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Was ist eigentlich Corporate Compliance?

Wie Unternehmen ihren guten Ruf wahren

Bild Foto: tima miroshnichenko / Pexels
Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Unabhängig von der Branche sollte die Einhaltung von Vorschriften in einem Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsabläufe sein. Und Verstöße gegen solche können zu Geldstrafen, Bußgeldern, Gerichtsverfahren und Rufschädigung führen. Umso wichtiger ist deshalb die Corporate Compliance. Hier erfährst du, was das ist, was es für Unternehmen bedeutet und warum es so wichtig ist.

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Was ist eigentlich Corporate Compliance? Foto: alexander suhorucov / Pexels

Was bedeutet Corporate Compliance?

Bei der Corporate Compliance geht es darum, eine Arbeitskultur zu fördern, die Integrität und ethisches Verhalten schätzt. "Compliance" kann übersetzt werden mit "die Einhaltung von Befehlen, Regeln oder Normen". Für Unternehmen bedeutet das, dass sie und ihre Mitarbeiter alle Gesetze, Vorschriften, Normen und ethische Praktiken einhalten müssen, die für das Unternehmen und die Branchen gelten. Die Corporate Compliance umfasst sowohl interne Richtlinien als auch Bundes- und Landesgesetze. Die Compliance durchzusetzen, hilft Unternehmen, Regelverstöße zu vermeiden. Außerdem decken sie damit auf, was das Unternehmen vor Geldbußen und Klagen schützt. Viele Unternehmen stützen sich auf ein internes Corporate Compliance Programm, also einen fortlaufenden Richtlinienkatalog, damit sie sich jederzeit an alle Richtlinien halten und diese im Lauf der Zeit einheitlich und genau regeln können. 

 

Was ist der Zweck eines Corporate Compliance-Programms für Unternehmen?

Der Zweck einer Corporate Compliance ist, das Unternehmen zu schützen. Damit vermeiden Unternehmen beispielsweise Verschwendung, Betrug, Missbrauch und Diskriminierung, die den Betrieb stören oder das Unternehmen gefährden. Damit ein Corporate Compliance Programm funktionieren kann, muss es im gesamten Unternehmen integriert werden – von der Verwaltung externer Vorschriften über interne Richtlinien bis hin zu umfassenden Mitarbeiterschulungen. Um das Risiko größerer Versäumnisse und Verstöße zu verringern, müssen alle Abteilungen und Mitarbeiter:innen zusammenarbeiten, um die Standards einzuhalten. 

Auch wichtig ist, dass Unternehmen die Richtlinien erstellen, aktualisieren, verteilen und nachverfolgen und hierfür ein sinnvolles System entwickeln. Schließlich können Mitarbeiter:innen für keine Regeln oder Vorschriften verantwortlich gemacht werden, von denen sie nichts wissen. Weiß jede:r Mitarbeiter:in Bescheid, können sich alle auf die Unternehmensziele konzentrieren und gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Sind Mitarbeiter:innen über solche Regeln informiert, ist es außerdem wahrscheinlicher, dass sie illegale oder unethische Aktivitäten erkennen und melden, bevor diese zu negativen Auswirkungen führen.

Corporate Compliance ist eine Win-win-Situation für beide Seiten: Während das Unternehmen seine Ziele erreichen und schneller wachsen kann, können Mitarbeiter:innen ihre Arbeit gut machen, ihre Karriereziele erreichen und die Kunden zufriedenstellen. Und sollte es einmal zu einem Gerichtsstreit kommen, helfen die Corporate Compliance Richtlinien dem Unternehmen vor Gericht.

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Was bedeutet Corporate Compliance? Foto: sevenstorm juhaszimrus / Pexels

Wie etabliert ein Unternehmen Corporate Compliance erfolgreich?

Zunächst müssen Unternehmen strategisch an die Sache herangehen und das Programm sorgfältig planen. Dafür ist es nötig, die Führungskräfte ins Boot zu holen, weil das Corporate Compliance Programm nicht von selbst läuft. Eine Person sollte für die tägliche Verwaltung die Verantwortung übernehmen. Je nach Unternehmensgröße können das eine oder mehrere Personen sein. Wichtig ist, dass dieser Zugang zur Geschäftsleitung sowie die Befugnis haben, Regeln durchzusetzen. Denn im Falle von Problemen müssen die Beauftragten schnell handeln können.

Wichtig ist auch, dass die Umsetzung der Leitlinien an der Spitze erfolgt – die Führungskräfte fungieren als Vorbilder und müssen sich ausnahmslos an die Richtlinien halten, wenn das Unternehmen will, dass auch die Mitarbeiter:innen ethisch handeln. Sie müssen zu ethischem Verhalten ermutigt werden sowie dazu, sich einzubringen. Es ist wichtig, zu betonen, dass keine Strafe folgt, wenn sie unethisches Handeln oder einen Verstoß gegen die Richtlinien melden. 

Daneben ist es wichtig, zu erkennen, welche Bereiche die größten Risiken für das Unternehmen darstellen. Wurden diese identifiziert, kann das Unternehmen seine Ressourcen auf deren Bewältigung konzentrieren. Dabei kann es zum Beispiel um folgende Bereiche gehen: 

  • Korruption im Unternehmen
  • Bestechung
  • Steuerangelegenheiten
  • Interessenkonflikte
  • Aufbewahrung von Unterlagen

Anhand dieser wichtigen Bereiche sind die Richtlinien für die Corporate Compliance zu erstellen. Dann müssen Unternehmen Verfahren einführen, die den Mitarbeitern helfen, die Richtlinien zu befolgen. Besonders wichtig ist es, die Mitarbeiter:innen entsprechend zu schulen. Denn alle Compliance Richtlinien sind nutzlos, wenn diese nicht befolgt werden (oder kennen). Führungskräfte, Mitarbeiter:innen und Drittanbieter müssen die Compliance Richtlinien lesen und unterschreiben.

Fazit

Unternehmen müssen immer auf der Hut sein, damit sie keine Geldstrafen oder Bußgelder bekommen, damit sie keine Rufschädigung erleiden oder in langwierige Gerichtsverfahren verstrickt werden. Wichtig dafür ist die sogenannte Corporate Compliance – Richtlinien, anhand derer die Mitarbeiter:innen gesetzeskonform und ethisch handeln. Nur durch das gemeinsame Umsetzen dieser von allen im Unternehmen – von der Unternehmensspitze über die Mitarbeiter:innen bis hin zu Drittanbietern – kann ein Unternehmen erfolgreich sein.

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