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Syndrom Ablenkung

Das steckt hinter deiner Konzentrationsschwäche

Foto: shane kopecki / unsplash
Foto: shane kopecki / unsplash

Es ist zum Verzweifeln, wir stehen vor einem Berg an Aufgaben und bekommen diesen nicht bewältigt, weil wir uns nicht konzentrieren können. Du hast es in der Schule, der Uni, im Job oder auch im Alltag sicher erlebt, dass du dich nicht konzentrieren kannst, dich ablenken lässt und nicht zum Ziel kommst. Eine Konzentrationsstörung ist auf Dauer nervig. Hinter Konzentrationsstörungen können verschiedene Ursachen stecken. Wichtig ist, den Konzentrationsproblemen auf den Grund zu gehen und an der Ursache zu arbeiten. Wir haben Tipps für dich, was du bei Konzentrationsproblemen tun kannst.

Konzentrationsstörung – was ist das?

Wer unter einer Konzentrationsstörung leidet, kann seinen Fokus nicht auf eine bestimmte Sache richten. Er lässt sich ablenken, seine Gedanken abschweifen und gibt sich seinen Tagträumen hin. Kleinste Störungen wie ein kleines Geräusch können die Person von ihrer Tätigkeit abbringen. Konzentrationsstörungen treten nicht nur in einem bestimmten Alter auf, sowohl Kinder als auch ältere Menschen können betroffen sein.

Aus medizinischer Sicht lässt sich zwischen einer längerfristigen oder dauerhaften Konzentrationsschwäche und einer kurzfristigen Konzentrationsstörung unterscheiden. Handelt es sich um eine kurzfristige Konzentrationsstörung, so ist dieser Zustand vorübergehend und muss kein Anlass zur Sorge sein. In manchen Fällen können Konzentrationsstörungen jedoch auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Konzentrationsstörung – das kannst du dagegen tun / Foto: bacila vlad / unsplash

Konzentrationsstörung – das kannst du dagegen tun / Foto: bacila vlad / unsplash

Welche Ursachen können hinter Konzentrationsstörungen stecken?

Eine Konzentrationsstörung kann verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen stecken Erkrankungen wie Burnout, Depressionen, Zwangserkrankungen, Angsterkrankungen, ADHS, posttraumatische Belastungsstörungen oder Trauerreaktionen dahinter. Sollte eine psychische Erkrankung die Ursache dafür sein, dass du dich nicht konzentrieren kannst, musst du die seelische Krise bewältigen. In solchen Fällen kannst du Hilfe bei einem Psychotherapeuten suchen.

Neben einigen Erkrankungen gibt es weitere Faktoren, die dazu beitragen können, dass deine Konzentration schwächelt. Manchmal sind diese verursachenden Faktoren im Außen zu suchen, manchmal liegen sie in deiner Person.
 

Äußere Ursachen können sein:

  • Störungen durch Lärm. Arbeitest du im Großraumbüro oder direkt neben einer Baustelle, kann es zu Konzentrationsschwierigkeiten kommen. Auch eingehende Nachrichten per E-Mail oder WhatsApp können deinen Arbeitsprozess stören.
  • Du versuchst, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Komplexere Aufgaben lassen sich nicht gleichzeitig erledigen. Hier musst du dich jeder Aufgabe separat widmen.
  • Das Wetter kann unsere Konzentration beeinflussen. Ist es sehr heiß oder die Luft stickig, können wir uns nicht gut konzentrieren. Ähnliches gilt für Wetterumschwünge, die viel zitierte Frühjahrsmüdigkeit sowie der Lichtmangel in den Wintermonaten.
  • Manche Medikamente haben Nebenwirkungen, die unter anderem zu Konzentrationsstörungen führen können.
  • Wenn du zu wenig schläfst, kann sich das auf deine Konzentration auswirken. Du solltest als Arbeitnehmer für ausreichend Schlaf sorgen, um leistungsfähig zu sein, aber wenn du beispielsweise Schichtarbeit verrichten musst, ist das nicht immer einfach.
     

Ursachen, die in deiner eigenen Person liegen, können sein:

  • Du machst dir Sorgen. Wenn in deinem Kopf ständig das Gedankenkarussell kreist, kannst du deine Gedanken nicht fokussieren. Private oder berufliche Sorgen sowie Trauer können Konzentrationsstörungen begünstigen.
  • Dein Biorhythmus passt nicht zu deinen Arbeitszeiten. Du startest früh morgens, bist aber ein echter Morgenmuffel? Möglicherweise kollidieren bei dir Biorhythmus und Arbeitszeit.
  • Dir mangelt es an Selbstdisziplin. Das kann beispielsweise bedeuten, dass du dein Smartphone immer griffbereit hast und alle paar Minuten danach greifst, um deine Nachrichten zu checken. Das behindert deinen Arbeitsprozess und schwächt deine Konzentration.

Du kannst dich beim Lesen der möglichen Ursachen selbst fragen, ob deine Konzentrationsprobleme mit der einen oder anderen zusammenhängen könnten.

Konzentrationsstörung – was ist das? Foto: rodnae productions / Pexels

Konzentrationsstörung – was ist das? Foto: rodnae productions / Pexels

Konzentrationsstörung verhindern – diese Tipps helfen

Du kannst einiges tun, um die besten Voraussetzungen für eine gute Konzentrationsfähigkeit zu schaffen. Hier gilt es, vor allem für gute Rahmenbedingungen zu sorgen. Das kannst du tun:

  • Schlaf: Ausreichend Schlaf hilft dir, dich besser konzentrieren zu können. Achte darauf, dass du mindestens sieben Stunden Schlaf bekommst. Beim Einschlafen und Durchschlafen können eine gute Schlafhygiene beziehungsweise Schlafroutine helfen. Zwei Stunden vor dem Schlafen solltest du dich von Bildschirmen fernhalten.
  • Ernährung: Wenn du dich einseitig ernährst, können deinem Körper wichtige Nährstoffe fehlen. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören verschiedene Makro- und Mikronährstoffe. Für Notfälle kannst du einen Schoko- oder Müsliriegel in der Tasche haben. Brainfood ist ebenfalls sinnvoll. Trinken solltest du 1,5 bis 2 Liter pro Tag.
  • Kaffee und Alkohol: Kaffee kann dich kurzfristig wach machen, zu viel Koffein kann jedoch zu Unruhe führen. Bei Kaffee und Alkohol gilt: Nur in Maßen trinken.
  • Bewegung: Bewegung und Sport sind ein guter Ausgleich zu einer sitzenden Tätigkeit. Bewegung ist gut für die grauen Zellen und kann deine Kreativität fördern. Weiterer Pluspunkt: Sport und Bewegung reduzieren dein Stresslevel, und du bekommst den Kopf frei.
  • Monotasking: Nimm dir nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig zur Brust. Besser: Volle Konzentration auf eine Sache und eine Aufgabe nach der anderen abarbeiten.
  • Reize ausschalten: Für mehr Konzentration brauchst du eine Umgebung ohne viele Störgeräusche. Fernseher, Radio und Baustellenlärm gleichzeitig? Besser, du sorgst für mehr Ruhe.
  • Entspannungsübungen: Dein Arbeitstag ist nervenaufreibend? Dann komme durch Yoga, Meditation, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen zur Ruhe.
  • Pausen machen: Du merkst, dass deine Konzentration nachlässt? Regelmäßige Pausen helfen dir, bei der Sache zu bleiben. Dein Gehirn kann sich regenerieren und dann geht es munter weiter.
  • Konzentrationsübungen: Eventuell helfen dir Konzentrationsübungen wie Sudoku, Kreuzworträtsel oder Memory.

Fazit

Konzentrationsstörungen können immer wieder einmal vorkommen, wenn wir beispielsweise sehr gestresst oder sehr besorgt sind oder versuchen, mehrere Aufgaben auf einmal zu erledigen. Eine kurzfristige Konzentrationsstörung lässt sich gut beheben, indem du bessere Rahmenbedingungen schaffst. Bei anhaltenden Konzentrationsproblemen solltest du deinen Arzt um Rat fragen. 

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