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Corona und Studium

Ein Zukunftsausblick

Foto: octavian rosca / unsplash
Foto: octavian rosca / unsplash

Die Hörsäle sind wie leergefegt, in der Mensa herrscht kein buntes Treiben und die Bars und Kneipen in den Studentenstädten sind geschlossen. War es vor wenigen Monaten noch so, dass man sich vor seinem Studium ein Zimmer im Studentenwohnheim oder in einer WG suchen musste, bleibt man als Student jetzt zu Hause im Kinderzimmer und fährt zum Studieren seinen PC hoch. Auch die Suche nach Nebenjobs hat sich in vielen Fällen erledigt. Zu Beginn der Corona-Krise hätte wohl kaum einer vermutet, wie stark sich unser aller Alltag ändern kann. Jetzt sitzen wir alle zu Hause, horten Klopapier und sehen uns ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Lerngruppen werden nicht mehr vor Ort, sondern über Whatsapp gebildet und den Hörsaal seht ihr in den nächsten Monaten wahrscheinlich kaum von innen. Auch Auslandsreisen oder Auslandsemester sind in weite Ferne gerückt. Das Studium sieht in Zeiten von Corona ganz anders aus.

Studium in Zeiten von Corona – das kommt auf euch zu / Foto: dimitri karastelev / unsplash

Studium in Zeiten von Corona – das kommt auf euch zu / Foto: dimitri karastelev / unsplash

Corona beschleunigt die digitale Entwicklung des Studiums

In Zeiten von Corona zu studieren, sieht etwas anders aus als noch vor einigen Monaten. Das Studium funktioniert nun wie ein Fernstudium. Ihr macht Onlinesemester. Die meiste Zeit werdet ihr von zu Hause aus studieren. Die Vorlesungen werden online abgehalten und ihr sitzt am Laptop. Wenn ihr Bücher braucht, bestellt ihr diese online. Mit euren Kommilitonen feiert ihr keine Partys, ihr geht auch nicht gemeinsam in die Mensa und wenn ihr Erstsemester seid, habt ihr eure Mitstudenten wahrscheinlich noch nicht einmal jemals in echt getroffen. Ihr trefft euch allesamt bei Whatsapp oder Zoom. Flächendeckend gehört es zur neuen Normalität, dass wir im Home-Office tätig sind und alles online erledigen. Auch das Studieren. Was vor einigen Wochen noch unvorstellbar war, wird plötzlich Realität. Die digitale Entwicklung hat durch die Coronakrise enorm an Schubkraft gewonnen. Wir können davon ausgehen, dass dies uns auch in Zukunft begleiten wird. Viele Arbeitgeber können sich schon jetzt vorstellen, die digitalen Angebote auch in Zukunft verstärkt zu nutzen und auf das Home-Office zu setzen. Wenn ihr jetzt von zu Hause aus studiert, an Webinaren oder Onlinevorlesungen teilnehmt, bereitet ihr euch also schon auf die zukünftigen Arbeitsbedingungen vor. Der Vorteil hierbei: Ihr bekommt diese Vorbereitung für die Zukunft ganz ohne dafür Kurse besuchen oder viel Geld ausgeben zu müssen. Das Studium läuft derzeit so modern ab wie nie zuvor.

Studieren unter Pandemiebedingungen bringt auch Vorteile

Wenn ihr jetzt studiert und der Unterricht aufgrund von Corona ganz anders verläuft, hat dies auch einige Vorteile. Die Hochschulen wurden von der Pandemie ebenso überrascht wie die Studenten. Das heißt, auch an den Hochschulen finden gerade Orientierungsprozesse statt. Das kann insofern ein Vorteil für euch sein, als dass man an den Hochschulen bemüht ist, dass den Studenten dadurch kein Nachteil entsteht. Fühlen sich Studenten benachteiligt, könnte das zu Klagen führen. Es wird also Sonderregelungen geben und diese Sonderregelungen fallen so aus, dass diese insbesondere den Studenten zugutekommen. So sind beispielsweise zu Beginn der Pandemie Klausuren ausgefallen beziehungsweise mussten verschoben werden. Fanden diese Klausuren später unter besonderen hygienischen Bedingungen statt, ging man häufig nach der Freiversuchsregelung vor. Wer den Prüfungsversuch wagte, aber nicht bestand, musste keinen Fehlversuch hinnehmen. Möchtet ihr euer Studium jetzt aufnehmen, dann klärt am besten bei eurer zukünftigen Hochschule ab, ob es Sonderregelungen für das Studieren unter Pandemiebedingungen gibt.

Ein weiterer Vorteil kann sein, dass ihr viel Zeit spart. Ihr müsst nicht nach einer Wohnung suchen oder weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Ihr könnt sogar direkt vom Bett aus studieren. Mal angenommen, ihr müsstet jeden Tag 30 Minuten zur Uni fahren und 30 Minuten nach Hause. Das kostet euch jeden Tag eine Stunde. Wenn ihr diese Wege einsparen könnt, habt ihr viel mehr Zeit fürs Studieren. Bei fünf Tagen mit Vorlesungen oder Seminaren an der Uni kommt ihr so schnell auf fünf Stunden pro Woche. Dazu kommt noch die Zeit dazu, die ihr mit Warten oder dem Wechsel des Hörsaals verbringt. Auch Geld lässt sich durch das Studieren von zu Hause aus einsparen. Ihr braucht kein Zimmer, kein Bahn- oder Bus-Ticket, kein Auto und keine Verpflegung.

Studieren unter Pandemiebedingungen bringt auch Vorteile / Foto: s-o-c-i-a-l-c-u-t-u / unsplash

Studieren unter Pandemiebedingungen bringt auch Vorteile / Foto: s-o-c-i-a-l-c-u-t-u / unsplash

Studieren während der Pandemie geht nur mit Struktur

Was euch möglicherweise fehlt, ist eine klare Struktur. Ihr habt zwar mehr Zeit, wenn ihr für euer Studium nicht vor Ort sein müsst, ihr müsst euch aber euren Tag selbst einteilen. Das kann eine Herausforderung sein, wenn ihr gerade erst von der Schule kommt und bislang immer angeleitet wurdet. Es wird vielleicht einige Onlinevorlesungen geben oder auch Onlineveranstaltungen, an denen ihr teilnehmen müsst. Den Rest des Tages müsst ihr euch jedoch selbst einteilen. Eine Hilfe kann hierbei die 18-Minuten-Regel von Peter Bergmann sein. So geht ihr vor:

  • Jeden Morgen nehmt ihr euch fünf Minuten Zeit, um den Tag zu planen. Welche Aufgaben stehen an? Welches Ziel wollt ihr unbedingt erreichen?
  • Im nächsten Schritt nehmt ihr euch acht Stunden vor. Acht Stunden dauert ein normaler Arbeitstag. Jede Stunde klingelt ein Wecker und erinnert euch daran, die vergangene Stunde zu bewerten. Was habt ihr erreicht? Seid ihr zufrieden? Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Am Abend nehmt ihr euch nochmal fünf Minuten Zeit und analysiert den Tag. Was war gut? Was habt ihr erreicht? Was wollt ihr noch verändern?

Insgesamt kommt ihr so täglich auf 18 Minuten, die euch helfen können, euren Alltag besser zu strukturieren.

Fazit

Das Studium während der Corona-Krise hat tatsächlich nicht mehr viel mit einem Präsenzstudium zu tun. Man kann es eher mit einem Fernstudium vergleichen. Wenn ihr euch auf das Studium und diesen neuen Lebensabschnitt gefreut habt, sind diese Veränderungen möglicherweise besonders bitter. Als Erstsemester habt ihr euch euren Start an der Uni sicher anders vorgestellt. Natürlich kann euch das verunsichern. Aber Krisen bieten immer auch die Chance über sich hinauszuwachsen. Konzentriert euch auf die positiven Seiten und nutzt diese Entwicklung, um an euch und eurer beruflichen Zukunft zu arbeiten.

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