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So beeinflussen uns Influencer in unserem Werdegang

Die perfekte Welt auf Instagram & Co.?

Bild Foto: christine slay / unsplash
Foto: christine slay / unsplash

Was vor einigen Jahren undenkbar schien, ist an vielen Schulen heute Thema Nummer 1: Berufswunsch Influencer! Viele Kids wünschen sich, inspiriert von der perfekten Welt auf Instagram & Co., nichts sehnlicher, als ihren Online-Idolen nachzueifern. Doch die Luft an der Spitze ist dünn – nur wenige schaffen es in den sechs-, geschweige denn siebenstelligen Bereich der Abo-Zahlen. Angesichts dieses Trends stellt sich die Frage: Wie beeinflussen Influencer das gesellschaftlich akzeptierte Konzept von Bildung und dem klassischen beruflichen Werdegang? Und wie groß ist die Chance, mit diesem Geschäftsmodell Erfolg zu haben?

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Influencer: So beeinflussen sie unsere Karriereplanung / Foto: george milton / Pexels

Schneller Reichtum, wenig tun? Der Traum der sozialen Medien

Schon vor knapp fünf Jahren meinte in einer Bitkom-Umfrage ein Drittel aller Social-Media-Nutzenden, die vom Begriff “Influencer” gehört hatten, dass sie den Beruf selbst gerne ausüben würden. Nun ist es von so einer Aussage noch ein weiter Weg bis zur tatsächlichen Influencer-Karriereplanung, doch die Trends, die wir alle in den sozialen Netzwerken sehen können, zeigen: Der Einfluss der Influencer ist 2023 noch spürbar. Das fast schon klassische Format ist das Bewerben von Produkten in einer Story oder einem Beitrag auf einer oder mehreren Plattformen.

Das hört sich so an, als ob weder besonders großes Know-how noch ein großer Zeitaufwand nötig sind, um selbst “influencen” zu können. Doch die Werbepartnerschaften müssen zunächst abgeschlossen werden. Ist das geschafft, geht es an den dazugehörigen Content: Der will ausgearbeitet, aufgenommen, bearbeitet und schließlich veröffentlicht werden. Der Zeitaufwand, der letztendlich hinter jedem Post steckt, ist also um ein Vielfaches höher, als es viele auf den ersten Blick vermuten würden. Dazu kommt: Neben gesponserten Posts soll die Anhängerschaft auch mit normalen Inhalten bedacht werden. Dahinter stecken in den meisten Fällen rigoros durchgestaltete und gut durchdachte Content-Pläne. Einfach gesagt: Was spontan aussieht, ist fast immer geplant – schließlich will niemand auf der Liste für die witzigsten Influencer-Werbeposts landen. Für die tatsächliche Freizeit bleibt wenig Zeit.

Der Blick hinter die Fassade verrät bereits, dass im Influencer-Leben wenig ist, wie es scheint: Auch wenn sich an der Spitze gutes Geld verdienen lässt, steckt dahinter wie in jedem anderen Beruf harte Arbeit und zu Beginn jede Menge Grind. Dazu kommt: Das berühmte Hamsterrad gibt es in der Influencer-Branche genauso wie im Bürojob. Wer mit dem Posten aufhört, verliert schnell Reichweite, möglicherweise Follower und damit das Interesse der Werbepartner.

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Karriere im Internet: Leidenschaft ist wichtig / Foto: collabstr / unsplash

Karriere im Internet: Leidenschaft ist wichtig

Du bist noch interessiert? Auch, wenn es abgedroschen klingen mag: Authentizität ist die beste Voraussetzung für Erfolg! Das ist im Bewerbungsgespräch nicht anders als beim Posten im Internet. Schließlich sind das eigene Profil und der darauf veröffentlichte Content jedes Mal aufs Neue eine Bewerbung um Likes, Kommentare, Klicks und Impressionen. Wenn du ernsthaft eine Karriere als Influencer planst, suche dir ein Thema heraus, bei dem du Ahnung hast und mit Leidenschaft dabei bist – sei es Gaming, Musik, Mode, Arts & Crafts, Food oder Tiere (Stichwort “Petfluencer”). Hast du damit Erfolg und erreichst eine Followerschaft, kannst du mit deinem Content später in andere Bereiche expandieren.

Baue dir deinen Kanal außerdem zunächst als zweites, kleineres Standbein auf, denn Erfolg kommt nicht über Nacht und von irgendetwas müssen bis dahin die Rechnungen bezahlt werden. Wenn du bereits einen Job hast, der dir die Freiheit lässt, in deiner Freizeit deinen Channel zu pflegen, umso besser. Daher brauchst du zu Beginn nicht das beste und teuerste Equipment am Markt. Schon mit deinem Smartphone und einem kleinen Stativ kannst du unkompliziert filmen und im Zweifelsfall deine Videos bearbeiten.

Influencer für klassische Berufe

Eine Kategorie der Social-Media-Prominenz, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so häufig stattfindet, ist das Feld der Influencer für klassische Berufe: Krankenpflege, Tierarzt, Feuerwehr, Lehramt und vieles mehr – für fast alles gibt es im Internet eine Nische. Hier kommt ein weiterer Aspekt des Influencer-Daseins zum Tragen: Aus großer Reichweite folgt große Verantwortung für die Followerschaft, in der viele junge Menschen sein können. Auch wenn die Reichweite hier meist nicht so groß ist wie bei der Internet-A-Prominenz, wird hier oft mehr von der “echten Welt” gezeigt, als das beim klassischen Influencing der Fall ist – oder zumindest so viel, wie im rechtlichen Rahmen erlaubt ist. Diese Authentizität ist in der Landschaft der sozialen Medien ein besonderer Anziehungspunkt.

Im besten Fall lassen sich die jungen Followerinnen und Follower von dem dargestellten Beruf inspirieren: Sie möchten mehr darüber herausfinden oder ihn später selbst ergreifen. Hier bietet sich eine interessante Möglichkeit, den oben erwähnten Trend vom Berufswunsch Influencer umzukehren!

Berufswunsch Influencer: Ist der Markt längst gesättigt?

Die Fülle an Beispielen für verschiedene Genres und Arten des Influencer-Jobs zeigt, dass das Berufsbild inzwischen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Teenager, die vor zehn Jahren ihre ersten Idole im Internet fanden, sind längst erwachsen und einer neuen Generation Jugendlicher gewichen – die sieht das Berufsbild Influencer inzwischen als etwas ganz Normales an. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich die Influencer-Karriere überhaupt noch oder ist der Influencer-Markt längst gesättigt

Tatsächlich stellte erst im Dezember 2022 das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) fest, dass der große Run auf die Plätze am oberen Ende der Timeline beendet sein könnte. Seinen Berechnungen zufolge könne der deutsche Markt etwa 543.000 mittelgroße Influencer mit 20.000 Followern Platz bieten, sodass diese ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten. Ab der 20.000-Follower-Grenze sei davon auszugehen, dass mit den Einnahmen aus Videos und Werbepartnerschaften der Lebensunterhalt bestritten werden könne. Das Problem: Dieser Markt ist laut der Studie durch die Gen Z bereits jetzt nahezu ausgereizt. Dazu kämen Influencer anderer Generationen oder aus dem Ausland. Zudem mahnen die Forschenden vor dem berüchtigterweise kurzlebigen Image der Branche: Neue Influencer steigen auf und machen alte obsolet. Mit der langfristigen Karriere wird es unter diesen Umständen also schwierig. Doch auch hier weiß das IW Rat: Angrenzende Bereiche hätten noch Kapazität, wie die IT-Branche.

Fazit

Das Berufsbild Influencer hat es in den letzten Jahren aus den Untiefen der Internet-Algorithmen ganz klar in den Mainstream geschafft. Doch der Weg an die Spitze ist steil und lang, weswegen junge Menschen mit dem Berufswunsch Influencer sich ein weiteres Standbein aufbauen sollten. Fest steht: Bildung und klassische Berufsausbildungen haben heute noch nicht ausgedient – auch, wenn sich die Generationen, die nun auf den Markt drängen, deutlich verändert haben.

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