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Visitenkarten?

Der stilsichere Auftritt aus der Jackentasche

Foto: ruthson zimmerman / unsplash
Foto: ruthson zimmerman / unsplash

Papier wird durch die Digitalisierung immer mehr ins hinterste Eckchen verdrängt. In manchen Büros wurde alles auf die Digitalisierung umgestellt und es gibt kaum mehr Dokumente aus Papier. Doch ein Stück Papier ist auch in Zeiten von LinkedIn, Xing, Facebook und Instagram nicht verschwunden: Die Visitenkarte. Visitenkarten konnten bislang nicht vollständig durch digitale Lösungen ersetzt werden und das hat auch einen guten Grund. Sie erfüllen andere Bedürfnisse als die digitale Vernetzung und sie haben zahlreiche Vorteile, weshalb sie nach wie vor im Umlauf sind.

Welche Gründe sprechen für Visitenkarten?

Ihr fragt euch, warum die Visitenkarte nach wie vor als Mittel der Wahl gilt, wenn man sich mit potenziellen Geschäftspartnern, Kunden oder anderen Menschen vernetzen möchte? Folgende Gründe sprechen auch in Zeiten der Digitalisierung für die Visitenkarte:

  • Visitenkarten gelten nach wie vor als Statussymbol. Ihr informiert euer Gegenüber über eure berufliche Position, euren Status im Unternehmen und eure Zugehörigkeit zu einem Unternehmen.
  • Visitenkarten sind oftmals Teil eines Rituals. Bei vielen geschäftlichen Treffen gehört die Übergabe der Visitenkarte zum guten Ton. Auch wie die Karte übergeben und empfangen wird, ist Teil des Rituals.
  • Visitenkarten sorgen dafür, dass ihr in Erinnerung bleibt. Die kleinen Karten fungieren als Gedächtnisstütze. Ihr habt bei einem Event einige interessante Personen getroffen, erinnert euch aber nicht mehr an einzelne Namen oder Firmen? Kein Problem, wenn ihr die Visitenkarten entgegengenommen habt, könnt ihr euch später wieder daran erinnern. Eurem Gegenüber geht es genauso.
  • Visitenkarten sind Ausdruck eurer Persönlichkeit. Oftmals haben wir wenige Möglichkeiten, unserer Persönlichkeit im Geschäftsleben so richtig Ausdruck zu verleihen. Eure Visitenkarte könnt ihr gestalten, wie ihr möchtet und ihr eine persönliche Note verleihen.
  • Die Karten können passend zum Corporate Design eures Unternehmens gestaltet werden. Das heißt, ihr sorgt für einen einheitlichen Auftritt und unterstreicht damit eure Seriosität und Glaubwürdigkeit.
  • Visitenkarten sind unkompliziert und können schnell ausgetauscht werden. Die kleinen Kärtchen sind schnell übergeben und ihr müsst nicht lange eure Daten austauschen. Auf manchen Events herrscht reger Betrieb. Einige Personen sind als Gesprächspartner besonders begehrt. Ein Visitenkärtchen ist auch in hektischen Situationen schnell übergeben.
  • Visitenkarten hinterlassen einen haptischen Eindruck. Digitale Daten sind informativ, aber sie haben einen entscheidenden Nachteil: Sie können nicht angefasst werden. Fühlt sich eure Visitenkarte gut an, hinterlässt das einen gewissen Eindruck bei eurem Gegenüber.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr auf Visitenkarten noch zusätzlich etwas schreiben könnt. Ihr könnt eurem Gegenüber weitere Kontaktdaten mitgeben oder euer Gespräch stichpunktartig festhalten.
  • Visitenkarten lassen sich vielseitig einsetzen. Ihr könnt diese auch auf Messen verteilen oder an strategisch geschickten Punkten zur Mitnahme bereitlegen. So signalisiert ihr, dass eine Kontaktaufnahme bei Interesse jederzeit gewünscht ist.
  • Wenn ihr eure Visitenkarten zudem mit einem QR-Code ausstattet, können eure Daten innerhalb kürzester Zeit gescannt und bequem auf das Smartphone übertragen werden.

Visitenkarten sind vergleichsweise günstig. Die Investition in eigene Karten ist nicht hoch, lohnt sich aber.

 

Visitenkarten? Der stilsichere Auftritt aus der Jackentasche / Foto: my life journal /unsplash

Visitenkarten? Der stilsichere Auftritt aus der Jackentasche / Foto: my life journal /unsplash

Welche Informationen dürfen auf Visitenkarten nicht fehlen?

Möchtet ihr Visitenkarten für euch gestalten, so gibt es einiges, was ihr beachten solltet. Zunächst einmal ist das Format wichtig. Ihr könnt euch für das Quer- oder Hochformat entscheiden. Auch quadratisch oder faltbar dürfen eure Visitenkarten sein. Allerdings solltet ihr bei der Gestaltung eurer Karten nicht zu sehr vom Standardmaß abweichen. Karten im Standardmaß passen besser in die Jackentasche oder in den Geldbeutel. Das Scheckkartenformat gilt daher als ideal. Ihr solltet euch auch beim Inhalt eurer Visitenkarten an gewisse Standards halten. Folgende Informationen sollten auf euren Visitenkarten zu finden sein:

  • Vor- und Nachname
  • Beruf und Position im Unternehmen
  • Logo und Firmenname des Unternehmens
  • Telefonnummer und Mobilfunknummer
  • Faxnummer, falls du eine hast
  • Adresse
  • E-Mail-Adresse
  • Adresse eures Blogs, eurer Webseite oder Links zu euren Online-Profilen, falls vorhanden

Ihr müsst euch nicht für alle diese Angaben entscheiden. Ihr könnt auch eine Auswahl treffen und beispielsweise nur euren Vor- und Nachnamen, Logo und Firmennamen sowie eure Mobilfunknummer, eure E-Mail-Adresse und eure berufliche Position auf die Karten drucken lassen. Achtet auf jeden Fall darauf, dass eure Visitenkarte immer aktuell ist. Eure Mobilfunknummer hat sich geändert oder ihr seid mit eurem Unternehmen ungezogen? Dann müsst ihr neue Visitenkarten drucken lassen. Bei der Gestaltung von Farbe, Schriftart und Material habt ihr zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Achtet darauf, dass eure Visitenkarten hinsichtlich Design und Inhalt zu eurer Persönlichkeit und eurer Branche passen. Arbeitet ihr in einem Bereich, in dem es auf Seriosität ankommt, haltet das Design eher dezent. Seid ihr im kreativen Bereich tätig, dürfen eure Karten auch etwas ausgefallener sein.

 

Welche Gründe sprechen für Visitenkarten? Foto: the lazy artist gallery / Pexels

Welche Gründe sprechen für Visitenkarten? Foto: the lazy artist gallery / Pexels

Wie werden Visitenkarten richtig überreicht?

Wenn ihr eure Visitenkarten überreichen möchtet, gibt es bestimmte Regeln, an die ihr euch halten solltet. Wichtig zu wissen: Auch beim Austausch von Visitenkarten gilt, andere Länder andere Sitten. Möchtet ihr eure Karten mit Menschen aus anderen Ländern tauschen oder seid ihr gerade im Ausland unterwegs, informiert euch unbedingt über die Gepflogenheiten vor Ort.

Eure Visitenkarten solltet ihr niemals einfach so übergeben, die Übergabe sollte immer etwas Besonderes sein. Wichtig ist, dass ihr eure Visitenkarten nicht in der Gesäßtasche aufbewahrt. Das kann für dein Gegenüber unangenehm sein. Besser ihr nutzt die Tasche deiner Anzug- oder Kostümjacke oder habt die Visitenkarten in einer separaten Tasche dabei. Sprecht ihr mit mehreren Personen, solltet ihr eure Visitenkarte immer zuerst der ranghöchsten Person überreichen. Dabei steckt ihr eure Karte der Person nicht einfach zu, sondern gebt gerade ein Stück eurer Persönlichkeit resp. eures Unternehmens weiter. Ihr überreicht also etwas Wertvolles.

Wenn euch eine Karte überreicht wird, solltet ihr diese ebenfalls gebührend in Empfang nehmen. Sie einfach achtlos wegzustecken, ist nicht akzeptabel. Ihr könnt euch für die Karte bedanken, sie begutachten und anschließend gut verwahren. So fühlt sich euer Gegenüber wertgeschätzt. Befindet ihr euch gerade in einem Meeting, könnt ihr die Karte auch auf dem Tisch liegen lassen bis das Treffen beendet ist.

Fazit

Bei der Frage, ob ihr eine Visitenkarte braucht, geht es nicht um ein Entweder-Oder. Vielmehr geht es darum, die Vorteile unterschiedlicher Mittel zur Kontaktaufnahme und Vernetzung zu nutzen. Habt ihr Visitenkarten bei euch, schließt das nicht aus, dass ihr zusätzlich einen Blog mit Impressum betreibt oder eure Facebook-Seite aktualisiert und über diese mit interessanten Menschen in Kontakt bleibt. Mit Visitenkarten habt ihr jedoch eine einfache, schnelle Möglichkeit, um einerseits euer Interesse zu signalisieren und andererseits euren Bekanntheitsgrad zu steigern.

 

Weiterführende Hinweise:

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