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Traumberuf (noch) nicht in Sicht?

Unsere Tipps für Plan B

Foto: roland hechanova / unsplash
Foto: roland hechanova / unsplash

Als Kind ist die Sache mit dem Traumjob noch ganz einfach. Wir wissen genau, dass wir Feuerwehrmann, Polizist, Tierärztin oder Schauspielerin werden wollen. Und in unserer kindlichen Vorstellung wird das auch gelingen, wir brauchen ganz sicher keinen Plan B. Aber mit dem Heranwachsen wachsen wir auch aus dieser kindlichen Vorstellung heraus und plötzlich stellen wir fest, dass wir gar nicht so einfach an unseren Traumjob rankommen. Oder gar nicht wissen, was unser Traumjob sein soll. In beiden Fällen ist es gut einen Plan B zu haben.

Warum sollte ich überhaupt einen Plan B haben?

Bei einem Plan B geht es darum, eine Alternative zu haben, falls der eigentliche Plan nicht funktionieren sollte. Es kann viele Vorteile haben, wenn ihr wisst, dass ihr einen Plan B in der Hinterhand habt. Geht ihr beispielsweise zu einem Vorstellungsgespräch und wisst, dass ihr eure Bewerbung an noch mehr Unternehmen gesendet habt, dann ist der Druck nicht so groß. Wenn es mit der Bewerbung bei diesem Unternehmen nicht klappen sollte, dann überzeugt ihr möglicherweise beim nächsten Vorstellungsgespräch. Eine Alternative zu haben, beruhigt. Ihr wisst, dass ihr gut vorbereitet seid und habt so ein sichereres Gefühl. Macht ihr euch bei jedem Plan, den ihr verfolgt, Gedanken über etwaige Alternativen, so hilft euch das, euren Horizont zu erweitern und kreative Ideen und Möglichkeiten zu entwickeln. Es kann sogar sein, dass sich eure Alternative als beste Möglichkeit überhaupt entpuppt. So wird aus einem Plan B in manchen Fällen sogar ein Plan A. Heute ist es so, dass viele Menschen gar nicht über einen alternativen Plan nachdenken. Bereits bei Plan A beziehungsweise dem einmal eingeschlagenen Weg ergeben sich oftmals so viele Aufgaben, dass an einen Alternativplan gar nicht zu denken ist. Ihr könnt euch Türen offenhalten, indem ihr wie folgt vorgeht:

  • Bleibt am Ball. Wenn ihr verschiedene Ideen für eure Zukunft und insbesondere eure berufliche Zukunft habt, dann lasst nichts schleifen. Ihr solltet bei euren verschiedenen Plänen am Ball bleiben. Gibt es Fristen oder Abgabetermine für eure Bewerbung, dann haltet diese ein. Ihr solltet gut strukturiert und organisiert sein. So könnt ihr auch im Falle einer Krise flexibel bleiben und euch tatsächlich eurem Alternativplan widmen.
  • Seid kreativ. Ein Alternativplan muss keine große Ähnlichkeit zu eurem Plan A haben. Wenn es mit dem Medizinstudium nichts wird, dann studiert ihr eben Zahnmedizin? So dicht müssen eure Pläne nicht beieinanderliegen. Sucht nach kreativen Lösungen. Was könnte euch noch Spaß machen? Was könnte euch noch Erfüllung bringen? Vielleicht benötigt ihr euren Alternativplan gar nicht und erhaltet nach einem Vorstellungsgespräch direkt euren Traumjob beziehungsweise schafft es in den ersehnten Studiengang. Kreative Lösungen können dennoch eine Inspiration sein.
  • Neues und Veränderungen gehören zum Leben dazu. Ihr tut gut daran, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Nicht immer geht es mit der Karriere steil bergauf. Manchmal müsst ihr Umwege nehmen. Nicht immer geht alles glatt. Manchmal müsst ihr Ecken und Kanten ausbügeln. In vielen Unternehmen werden Pläne geschmiedet, ohne die damit einhergehenden Risiken zu überdenken. Nur selten kommen Führungskräfte auf die Idee, ihr Team dazu zu ermutigen, nach möglichen Fehlerquellen und Risiken Ausschau zu halten. Hat man sich im Vorfeld bereits mit den Gefahren beschäftigt, so gibt es bereits eine Idee, wie mit der jeweiligen Situation umgegangen werden soll. Wer dann noch ständig trainiert, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben, kann gut auf Veränderungen und Neues reagieren.
     
    Hat ein Plan B auch Nachteile? Foto: joshua rawson harris / unsplash

    Hat ein Plan B auch Nachteile? Foto: joshua rawson harris / unsplash

Studium abgeschlossen – Traumjob nicht in Sicht

Ihr habt euer Studium abgeschlossen, aber ihr findet euren Traumjob nicht? Ihr bekommt kein Vorstellungsgespräch bei eurem Wunscharbeitgeber oder ihr hattet zwar ein Bewerbungsgespräch, habt aber keine Zusage erhalten? Manchmal rückt der Traumjob trotz Traumstudium in weite Ferne. Da habt ihr euren Studienabschluss endlich in der Tasche und bekommt trotzdem kein Vorstellungsgespräch für euren Traumjob. Am besten macht ihr euch noch vor Ende des Studium Gedanken darüber, wie euer Plan B aussehen könnte. Umwege sind nicht unbedingt etwas Schlechtes und Menschen müssen bei ihrer Karriere Umwege nehmen. In manchen Fällen stellt sich ein solcher Umweg im Nachhinein als goldrichtig heraus. Habt ihr einen Plan B, falls es mit der Bewerbung für euren Traumjob nicht klappen sollte? Wir haben ein paar Tipps für euch, wie euer Alternativplan nach dem Studium aussehen könnte:

  • Schickt eure Bewerbung auch an Unternehmen, die nicht zu 100 Prozent euren Wunschvorstellungen entsprechen. Auch hier kann sich nach einem Vorstellungsgespräch die Chance auf einen attraktiven Job ergeben.
  • Auch ein befristeter Arbeitsvertrag kann eine Chance sein, wenn ihr nach dem Studium in der Arbeitswelt Fuß fassen möchtet. Während eines befristeten Vertrags könnt ihr Erfahrungen sammeln und euch dennoch weiter bewerben.
  • Eure Bewerbung bei eurem Wunschunternehmen hat nicht zu einem Vorstellungsgespräch geführt? Ihr könnt eure Dienste auch als Freelancer anbieten, an Projekten mitwirken und so die Zeit bis zum Traumjob überbrücken.
  • Ihr könnt nicht direkt in den Job einsteigen? Vielleicht wäre ein Trainee-Programm dann eine Alternative für euch. Die Bezahlung ist hier nicht so hoch, aber ihr könnt Erfahrungen sammeln und euch im Unternehmen beweisen.
  • Für Absolventen können auch Praktika eine gute Möglichkeit sein, um nach dem Studium Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Vorteile von Praktika können sein, dass ihr euer Netzwerk erweitert und eure beruflichen Fähigkeiten und Ziele noch stärker definiert.
  • Bedenkt bei der Wahl eures Berufs auch, dass euch die latente Prägung beeinflussen könnte. Sie spielt sowohl bei der Berufswahl als auch bei der Suche nach einem Job eine Rolle. Möglicherweise werdet ihr dadurch eingeschränkt.

Auch wenn es mit der Bewerbung bei eurem Traumunternehmen nicht beziehungsweise noch nicht geklappt hat, solltet ihr den Kopf nicht in den Sand stecken. Bleibt aktiv, schickt eure Bewerbung an andere Unternehmen und bleibt bei jedem Vorstellungsgespräch professionell.

Studium abgeschlossen – Traumjob nicht in Sicht / Foto: brendan church / unsplash

2_-_plan_b_-_brendan-church-pkef6tt3c08-unsplash1.jpg, by Studium abgeschlossen – Traumjob nicht in Sicht / Foto: brendan church / unsplash

Hat ein Plan B auch Nachteile?

Sagen wir es so, ein Plan B kann eurem Feuer für Plan A etwas Sauerstoff klauen. Laut Studien ist es nicht völlig unproblematisch, einen Plan B in der Tasche zu haben. So soll allein die Tatsache, dass wir einen Alternativplan haben, dazu führen, dass wir weniger Energie in das Gelingen von Plan A stecken. Mal angenommen, wir schicken unsere Bewerbung an unser absolutes Traumunternehmen und werden auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Haben wir unsere Bewerbung dann noch an zahlreiche andere vergleichbar attraktive Unternehmen geschickt, werden wir uns wohl weniger Mühe geben, bereits beim ersten Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Eine Alternative zu haben, kann dazu führen, dass unsere Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit sinkt. Soll heißen, es ist zwar beruhigend mit einem Alternativplan an seine Bewerbung beim Traumunternehmen zu gehen, aber die Alternative kann euch eben auch den Wind aus den Segeln nehmen. Was ihr dagegen machen könnt? Schmiedet Alternativpläne, aber steckt diese in eine Schublade, bis ihr sie wirklich braucht. Bis dahin arbeitet ihr mit voller Kraft an Plan A.

Fazit

Wenn es mit dem Traumberuf nicht klappt, habt ihr dann vielleicht auch einfach keinen Traumberuf? Möglicherweise möchtet ihr euer Leben so verbringen, indem ihr viel reist, mit euren Freunden unterwegs seid und nicht zu viel um die Ohren habt. Es mag keinen Job geben, der das alles bietet, aber ihr könnt eure Freizeit entsprechend gestalten. Euer Plan B wäre dann nicht den zweitbesten Job zu nehmen, sondern einen Job zu suchen, der euch viel Freizeit lässt. Wenn dann der Verdienst noch passt, könnt ihr eure Träume vom Reisen in eurer Freizeit verwirklichen. Der Job muss nicht immer der Traumberuf sein. Er kann auch einfach Mittel zum Zweck sein. Und manchmal entpuppt sich so ein Plan B im Nachhinein als der Traumjob schlechthin.

Mehr Infos findet ihr hier:

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