Ratgeber > Arbeitswelt

Top Bullshitting Phrasen im Job

Mit inhaltslosem Gelaber zum Erfolg

Foto: virgimaldonado / Pexels
Foto: virgimaldonado / Pexels

Beim Bullshitting wird viel geredet, ohne etwas zu sagen. Inhaltsleere Phrasen stehen in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Zugegeben, wenn du dem Bullshit anderer ständig lauschen musst, kann das nerven. Bullshitten im Job kann jedoch erfolgreich machen. Beherrschst du diese Kunst, kannst du die Karriereleiter weit nach oben klettern.

Bullshitting im Job – was ist das?

Sagt jemand etwas, das nicht plausibel klingt, nennen wir es Bullshit. Wer Bullshitting betreibt, redet von etwas, von dem er keinen Plan hat. Die Aussagen sind inhaltsleer und es steckt nichts dahinter. Das bedeutet, dass die Aussagen nicht mit Studienergebnissen, Untersuchungen, gesicherten Erkenntnissen, Wissen oder Fakten untermauert werden können. Beim Bullshitten geht es nicht darum, wichtige oder interessante Informationen mit der Welt zu teilen. Es soll aber danach klingen. In Wirklichkeit teilt der Redner inhaltslose Phrasen mit anderen und bläst diese auf, um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen.

Allerdings darf das Bullshitten nicht mit Lügen gleichgesetzt werden. Beim Lügen werden absichtlich Unwahrheiten verbreitet, beim Bullshitting geht es nicht um Lügen, sondern um inhaltsleere Aussagen, die gut klingen. Häufig werden Politiker mit diesem Begriff in Verbindung gebracht. Zuweilen ist bei Politikern zu beobachten, dass diese minutenlang reden, ohne etwas auszusagen. Die Frage wird nicht beantwortet, selbst wenn lange geredet wird. Auch im Job dürfte dir Bullshitting schon begegnet sein.

Bullshitting im Job hat viele Vorteile / Foto: shvets production / Pexels

Bullshitting im Job hat viele Vorteile / Foto: shvets production / Pexels

Gibt es typische Situationen für das Bullshitten?

Hast du einen Kollegen oder den Chef dabei ertappt, wie er Bullshit von sich gibt? Je mehr du darauf achtest, desto häufiger wird dir Bullshitting im Job begegnen. Es gibt einige Situationen, in denen Bullshitten zu beobachten sind:

  • Vorträge eignen sich gut, um jede Menge Bullshit unter die Leute zu bringen. Der Redner spricht lang und breit über die Erfolge des Unternehmens, ohne Ahnung von entsprechenden Zahlen, Daten oder Fakten zu haben.
  • Beim Brainstormen wird schnell jede noch so absurde Idee als innovativ, kreativ, zukunftsweisend, lösungsorientiert und vielversprechend bezeichnet. Gut, es sind schließlich nur Ideen, entsprechende Erfahrungswerte stehen noch aus.
  • Jedes Meeting bietet eine großartige Bühne für irgendjemanden, der wieder etwas Bullshit zum Besten geben möchte. Große Projekte werden präsentiert wie leuchtende Sterne am Firmament und die Ziele und Fortschritte können nicht genug gelobt werden. Jeder will im Meeting im besten Licht dastehen und positiv auffallen. Die Redezeit wird gnadenlos genutzt, ob jemand wirklich etwas zu sagen hat oder nicht.

Du willst ein Beispiel für etwas Bullshit im Job? "Für das kommende Jahr haben wir uns eine progressive Wachstumsoptimierung auf der Gewinnebene auf die Fahne geschrieben. Dabei wollen wir in der Übergangsphase bedürfnisorientiert vorgehen und uns auf die Managementstruktur konzentrieren." Alles verstanden und du bist voll dabei?

Warum führt Bullshitting zum Erfolg?

Warum solltest du bullshitten? Was bringt es, andere mit inhaltslosen Phrasen zu bombardieren? Anscheinend eine Menge, denn Bullshitting kann tatsächlich erfolgreicher machen, beruflich und privat. Wer das Bullshitten beherrscht, kann beispielsweise einen besseren ersten Eindruck hinterlassen. Folgende Vorteile hat Bullshitting:

  • Bullshit zu verbreiten, lässt dich kompetent wirken. Solange niemand deinen Bullshit hinterfragt, wirkst du kompetent, wenn du im Brustton der Überzeugung Nonsense von dir gibst. Halte dich an die komplizierten Begriffe, keiner will sich die Blöße geben und fragen, was hinter diesem oder jenem Wort steckt.
  • Es gibt einen Bezug dazu. Bullshit, Buzzwords und Anglizismen kennen wir aus der Werbung. Sie kommen uns bekannt vor, und jeder, der etwas auf sich hält, setzt diese Begriffe auch in seinem beruflichen und privaten Alltag ein. Kennst du die Begriffe, die du in deiner Branche gerade kennen musst? Wenn ja, dann hau sie raus und sammele Punkte wie Super Mario zu seinen besten Zeiten.
  • Dein größter Vorteil beim Bullshitten: Dein Gegenüber hat genauso wenig Ahnung wie du und wird deinen Bullshit nicht infrage stellen. Wenn du mit den besten und kompliziertesten Begriffen um dich wirfst, werden andere zu dir aufsehen und dich für ziemlich smart halten.

 

Gibt es typische Situationen für das Bullshitten? Foto: canva studio / Pxels

Gibt es typische Situationen für das Bullshitten? Foto: canva studio / Pxels

Bullshitten im Job – wo liegen die Grenzen?

Bullshitting im Job wird nicht geschätzt, aber ohne scheint es auch nicht zu gehen. Häufig ist es sogar von Vorteil, wenn Bullshitting im Job betrieben wird. Allerdings solltest du es damit nicht übertreiben und Grenzen nicht überschreiten. Durch das Bullshitten kannst du dich in eine bessere Position bringen; wer es damit übertreibt, kann schnell in einer Sackgasse landen. Folgende Punkte können beim Bullshitten im Job zum Stolperstein werden:

  • Dein Gegenüber weiß es besser. Du hast beim Bullshitten alles gegeben, aber dein Kollege, dein Vorgesetzter oder dein Geschäftspartner weiß es besser. Tatsächlich. Dein Bullshit wird von deinem Gegenüber durch geballtes Wissen in alle Kleinteile zerlegt. Einer fachlich begründeten Entkräftung deines Bullshits hast du nichts entgegenzusetzen.
  • Dein Bullshit wird infrage gestellt. Du stellst etwas in den Raum und die anderen geben sich damit nicht zufrieden? Sie hinterfragen das Gesagte und wollen mehr Informationen dazu? Pech gehabt, die hast du nicht. Alles war nur heiße Luft ohne Inhalt.
  • Du übertreibst beim Bullshitten im Job. Wenn du nur mit Bullshit um dich wirfst und keinen Inhalt für deine Zuhörer hast, fliegst du irgendwann auf. Irgendwann wird es deinem Publikum zu bunt und sie wollen keine inhaltsleeren Phrasen mehr hören. Bullshitting muss wohldosiert eingesetzt werden.

Fazit

Mit dem Bullshitten im Job musst du es nicht übertreiben, aber ab und an kannst du mit gut klingenden Begriffen und Phrasen um dich werfen. Richtig und wohldosiert eingesetzt, lässt dich Bullshit kompetenter, souveräner und smarter wirken. Umgekehrt kannst du mit diesem Wissen andere, die Bullshitting betreiben, auf die Schliche kommen.

Beitrag teilen