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Work smart, not hard

Ein Grundsatz, der nicht ganz ungefährlich ist

Bild Foto: andrea piacquadio / Pexels
Foto: andrea piacquadio / Pexels

Wenn du clever arbeitest und deinen Kopf nutzt, musst du nicht hart arbeiten. Ganz nach dem Motto "Work smart, not hard". Das ist zwar ein schöner Spruch, aber Unsinn und obendrein nicht ganz ungefährlich. Der schlaue Spruch führt bei vielen zu der Annahme, dass Erfolg ganz bequem und ohne viel Aufwand erreicht werden kann. Leider stimmt das so nicht.

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Work smart, not hard / Foto: christin hume / unsplash

Mit "Work smart, not hard" bequem nach oben?

Egal, wie clever du bei deiner Arbeit vorgehst, es bleibt Arbeit. Du kannst zwar daran arbeiten, effizienter und produktiver zu sein oder deinen Biorhythmus ideal zu nutzen sowie dein Selbstmanagement zu perfektionieren und Erfolgsregeln und -techniken zu befolgen, aber schlussendlich musst du genau die gleiche Arbeit erledigen. 

Natürlich solltest du, bevor du eine Aufgabe oder ein Projekt angehst, überlegen, was zu tun ist, wie du vorgehen möchtest etc. Arbeitest du direkt drauf los, machst du dir am Ende oft mehr Arbeit als mit einer organisierten, sortierten und überlegten Herangehensweise. Aktionismus ist in den seltensten Fällen die richtige Wahl. 

Die Denkfehler des Grundsatzes "Work smart, not hard"

Gehen Leute nach diesem Motto an ihre Arbeit, sind oft zwei Denkfehler daran schuld, dass "Work smart, not hard" zu einer gefährlichen Sichtweise wird. 

Smarte Arbeit ist nicht das Gegenteil von harter Arbeit

Der erste große Denkfehler liegt darin, dass ein Gegensatz suggeriert wird, der nicht existiert. Es gibt nicht auf der einen Seite den leichten, schnellen Weg zum Erfolg und auf der anderen Seite den schweren, langen Weg. Wer smart arbeitet, muss nicht mehr hart arbeiten? Kompletter Unfug und vermittelt eine falsche Herangehensweise an Arbeit. Ein leichter und schneller Weg existiert nicht, wenn du erfolgreich sein möchtest. Das Ganze erfordert unzählige Stunden harte Arbeit. 

Jeden Tag beweisen uns viele Menschen, dass nur harte Arbeit einen wirklich voranbringt. Unternehmensgründer und Selbstständige arbeiten täglich 10 bis 14 Stunden am Tag und müssen besonders am Anfang mit vielen Rückschlägen kämpfen. Sie beweisen auch, dass ein smartes Vorgehen nicht das Gegenteil von harter Arbeit. Denn diese Menschen arbeiten nicht nur hart, sondern auch clever, sonst wären sie nicht da, wo sie heute sind. Projektmanager und Changemanager müssen jeden Tag Widerstände überwinden, die Innovation vorantreiben und Neues wagen. Diese Arbeit wird nicht leichter, wenn sie einfach clever arbeiten. Besonders in Großkonzernen, mit veralteten Ansichten und Strukturen sowie eingefleischter Veränderungsfeindlichkeit bringen dich schlaue Argumente oft nicht ans Ziel. 

Harte Arbeit und smarte Arbeit sind eben nicht die Gegensätze, die "Work smart, not hard" vermittelt. Es gibt hier kein Entweder-oder. Du kannst sowohl smart als auch hart arbeiten. In vielen Fällen kannst du dir durch schlaues Handeln Arbeit ersparen oder effizienter und produktiver sein. Langfristig kommst du aber nicht daran vorbei, hart zu arbeiten und unangenehme Aufgaben zu erledigen. 

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Mit "Work smart, not hard" bequem nach oben? Foto: surface / unsplash

Qualität kommt von Quälen

Der zweite Denkfehler zeigt sich darin, dass im Umkehrschluss das Motto "Work smart, not hard" bedeutet, dass Leute, die immer noch hart arbeiten, eben nicht schlau genug sind, um sich das Ganze leichter zu machen. Viele lassen sich von solchen Aussagen und Botschaften einschüchtern. Nur weil du dich anstrengst und schwer für deine Ziele arbeitest, heißt das nicht, dass du naiv oder dumm bist. Erfolg passiert nicht einfach, während du darauf wartest. Erfolg kommt durch Ausdauer, Leidenschaft, Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Intelligenz kann dir zwar dabei helfen, spielt aber eine eher untergeordnete Rolle. 

"Work smart, not hard" vermittelt, dass du deine Zeit verschwendest, wenn du hart arbeitest. In Wirklichkeit liegt es oft an der Faulheit, dass Menschen sich nach diesem Motto richten. Sie erklären ihre Faulheit zur Cleverness, weil sie sich nicht anstrengen möchten. 

Fazit

Auch wenn du noch so smart arbeitest, an harter Arbeit wirst du langfristig nicht vorbeikommen. Und wenn du dich auf deiner Arbeit wie in einem Hamsterrad fühlst, ist nicht das smarte Arbeiten die Lösung, sondern das Verlassen des Hamsterrads. Es klingt nach einer schnellen und einfachen Lösung, aber der Grundsatz "Work smart, not hard" ist leider Unfug. Einen schnellen und bequemen Weg zum Erfolg gibt es nicht. Es reicht nicht, auf den Erfolg und deine Karriere zu warten, du musst schon etwas dafür tun und harte Arbeit investieren, um voranzukommen. 

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