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Warum gibt es eigentlich Schaltjahre?

Wie der 29. Februar in den Kalender kommt

Foto: valentin antonucci / Pexels

Alle paar Jahre gibt es einen Schalttag. Dieses Jahr gibt es keinen. Ist unser Jahr kürzer als sonst? Haben wir weniger Lebenszeit? Und warum gibt's den Schalttag? Wir klären auf und verraten dir, was wir von den Schalttagen lernen können.

Schalttag: Warum der 29. Februar manchmal da ist und manchmal nicht

Bestimmt weißt du, dass das Jahr 365 Tage hat. Das ist richtig – fast. Denn eigentlich braucht die Erde 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden, um die Sonne zu umkreisen. Und diese paar Stunden haben ursprünglich den Kalender durcheinandergebracht. 

Zunächst galt der altrömische Kalender. Doch dieser Kalender zählte nur 365 Tage, es fehlten etwa sechs Stunden Zeit. Gaius Julius Caesar begründete deshalb den Julianischen Kalender im Jahr 45 v. Chr. und beschloss, dass es alle vier Jahre einen Schalttag geben sollte. Das Problem: Die knapp 12 Minuten, die er ausgelassen hatte, bewirkten, dass das Jahr minimal zu schnell verlief. 

Über die Jahre hinweg – bis ins 16. Jahrhundert – verschob sich der Kalender daher um 10 Tage. Deshalb gab es im Jahr 1582 eine neue Änderung durch Papst Gregor XIII. Er strich zehn Tage im Oktober, sodass der Kalender wieder stimmte. Beispiel: Der 1. Oktober blieb, dann fielen 10 Tage weg, folgte der 12. Oktober.  

Da dieser Einschnitt drastisch war, führte Papst Gregor XIII. eine weitere Regel ein, damit eine solche Streichung von Tagen nicht wieder vorkäme: 400 Jahre lang sollten drei Schalttage ausfallen. So waren 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre. 

Und weil es noch nicht genug Regelungen gibt, gibt es eine Sonderregelung: Alle Jahre, die durch 100, aber nicht durch 400 teilbar sind, sollten von der Regel ausgenommen sein. Kannst du dich erinnern, dass das Jahr 2000 ein Schaltjahr war? Das lag an dieser Ausnahmeregel.

Schalttag – cool oder nicht? Was wir davon lernen können / Foto: behnam norouzi / unsplash

Schalttag – cool oder nicht? Was wir davon lernen können / Foto: behnam norouzi / unsplash

Was können wir vom Schalttag und Nicht-Schalttag lernen?

Dieses Jahr haben wir keinen Schalttag, der Februar hat 28 Tage. Haben wir weniger Lebenszeit? Sind wir gestresster als in Schaltjahren? Oder profitieren wir davon, weil wir einen Tag weniger arbeiten müssen und schneller unser Geld bekommen? 

Ob du den Schalttag gut findest oder nicht, hängt von deiner persönlichen Lebens- und Arbeitssituation ab. Sicher, ein kurzer Monat beschert dir schneller dein Gehalt und du musst einen Tag weniger arbeiten. Aber er raubt dir einen wertvollen Tag, in dem du an deinen Zielen arbeiten könntest. 

Blicken wir weg von monetären Gütern wie Geld und Reichtum und hin zu persönlichen und Lebenszielen. Jeder Tag ist ein Geschenk und bietet dir die Chance, dein Leben zu verändern. Du hast Träume? Kämpfe dafür. Du hast Ziele? Arbeite dafür. Du willst etwas wieder gutmachen? Tu es. Egal, was dir vorschwebt, welche Träume und Ziele du hast oder welche Versäumnisse du aufholen willst, jeder Tag bietet dir 24 Stunden Zeit dafür. Ein Schalttag bietet dir einen zusätzlichen Tag.

Zeit ist Lebenszeit. Unsere Zeit ist begrenzt und wir alle verbringen wenig Zeit auf dieser Erde. Ein Tag mag dir lang erscheinen, ein Meeting endlos, doch du weißt bestimmt auch, dass kleine Glücksmomente viel zu kurz sind. Und deshalb gilt: Jeder Tag ist ein guter Tag. Und jeder Schalttag ist ein geschenkter Tag, den du dafür hernehmen kannst, für all das zu arbeiten, was du dir persönlich, karrieretechnisch oder vom Leben erhoffst und erträumst.

Jahre ohne Schalttag – wie 2022 – zeigen dir, dass das Leben nicht immer gleich ist, dass es manchmal besondere Regeln geben muss, an die wir uns halten müssen, damit das Leben nicht aus den Fugen gerät. Und dass wir die Zeit, die wir haben, genießen sollten und selbst aus der kurzen Zeit das Beste herausholen sollten. 

Denn 28 Tage im Februar bedeuten, nur 28 Tage für wichtige Projekte und Ziele. Es bedeutet, dass du dich beeilen musst, dass dir ein Tag mehr weniger Stress bescheren würde. Aber: Planung ist der Schlüssel zum Erfolg und Stress nicht immer die Lösung.

Schalttag: Warum der 29. Februar manchmal da ist und manchmal nicht / Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Schalttag: Warum der 29. Februar manchmal da ist und manchmal nicht / Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Fazit

Cool, dass es früher Menschen gab, die sich rechnerisch eine Lösung dafür überlegt haben, dass unser Kalender heute noch funktioniert, oder? Dass wir ab und zu mal einen Tag mehr im Februar haben, ist dafür vertretbar. Und: Wir können davon etwas lernen. Dass es nicht um DEN EINEN Tag geht, sondern vielmehr um jeden anderen. Dass wir jeden Tag nutzen sollten, als wäre es ein besonderer Tag. Und dass jeder Tag mit 24 Stunden die Chance bietet, alles zu verändern. Wie nutzt du die 28 Tage im Februar? Hättest du dieses Jahr lieber einen Tag mehr?

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