Skip to main content

Weihnachtsgeschenke in Hülle und Fülle?

Vorsicht: Wann Kundengeschenke zur Bestechung werden

Bild Foto: karolina grabowska / Pexels
Foto: karolina grabowska / pexels

Immer wieder kommt es in Geschäftsbeziehungen vor, dass Kunden oder Geschäftspartner Geschenke machen. Solche Kundengeschenke sind als kleine Aufmerksamkeit gedacht, die die Zusammenarbeit stärken und die Beziehungen aufrechterhalten sollen. Von Kleinigkeiten wie zugesandten Süßigkeiten über eine Flasche Wein bis hin zu großen Geschenken wie Eintrittskarten zum Fußballspiel oder für eine Theatervorstellung kann alles dabei sein. Wir zeigen dir, was du bei solchen Geschenken beachten und wann du dich vor einer Bestechung in Acht nehmen musst.

Image
Vorsicht: Wann Kundengeschenke zur Bestechung werden / Foto: ekaterina bolovtsova / Pexels

Was sind Kundengeschenke?

Kundengeschenke kommen in der Geschäftswelt regelmäßig vor und werden als kleine, nette Gesten an Geschäftspartner verschickt. Das kann zu typischen Anlässen im Jahr wie Weihnachten sein, zu einem Jubiläum, beispielsweise nach einem Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit, zu einem abgeschlossenen Projekt, einem unterzeichneten Vertrag oder einfach zwischendurch. Einen konkreten Anlass braucht es dafür nicht.

#Beliebte Geschenke sind beispielsweise:

  • Wein, Champagner oder andere Getränke
  • Eintrittskarten
  • Übernachtungen
  • Powerbanks
  • Blumen
  • Präsentkörbe

Viele verschicken als Kundengeschenke auch Präsente mit dem Logo ihres Unternehmens.

Unternehmen sollten sich bei solchen Geschenken Gedanken machen, denn zum einen sollte es kreativ und persönlich sein (wer an alle Geschäftspartner nur Kugelschreiber verschickt, wird schnell auffliegen), zum anderen sollte es aber auch nicht zu teuer sein. Denn sonst kann es schnell nach hinten losgehen.

Vorsicht vor Bestechung!

Kundengeschenke können schnell zur Bestechung werden, wenn du nicht aufpasst. Deshalb solltest du als Mitarbeiter vorab die Grenze zwischen nettem Geschenk und Bestechung kennen. Handelt es sich bei den von dir erhaltenen Kundengeschenken um sehr teure Geschenke wie Eintrittskarten zu einem großen Event, solltest du Abstand davon nehmen und dich lieber distanzieren. Solche Geschenke stehen oft in Verdacht, dass sie mit Bestechung zusammenhängen.

Deutlicher wird es, wenn das Geschenk an eine Bedingung bzw. eine Gegenleistung geknüpft ist. Ein solches solltest du auf gar keinen Fall annehmen! Zum einen solltest du dich niemals bestechen lassen, zum anderen sind Bestechungen laut Strafgesetzbuch (§ 299) strafbar: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr als Angestellter oder Beauftragter eines Unternehmens einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen einen anderen im inländischen oder ausländischen Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge […]".

Image
Der Preis ist heiß – wie teuer darf ein Geschenk sein? Foto: cottonbro studio / Pexels

Der Preis ist heiß – wie teuer darf ein Geschenk sein?

Laut Gesetz gibt es keine Grenzen dafür, wie teuer ein Kundengeschenk sein darf. Das ist zwar gut, weil du mit einem Geschenk nicht zwangsläufig eine Pflichtverletzung im Arbeitsverhältnis begehst oder es sich um eine Bestechung handelt. Schlecht ist aber, dass nicht klar ist, bis zu welchem Wert ein Geschenk als akzeptabel gilt. Während manche von einem Wert von etwa 35 Euro sprechen, sind für andere auch 50 Euro noch akzeptabel. Ist das Geschenk teurer, beispielsweise eine hochwertige Designer-Uhr, kann von Bestechung ausgegangen werden. Alles, was preislich unter den 35/50 Euro liegt, wird als unproblematisch angesehen.

Da der Preis nicht das entscheidende Kriterium ist, ist wichtiger, ob das Geschenk an eine Gegenleistung geknüpft ist oder nicht (wie bereits erwähnt). Denn auch ein Geschenk, das nicht viel gekostet hat, kann eine Bestechung sein, wenn der Schenkende daran eine Bedingung knüpft.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die sogenannte soziale Adäquanz. Dabei wird unterschieden, wer der Beschenkte ist, in welcher Position er sich befindet und wie sein Gehalt ist. Denn bekommt ein Vorstandsvorsitzender, der ein Millionengehalt kassiert, von einem Kunden eine 500 Euro teure Weinflasche, gilt dieses Geschenk als adäquat, wohingegen es bei einem normalen Mitarbeiter mit einem Gehalt von 1800 Euro unangemessen wäre.

Unternehmensrichtlinien als Orientierungshilfe

Bist du unsicher, welcher Preis für ein Kundengeschenk als angemessen gilt – entweder, weil du eines verschenken möchtest, oder, weil du eines erhalten hast – können interne Richtlinien oder Compliance-Richtlinien helfen. Hier erfährst du zum Beispiel, wie viel du für Kundengeschenke ausgeben darfst, bis zu welchem Betrag du ein Kundengeschenk annehmen darfst, wann du mit deinem Chef Rücksprache halten solltest usw. Normalerweise sind Kundengeschenke bis zu einem Betrag von etwa 50 Euro aber unbedenklich.

Solche Regeln zu kennen, ist wichtig, denn falls du etwas annimmst und dabei gegen die Richtlinien verstößt, drohen Konsequenzen wie Abmahnung, Kündigung oder strafrechtliche Folgen. Eine Abmahnung droht dir, wenn du gegen die Richtlinien verstößt; verstößt du wegen eines Geschenks zusätzlich bewusst gegen deine Pflichten oder gegen das Gesetz, störst du das Vertrauensverhältnis zu deinem Arbeitgeber und kannst gekündigt werden. Bevorzugst du jemanden, weil du davon profitierst (durch das Geschenk), machst du dich strafbar wegen Bestechlichkeit und dir droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Gibt es solche Richtlinien nicht, kannst du kleinere Geschenke bedenkenlos annehmen (sofern sie nicht an eine Bedingung geknüpft sind). Auf Nummer sicher gehst du, wenn du bei deinem Chef nachfragst und dir eine Bestätigung einholst.

Fazit

Weihnachtsgeschenke in Hülle und Fülle – schön wär's! Bei Kundengeschenken musst du vorsichtig sein und immer prüfen, ob das Geschenk und dessen Wert in einem akzeptablen Verhältnis zu dir, deiner Position und deinem Einkommen stehen. Außerdem solltest du prüfen, ob der Schenkende für das Kundengeschenk eine Gegenleistung erwartet. Beachtest du diese Punkte, steht dem Beschenkt werden nichts im Wege und du kannst dich über die kleinen Nettigkeiten freuen! 

Beitrag teilen