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Tanzen macht schlau

Darum solltest du öfter die Hüften schwingen

Foto: jeremy bishop / unsplash
Foto: jeremy bishop / unsplash

Tanzen macht fit, es macht Spaß, es ist gesellig und es kann uns glücklicher und intelligenter machen. Sich zur Musik zu bewegen, bestimmte Schrittfolgen einzuhalten und im Rhythmus zu bleiben, ist seit jeher Teil aller Kulturen. Allerdings ist das Bewegen zur Musik mehr als ein lustiger Zeitvertreib. Tanzen hat anderen Sportarten eine Menge voraus. Es kann uns sogar schlau machen. Forscher vermuten, dass der Tanz eine Art Nebenprodukt des aufrechten Gangs und sogar in unserem genetischen Code zu finden ist. Gute Tänzer ernten häufig Bewunderung für ihre elegante Art sich zu bewegen und für ihr Rhythmusgefühl. Tanzen lernen kann jeder. Du musst kein Naturtalent oder ein gelernter Profitänzer sein, um von den vielen Vorteilen dieser Sportart zu profitieren.

Tanzen - macht ganz nebenbei intelligent / Foto: jackson david / Pexels

Tanzen - macht ganz nebenbei intelligent / Foto: jackson david / Pexels

Warum sollte ich tanzen lernen?

Du bist ein richtiger Tanzmuffel, und im angesagtesten Club gehörst du zu den Menschen, die lässig an der Bar lehnen und maximal mit dem Fuß wippen? Auf die Tanzfläche bekommen dich keine zehn Pferde und auf so etwas wie einen Tanzkurs hast du keine Lust. Egal, wie alt du bist, tanzen lernen kann jeder. Selbst, wenn du dich bislang für einen Bewegungslegastheniker gehalten hast, kannst du es lernen, dich rhythmisch zur Musik zu bewegen. Und auch, wenn du dir am Anfang komisch vorkommen magst, stellt sich irgendwann etwas wie Spaß ein. Dabei geht es bei dieser Sportart nicht darum, die Schritte möglichst perfekt zu machen und dabei toll auszusehen. Tanzen hat im Vergleich zu anderen Sportarten den Vorteil, dass verschiedene Fähigkeiten abgefragt und trainiert werden:

  • Tanzen stärkt deine Beweglichkeit und körperliche Fitness.
  • Tanzen fördert deine kognitiven Fähigkeiten.
  • Mit Tanzen investierst du in zwischenmenschliche Fähigkeiten.
  • Durch den Tanz werden Glückshormone ausgeschüttet und dein Wohlbefinden verbessert.

Tanzen hat also kognitive, emotionale, soziale und körperliche Vorteile für dich.

Was macht den Tanz besonders?

Eigentlich kann angenommen werden, dass jede Sportart den gleichen positiven Effekt auf Körper und Geist hat. Allerdings ist es bei den meisten Sportarten wie beim Joggen, Golfen oder Schwimmen so, dass vor allem bereits bekannte Bewegungsabläufe abgerufen werden. Diese werden allenfalls verfeinert. Das Bewegen zur Musik fördert jedoch verschiedene kognitive Prozesse, und unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, wird verbessert. Beim Tanz muss man:

  • In Sekundenschnelle reagieren und auf die Bewegungen des Partners eingehen.
  • Im Rhythmus bleiben und dies mit den eigenen Bewegungen abstimmen.
  • Neue Bewegungen trainieren und in die eigene Choreografie einplanen.

Beim Tanz müssen Entscheidungen innerhalb von Sekundenbruchteilen getroffen werden, und das immer wieder. Tanzen zu lernen ist daher sinnvoll, wenn Körper und Geist fit und jung gehalten werden sollen.
 

Warum sollte ich tanzen lernen? / Foto: cottonbro / Pexels

Warum sollte ich tanzen lernen? / Foto: cottonbro / Pexels

Tanzen beeinflusst unsere kognitiven Fähigkeiten

Es gibt Studien, die bestätigen, dass es intelligent macht, tanzen zu lernen. Die Hirnforscher Steven Brown und Michael Martinez untersuchten, welche Hirnregionen während des Tanzens aktiv sind. Sie untersuchten dazu fünf weibliche und fünf männliche Probanden, die allesamt als Amateur-Tangotänzer aktiv waren. Die Probanden bekamen Platten, die an den Füßen befestigt wurden, und wurden damit im Kernspintomografen untersucht. Auf dieser Platte an den Füßen konnten die Probanden während der Untersuchung im Kernspintomografen einfache Tangoschritte ausführen. Untersucht wurde, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, wenn die Probanden Tangoschritte ausführen, und welche Gehirnregionen aktiv sind, wenn sie ihre Beine willkürlich bewegen. Wie zu erwarten, waren bei beiden Arten der Bewegung die motorischen Hirnregionen aktiv. Allerdings zeigte sich ein Unterschied: Beim Tangotanz war zusätzlich eine Gehirnregion aktiv, die der Raumwahrnehmung zugeordnet ist. Zudem stellten die Forscher fest, dass der Tanz viele Gemeinsamkeiten mit dem Musizieren hat. Beim Tanz geht es zudem nicht nur um Bewegung, sondern auch um Kommunikation.

Weitere Studien haben ergeben, dass das Bewegen zur Musik bei Schulkindern das räumliche Denkvermögen fördert. Tanzen kann beispielsweise zum besseren Verständnis von Geometrie beitragen. Dass der Tanz schlau macht, ist auch bei Ballettschülern zu beobachten. Profitänzer schnitten bei Aufmerksamkeitstests im Vergleich zu Tanzmuffeln im Durchschnitt besser ab.

Eine weitere Erkenntnis, die durch Studien gewonnen wurde, ist, dass die Bewegung zur Musik das Risiko an Demenz zu erkranken um 76 Prozent senken kann. Während andere Sportarten zwar der körperlichen Fitness guttaten, zeigte nur der Tanz eine solch große Auswirkung auf die geistige Leistungskraft mit zunehmendem Alter.
 

Fazit

Du hast dich bislang nicht in die Tanzschule getraut oder konntest deinen Partner nicht für einen Tanzkurs begeistern? Jetzt hast du einige Argumente mehr, um dich selbst oder andere vom regelmäßigen Tanzen zu überzeugen. Eine Stunde in der Woche kann schon enormen Einfluss auf deine kognitiven Fähigkeiten haben. Probiere es doch aus, denn selten macht es so großen Spaß, ganz nebenbei an seinen geistigen Fähigkeiten zu arbeiten und intelligenter zu werden.

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