pünktlichkeit eine gute Möglichkeit, um so ganz nebenbei zu zeigen, wie wichtig dir dieser Termin ist.
  • Du hast Kinder oder bist für Mitarbeiter verantwortlich? Dann hast du eine Vorbildfunktion und solltest deine Pünktlichkeit trainieren.

Wie kann man Höflichkeit und Pünktlichkeit trainieren?

Du möchtest Pünktlichkeit lernen und in Zukunft pünktlicher zu geschäftlichen und privaten Terminen erscheinen? Dann haben wir einige Tipps für dich:

  • Du musst nicht von heute auf morgen dein Leben umkrempeln. Reduziere deine Unpünktlichkeit Schritt für Schritt. Wenn du immer eine Viertelstunde zu spät kommst, dann übe erst einmal nur zehn und später fünf Minuten zu spät zu erscheinen. Irgendwann kommst du immer fünf Minuten vor der Zeit.
  • Wenn du Probleme hast, pünktlich zu sein, dann reicht der bloße Wille zu mehr Pünktlichkeit nicht aus. Du brauchst eine Strategie. Du vergisst die Zeit, und sobald du auf die Uhr blickst, stellst du fest, dass du viel zu spät dran bist? Dann stell dir einen Wecker. Überlege dir vorab, wie lange du brauchst, um pünktlich am Termin zu sein, und plane entsprechend.
  • Ein Klassiker unter den Tricks für mehr Pünktlichkeit ist es, die Uhr etwas vorzustellen. Das können fünf, zehn oder 15 Minuten sein. Somit hast du automatisch einen kleinen Puffer.
  • Wenn du morgens nicht aus dem Bett kommst und den Wecker immer wieder ausstellst, dann platziere ihn möglichst außer Reichweite und nutze niemals die Snooze-Funktion.
  • Unpünktlichkeit kann ein Zeichnen für ein tieferliegendes Problem sein. Vielleicht hast du die Abteilung gewechselt und kommst mit deinen Aufgaben dort nicht klar? Wenn du seit Abteilungswechsel unpünktlich bist, könnte ein Zusammenhang bestehen. Oder bist du nur bei einem bestimmten Freund immer unpünktlich? Vielleicht sind dir die Treffen unangenehm und ihr müsstet eigentlich getrennte Wege gehen? Auch Depressionen und andere psychische Erkrankungen können Unpünktlichkeit begünstigen.

Wann ist man pünktlich?

Muss ich mehr Pünktlichkeit lernen, wenn ich immer fünf Minuten zu spät komme oder ist das noch ok? Wie pünktlich ist eigentlich pünktlich? Wer pünktlich sein möchte, muss genau zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort sein. Hast du dich mit deiner Oma um 16 Uhr auf einen Kaffee verabredet, dann bist zu pünktlich, wenn du um 16 Uhr da bist. Es gibt jedoch auch kleinere Toleranzgrenzen. So wird von vielen eine Verspätung von fünf Minuten noch toleriert. Manchmal spricht man auch vom akademischen Viertel. Das heißt, eine Verspätung von 15 Minuten ist noch im Rahmen. Allerdings sind diese 15 Minuten dann die maximale Wartezeit. Ein Großteil möchte bei privaten Verabredungen auf keinen Fall länger als 15 Minuten warten. Ist es also besser, immer 15 Minuten früher da zu sein? Auf keinen Fall! Zum einen musst du die Wartezeit überbrücken, was durchaus auf die Nerven gehen kann. Zum anderen besteht die Gefahr, dass dein Gastgeber noch gar nicht fertig ist. Die wenigsten machen die Türe gerne im Bademantel auf. Wichtig ist daher, dass du nicht mehr als zehn Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt erscheinst.

Pünktlichkeit lernen – was sagt Pünktlichkeit über dich aus? Foto: kinga cichewicz / unsplash

Pünktlichkeit lernen – was sagt Pünktlichkeit über dich aus? Foto: kinga cichewicz / unsplash

Ist zu spät kommen unhöflich?

Ja, unpünktlich zu sein, ist unhöflich. Zumindest hierzulande gilt Pünktlichkeit als hohes Gut und wird mit Wertschätzung gleichgesetzt. Was aber, wenn du nicht zu den Unpünktlichen, sondern zu den Pünktlichen gehörst und andere dich warten lassen? Vielleicht muss jemand in deiner Familie oder deinem Freundeskreis Pünktlichkeit lernen. Wenn dein Gegenüber zu spät kommt, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Du kannst das Zuspätkommen entschuldigen oder
  • du kannst deine Grenzen aufzeigen und deinem Gegenüber signalisieren, dass er seine Pünktlichkeit trainieren sollte.

Du kannst deinem Gegenüber die Verspätung wohlwollend verzeihen, wenn:

  • Er sich ausnahmsweise verspätet hat, ansonsten aber pünktlich ist. Dann musst du kein Fass aufmachen.
  • Deinem Gegenüber die Verspätung wirklich leid tut und er sich aufrichtig entschuldigt und dabei auch deine Situation im Blick hat.
  • Du selbst häufig zu spät kommst und eigentlich pünktlicher sein müsstest. Dann bist du bei anderen Verabredungen auf das Wohlwollen anderer angewiesen.

Du kannst darauf bestehen, dass dein Gegenüber mehr Pünktlichkeit lernen muss, wenn:

  • Sich diese Person häufig verspätet und du dich ärgerst, weil du immer warten musst.
  • Diese Person nicht auf deine Gefühle eingeht und deine Zeit nicht wertschätzt. Vielleicht spielt dein Gegenüber die Situation herunter à la "Ist doch nicht schlimm, waren doch nur ein paar Minuten, die du zu Hause warten musstest."
  • Du das Gefühl hast, dass dir ständig faule Ausreden präsentiert werden.
  • Du das Gefühl hast, dass jemand ein Spielchen mit dir spielt oder kein großes Interesse an einer Verabredung mit dir hat. 

In deinem Umfeld muss jemand mehr Pünktlichkeit lernen? Dann sei konsequent. Du darfst dich über Unpünktlichkeit ärgern und ausdrücken, was du erwartest. Du kannst auch ein zeitliches Limit setzen, wie lange du maximal wartest. Das können beispielsweise diese obligatorischen 15 Minuten sein. Wenn diese Zeit verstrichen ist, gehst du. Zeit ist kostbar und du darfst für dich einstehen.

Fazit

Pünktlichkeit zu lernen, ist auf jeden Fall möglich. Wichtig ist, dass du deine Situation einmal genau betrachtest und die Ursache für deine Unpünktlichkeit findest. Bist du etwas zerstreut und lebst in deiner eigenen Zeit? Dann hilft dir eine Strategie, pünktlicher zu werden. Gibt es ein Problem und deine Unpünktlichkeit ist ein Symptom, dann musst du dich auf Ursachensuche begeben. Unpünktlichkeit ist kein Schicksal, du kannst Pünktlichkeit trainieren und so für einen reibungsloseren Ablauf im Alltag sorgen.

 

Mehr Infos findet ihr hier:

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