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Warum uns das Schubladendenken im Griff hat

So vermeidest du Klischees & Vorurteile

Foto: angela roma / unsplash
Foto: angela roma / unsplash

Stereotypen sind in der Gesellschaft weit verbreitet. Menschen verwenden sie, um andere zu beschreiben, ohne darüber nachzudenken, was sie bedeuten. Stereotypisierung ist eine einfache Möglichkeit, Menschen in Gruppen einzuteilen, was aber oft negativ ist. Wir zeigen dir, welche Stereotypen es gegenüber verschiedenen Persönlichkeitstypen gibt und dass diese nicht stimmen müssen. 

Was sind Stereotypen?

Mit Stereotypen werden Personengruppen anhand bestimmter Merkmale beschrieben. Stereotype sind starre Muster bzw. automatische Vorstellungen, die Menschen verwenden, um andere zu kategorisieren. Diese Muster basieren auf körperlichen Merkmalen wie Rasse, Geschlecht, Alter, Religion usw. Menschen neigen dazu, mit diesen Kategorien über andere Menschen zu urteilen.

Zum Beispiel gehen wir davon aus, dass Männer aggressiver sind als Frauen. Wir verwenden Stereotype, um Menschen anhand gemeinsamer Merkmale in Gruppen einzuteilen. Dies hilft uns, mit der Komplexität der realen Welt umzugehen sowie Entscheidungen schnell und effizient zu treffen.

Diese Annahmen müssen jedoch nicht wahr sein. Stereotype sind vielmehr vereinfachte Denkweisen über Menschen, die auf begrenzten Informationen basieren.

Persönlichkeitsstereotypen, die du vergessen solltest / Foto: nicholas green tlcp zorhsw / unsplash

Persönlichkeitsstereotypen, die du vergessen solltest / Foto: nicholas green tlcp zorhsw / unsplash

Stereotype und Vorurteile Unterschiede

Stereotypen sind negative Bilder von Personengruppen und werden als „unfaire Annahmen über eine Gruppe von Menschen, die auf negativen Verallgemeinerungen beruhen“ beschrieben. Diese unfairen Annahmen beruhen oft auf voreingenommenen Gefühlen. 

Ein Vorurteil ist die negative Einstellung gegenüber einer Person aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung usw. Ein Vorurteil ist die irrationale emotionale Reaktion auf Menschen, die nicht in ihre persönliche Vorstellung davon passen, wie die Dinge sein sollten.

Vorurteile werden oft mit Stereotypen in Verbindung gebracht. Stereotypen sind Verallgemeinerungen über eine Gruppe von Menschen, die wahr oder falsch sein können. Vorurteile sind in der Regel das Ergebnis eines Stereotyps.

Vorurteile können zu Diskriminierung führen. Diskriminierung ist die unterschiedliche Behandlung von Menschen aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder einer Behinderung.

Warum verlassen wir uns auf Stereotypen?

Gordon Allport beschrieb Stereotypisierung als das "Gesetz der geringsten Anstrengung". Stereotype werden oft von Menschen verwendet, die schnelle Entscheidungen treffen möchten, ohne sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Menschen verwenden Stereotypen, weil sie leicht zu merken und zu verstehen sind.

Warum uns das Schubladendenken im Griff hat / Foto: keira burton / unsplash

Warum uns das Schubladendenken im Griff hat / Foto: keira burton / unsplash

Vorsicht vor Persönlichkeitsstereotypen

Und, ertappst du dich bei folgenden Stereotypen selbst, wie du in Gedanken zustimmend nickst?

  • Empathische Menschen sind sehr emotional, rücksichtsvoll und freundlich.
  • Sachliche Menschen sind wenig emotional, dafür rücksichtslos und knallhart – perfekte Chefs?
  • Strukturierte Menschen lieben Ordnung und sind wenig kreativ.
  • Flexible Menschen haben keine Struktur und können keine Ordnung halten. 
  • Introvertierte Menschen sind still und schüchtern und haben Angst, vor anderen Leuten zu reden. 
  • Extrovertierte Menschen sind laut und selbstbewusst und haben nie vor etwas Angst. 

Warum ist das so? Ganz einfach: Wir können uns nicht vorstellen, wie es ist, jemand anderes zu sein. Deshalb verallgemeinern wir. Introvertierte? Die sagen nichts, sind bestimmt schüchtern. Strukturierte? Die können nicht loslassen, sind bestimmt null kreativ.

Was wir nicht sehen: Ist jemand introvertiert, muss es nicht heißen, dass er schüchtern ist. Er ist nur nicht gerne laut. Dennoch kann er selbstbewusst sein und vor anderen Menschen sprechen. Er tut es vielleicht nur nicht gerne. Anders gesagt, kann jemand, der extrovertiert und selbstbewusst, laut und im Vordergrund ist, Selbstzweifel haben und sich an einem Tag wenig stark fühlen. Wir sind alle Menschen und haben alle mal gute und schlechte Tage, mal sind wir lauter und selbstbewusster, mal leiser und stiller, mal organisierter, mal chaotischer. 

Genauso unterscheiden wir uns im Berufs- und Privatleben. Wer im Job super fokussiert und bei der Sache ist, als extrovertiert, sachlich und strukturiert rüberkommt, kann im Privaten chaotisch sein, sich lieber zurückhalten statt viel quatschen und zweifelt mal an sich.

Fazit

Stereotypen sagen nichts über einen Menschen aus. Du hast jemanden in eine Schublade gesteckt bzw. in einen Stereotyp verpackt? Dann hole ihn oder sie schnell wieder heraus. Lerne jemanden erst mal kennen, bevor du über ihn urteilst. Jemand scheint still zu sein? Ok, er muss aber nicht schüchtern sein. Jemand scheint super chaotisch zu sein? Er kann trotzdem in einem Projekt super hilfreich sein und ihr rockt die Abgabefrist gemeinsam! Das Leben ist kompliziert genug, mach es anderen Leuten nicht schwerer, indem du sie vorverurteilst. Denn andersherum willst du das auch. 

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