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Wie sich Job-Hopping auf deinen Lebenslauf auswirkt

Ein Zeichen von Dynamik oder absolutes No-Go?

Foto: creative christians / unspash
Foto: creative christians / unspash

Acht bis fünfzehn Jahre beim gleichen Unternehmen arbeiten, das war früher die Norm. Heutzutage wechseln viele Menschen ihren Job häufiger. Die Lebensläufe sind gespickt mit kurzfristigen Beschäftigungen. Aber ist das nun ein Zeichen von Dynamik und Flexibilität oder ist das doch etwas Negatives, das du besser vermeiden solltest?

Häufiger Arbeitsplatzwechsel als No-Go?

Du warst ein halbes Jahr bei Unternehmen X, anschließend dann ein Jahr bei Firma Y und bei Arbeitgeber Z warst du wieder nur eineinhalb Jahre? In den ersten Arbeitsjahren schaffst du die Basis für deine berufliche Zukunft. Die meisten wollen in diesen Jahren viele verschiedene Erfahrungen sammeln und Bereiche ausprobieren. Sie möchten mit häufigen Jobwechseln auch oft Flexibilität zeigen und eine ganze Bandbreite an Wissen in den verschiedensten Bereichen vorweisen können. Leider kommt Job-Hopping bei den Personalverantwortlichen in der Regel nicht gut an. 

Hierzu wurde eine Studie von einem Forschungsteam der Universität Lausanne durchgeführt. Sie verschickten an 800 reale Stellenausschreibungen Bewerbungen fiktiver Personen. Das Alter, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse, Herkunft und die Berufserfahrung sowie die Attraktivität des Fotos waren überall identisch. Auch die aufgelisteten Aufgaben und Verantwortungsbereiche waren vergleichbar. Die Bewerbungen unterschieden sich nur in einem Punkt: In den acht Jahren Berufserfahrung, die in den Bewerbungen aufgelistet wurden, hatte eine Gruppe bei vier Unternehmen gearbeitet und die andere Gruppe bei nur einem Unternehmen.

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass die Gruppe an Bewerbern, die die gesamte Zeit nur bei einem Unternehmen tätig war, rund 40 Prozent häufiger eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten hat. Daraus wird deutlich, dass viele Arbeitsplatzwechsel eine negative Auswirkung auf die Chance haben, eine Runde im Bewerbungsprozess weiterzukommen und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Job-Hopping – ein Zeichen von Dynamik oder No-Go? Foto: daria pimkina / unsplash

Job-Hopping – ein Zeichen von Dynamik oder No-Go? Foto: daria pimkina / unsplash

Arbeitsplatzwechsel: Flexibilität und Dynamik oder Unzuverlässigkeit und Inkonsequenz

In einem zweiten Schritt testete das Forschungsteam dieses Ergebnis noch einmal. Hierfür gaben 80 Personalverantwortliche ihre Einschätzung zu Bewerbungen ab. Um die Auswirkungen von stetigem Arbeitsplatzwechsel zu erforschen, legten Sie den Verantwortlichen jeweils Bewerbungen vor, die sich nur in der bisherigen Arbeitgeberanzahl unterschieden. 

Das Ergebnis zeigt, dass Personalverantwortliche eine Bewerberin oder einen Bewerber mit nur einem bisherigen Arbeitgeber als teamfähiger, loyaler, zuverlässiger und ausdauernder einschätzten. Diese Faktoren haben einen enormen Einfluss auf die Wahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, da sie sich auch auf den unternehmerischen Erfolg auswirken. Betreibst du Job-Hopping, sehen das Personalverantwortliche leider nicht als flexibel und dynamisch. Die Anzahl der bisherigen Arbeitgeber spielt demnach eine entscheidende Rolle bei der Wahl der passenden Besetzung einer offenen Stelle.

Hattest du bereits viele Arbeitgeber, wirkt sich das in den meisten Fällen nicht gerade positiv auf deine Chancen im Bewerbungsprozess aus. Du solltest also zu viele Arbeitsplatzwechsel in deinem Lebenslauf vermeiden, um nicht als eine Person mit mangelndem Durchhaltevermögen, ohne Stressresistenz und Zuverlässigkeit sowie als nicht teamorientiert und illoyal dazustehen.

Arbeitsplatzwechsel: Flexibilität und Dynamik oder Unzuverlässigkeit und Inkonsequenz / Foto: william zhang / unsplash

Arbeitsplatzwechsel: Flexibilität und Dynamik oder Unzuverlässigkeit und Inkonsequenz / Foto: william zhang / unsplash

Fazit

Flexibilität und Dynamik sind leider nicht die Faktoren, die Personalverantwortliche mit einem häufigen Jobwechsel verbinden. Vielmehr schließen sie von der Anzahl bisheriger Arbeitgeber auf die Teamfähigkeit, Loyalität, Ausdauer und Zuverlässigkeit. Stehen in deinem Lebenslauf in den letzten acht Jahren nicht nur ein, sondern mehrere Arbeitgeber, kann es sein, dass du mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Das liegt daran, dass Personalverantwortliche denken, dass du bei häufigem Arbeitsplatzwechsel weniger teamfähig, ausdauernd, zuverlässig und loyal bist als die Bewerber oder Bewerberinnen, die bei nur einem Arbeitgeber in den letzten Jahren beschäftigt waren.

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