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Zuhören können zählt im Berufsleben zu den Top-Skills

Ohren auf!

Foto: cottonbro / Pexels
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Zuhören können ist eine Fähigkeit, die in unserer schnelllebigen Zeit an Bedeutung verloren hat. Dabei gehört sie zu den Top-Skills für einen erfolgreichen Karriereeinstieg und ist bis in die höchsten Chefetagen gefragt. Gerade weil immer weniger Leute es können oder wollen, kommt es bei vielen gut an, wenn ihr diese in Vergessenheit geratene Kunst beherrscht. Das gilt für Mitarbeiter wie Kollegen. Ein Boss, der seine Untergebenen und ihre Anliegen ernst nimmt, wird eher respektiert als ein er, der ihre Bedenken nicht einmal anhört. Das ist ganz leicht nachzuprüfen, denn Hand aufs Herz: Erledigt ihr die Arbeit lieber für einen verständnisvollen Chef oder für einen, der ständig Anweisungen loslässt und eure Anmerkungen ohne mit der Wimper zu zucken vom Tisch wischt? Kollegen, bei denen sich andere verstanden fühlen, sind in Firmen darüber hinaus besonders geschätzt. Sie bringen Ruhe in das Unternehmen, sorgen für Stabilität und verbessern das soziale Gefüge.

Zuhören können hilft im Job von Anfang an

Schon beim Einstellungsgespräch entscheiden sich viele Recruiter im Zweifelsfall lieber für einen Bewerber, der ihren Ausführungen folgen kann, als für einen, der auf jeden Satz eine flapsige Erwiderung parat hat. Habt ihr die Stelle dann bekommen, erweist es sich ebenfalls als schlau, sich von erfahrenen Vorgesetzten in das Business einführen zu lassen und nicht ständig alles besser zu wissen. Mit wachsender Expertise könnt ihr eure Sicht der Dinge besser untermauern und diese dann geschickt und argumentativ einbringen. Zuhören können bleibt aber auch als Profi im Job eine wichtige Fähigkeit. Wie die meisten Menschen schätzen es auch Geschäftspartner nur selten, wenn sie beim Reden häufig unterbrochen werden und von den transportierten Inhalten beim Gegenüber nicht viel hängengeblieben ist. Das gilt im Übrigen auch für sämtliche Anweisungen, die ihr im Lauf eures Berufslebens erhaltet. Wer von Anfang an gut zuhört, weiß schneller, was zu tun ist, und fällt nicht durch ständiges Nachfragen auf.

Zuhören können ist erlernbar

Gehört ihr zu den Menschen, die lieber reden als lauschen und habt das Gefühl, das ist eben euer Charakter? Glänzt ihr gerne als Alleinunterhalter, seid ihr stolz auf eure blendenden rhetorischen Fähigkeiten und habt Angst, diese einzubüßen, wenn ihr in Zukunft häufiger auf die Position des Zuhörers wechselt? Die Sorgen sind unbegründet, denn die eine Fähigkeit schließt die andere nicht aus. Tatsache ist viel mehr: Ein guter und erfolgreicher Kommunikator findet sich in beiden Welten zurecht. Er beherrscht das aktive Reden genauso wie das aktive Lauschen. Wenn ihr also mehr auf der Seite der Geschichtenerzähler und Witzeperformer daheim seid, schadet es euch nicht, eure Ohren zu trainieren. Denn: Effektives Zuhören ist erlernbar und vor allem aus taktischen Gründen immens wichtig für eure berufliche Zukunft. Schließlich geht es auch in einer Firma mal hitziger zu und in emotionalen Momenten ist es nicht selten klüger erst mal zuzuhören, als in derselben Sekunde unüberlegt zu kontern.

 

Zuhören können erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Karriere / Foto: marcos luiz / unsplash

Zuhören können erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Karriere / Foto: marcos luiz / unsplash

Mit diesen Tipps fällt euch Zuhören können leicht

Den Mund schließen

Was logisch klingt, solltet ihr euch zu Beginn eines Gesprächs dennoch aktiv ins Gedächtnis rufen. Denn gerade wenn ihr dazu neigt, schlagfertig zu antworten, ist die Barriere größer, wenn ihr euren Mund bewusst geschlossen haltet. Übt euch mit dieser einfachen Hilfestellung darin, nicht sofort zurückzuschießen und die Worte eures Gegenübers sickern zu lassen.

Haltet den Blickkontakt

Dies ist ein wichtiges Signal für euren Gegenüber. Denn selbst, wenn Zuhören können für euch kein Problem darstellt, wird euer Gesprächspartner es anders empfinden, wenn euer Blick ständig abschweift. Fällt es euch generell schwer, anderen in die Augen zu schauen, solltet ihr auch das üben. Versucht den Blickkontakt immer wieder aktiv herzustellen und diesen jedes Mal ein kleines bisschen länger zu halten. Achtung: Balance ist gefragt! Starren ist für den Gegenüber nämlich genauso unangenehm wie ständiges Abschweifen.

Keine Unterbrechungen

Den anderen ausreden lassen ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit. Wenn ihr euer Gegenüber durch Unterbrechungen aus dem Redefluss bringt, gehen wichtige Gedankengänge oftmals verloren und der Inhalt des Gesprächs büßt Relevanz ein. Bleibt also respektvoll und lasst euren Gesprächspartner sagen, was er zu sagen hat, bevor ihr antwortet.

Stellt Fragen

Zuhören können hat nicht nur etwas mit still sein zu tun. Wenn ihr eurem Gesprächspartner aufmerksam zuhört, ergeben sich meist ganz automatisch Fragen. Lasst euren Gegenüber den Satz zu Ende bringen und fragt dann gezielt und interessiert nach. Das verbessert die Qualität des Gesprächs und sorgt für Klarheit auf beiden Seiten.

Keine Belehrungen

Gegenseitige Maßregelungen gehören nicht in eine Unterhaltung zwischen zwei Erwachsenen. Niemand wird von seinem Geschäftspartner oder Kollegen gerne belehrt. Damit erreicht ihr höchstens ein Mauern auf der anderen Seite und das Gespräch verkommt zu einer Farce. Das gilt auch für den Fall, dass ihr mit eurer Anmerkung Recht habt. Ist diese inhaltlich nicht zwingend notwendig, behaltet sie für euch und erzählt sie später einem guten Freund oder einer guten Freundin. Muss die Korrektur aus inhaltlichen Gründen angebracht werden, versucht ein höfliches und respektvolles Formulieren, ohne den anderen bloßzustellen.

 

Zuhören können zählt im Berufsleben zu den Top-Skills / Foto: fauxels / pexels

Zuhören können zählt im Berufsleben zu den Top-Skills / Foto: fauxels / pexels

Gesprächspausen helfen

Ihr wollt in einer Unterhaltung unbedingt das berüchtigte peinliche Schweigen vermeiden und zuhören ist für euch deshalb nahezu unmöglich? Lernt, Gesprächspausen auszuhalten und ihr werdet sehen, alles läuft viel entspannter. Die Gedanken bekommen Zeit, sich zu formieren und die Unterhaltung erhält mehr Substanz. Reflexartige Antworten werden vermieden und das Zuhören können geht viel leichter von der Hand.

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