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Energiespartipps für WGs: so bleibt mehr Geld für Studi-Partys

Energie sparen: weniger Fixkosten, mehr Umweltschutz

Bild Energie sparen: weniger Fixkosten, mehr Umweltschutz

Die meisten von euch kennen es: Als Studierende müsst ihr mit einem knappen finanziellen Budget hantieren, für WG-Partys oder einen Kurzurlaub bleibt kaum Geld übrig. Das lässt sich ändern. Ihr könnt eure Spielräume erweitern, ohne Verzicht üben zu müssen. Senkt eure Strom- und Heizungskosten! Beherzigt ihr einige Tipps, werdet ihr dauerhaft Energie sparen und eure Nebenkosten reduzieren.

Energie sparen: weniger Fixkosten, mehr Umweltschutz

Wer seine Ausgaben nachhaltig senken will, sollte sein Augenmerk auf die Fixkosten lenken. Verringert ihr diese, verfügt ihr langfristig über mehr Geld. Typische Beispiele sind Versicherungen, Smartphone-Verträge und Zeitungsabos. Habt ihr hierauf keine Studentenrabatte, können diese schnell zur Kostenfalle werden. Die Kosten für Strom und Heizung zeichnen sich bei den Fixkosten durch das größte Einsparpotenzial aus. Wenn WGs konsequent Energie sparen, reduzieren sich die Kosten je nach Anzahl der Mitbewohner mindestens im mittleren dreistelligen Bereich pro Jahr.

Setzt ihr die Energiesparmaßnahmen um, könnt ihr bei der nächsten Abrechnung eures Stromanbieters und eures Vermieters mit einer ansprechenden Rückzahlung rechnen. Zugleich senken die meisten Versorger und Hausverwaltungen bei einer erheblichen Rückzahlung die Abschlagszahlungen, sodass ihr künftig jeden Monat Geld einspart.

Ein weiterer Grund spricht dafür, Energie zu sparen: Finanzielle Entlastung und Umweltschutz gehen bei einem energieeffizienten Wohnen Hand in Hand. Ihr leistet einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, ihr bewahrt natürliche Ressourcen und reduziert schädliche CO2-Emissionen.

Stromverbrauch reduzieren: vielfältige Ansatzpunkte

Wenn ihr beim Strom Energie sparen wollt, lohnt ein Blick auf eure elektrischen Haushaltsgroßgeräte und auf Geräte wie Computer und Fernseher. Lange Zeit spielte Energieeffizienz für Hersteller keine Rolle, das hat sich grundlegend gewandelt. In der Konsequenz bedeutet das: Viele alte Geräte verbrauchen enorm Strom, mit neuen Modellen senkt ihr euren Stromverbrauch deutlich. Oftmals zahlt es sich aus, alte Geräte durch neue Modelle zu ersetzen. Ihr spart so viel Strom, dass die Ersparnis nach einigen Jahren die Kosten für den Neukauf übersteigt.

Prüft auch eure Beleuchtung. Konventionelle Glühbirnen und Halogenlampen lassen euren Stromverbrauch in die Höhe schnellen, bevorzugt stattdessen Energiesparlampen oder noch besser LED-Leuchtmittel. LED-Lampen kosten im Einkauf zwar mehr als andere Varianten, ihr profitiert aber zweifach:

1. LED-Leuchtmittel benötigen im Vergleich mit Glühbirnen rund 90 % weniger Strom.
2. Sie bestechen mit Langlebigkeit, eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr ist der Normalfall.

Widmet euch zudem dem Standby-Betrieb unterschiedlicher Geräte wie Audioanlagen und Drucker. Belasst ihr diese Geräte im Standby-Betrieb, verbrauchen sie ohne Nutzen Strom. Über das Jahr gesehen summiert sich der Verbrauch auf einen relevanten Wert.

Verzichtet darüber hinaus auf Unnötiges. Erwähnung verdienen Wäschetrockner. Trockner verwandeln Strom in Wärme, ein energieintensiver Prozess. Lasst eure Kleidung lieber auf einem Wäscheständer oder auf der Wäscheleine im Hinterhof trocknen.

Energiespartipps für WGs: so bleibt mehr Geld für Studi-Partys / Foto: matheus ferrero / unsplash

Energiespartipps für WGs: so bleibt mehr Geld für Studi-Partys / Foto: matheus ferrero / unsplash

 

Heizen ist teuer: klug Energie sparen

Für das Beheizen eurer WG bezahlt ihr noch mehr als für den Strom. Deshalb solltet ihr auch bei der Heizung zielgerichtet Energie sparen. Eine entscheidende Bedeutung kommt in den kalten Monaten eurem Lüftungsverhalten zu. Verzichtet darauf, Fenster zu kippen. Bei gekippten Fenstern gelangt wenig Frischluft in eure Wohnung, dafür entweicht viel Wärmeenergie nach draußen. Lüftet besser mehrmals am Tag durch, bestenfalls öffnet ihr in mehreren Zimmern die Fenster vollständig. Vor dem Stoßlüften solltet ihr die Heizkörper herunterdrehen. Mit dieser Vorgehensweise verhindert ihr zudem eine Schimmelbildung.

Viele Verbraucher verschwenden Heizenergie, weil sie ohne Bedarf heizen. Sie vergessen zum Beispiel, vor dem Schlafengehen oder dem Verlassen der Wohnung die Heizung herunterzuregulieren. Oder sie beheizen Räume über die Nacht bewusst, um morgens angenehm warme Räume vorzufinden. Thermostate mit Zeitschaltuhr schaffen Abhilfe, diese montiert ihr jeweils einzeln an die Heizkörper. Zur gewählten Nachtzeit schalten die Heizkörper automatisch ab. Wünscht ihr morgens eine warme Wohnung, lasst die Heizkörper die Räume eine halbe Stunde vor eurem Aufstehen aufheizen. Das Umweltbundesamt schätzt, dass ihr mit programmierbaren Thermostatventilen rund 10 % Energie sparen könnt. Ihr bleibt trotzdem flexibel, ihr könnt die Heizung jederzeit manuell bedienen.

Kontrolliert darüber hinaus eure Zimmertemperatur. Wenige Grad Unterschied beeinflussen den Energieverbrauch erheblich. Experten empfehlen folgende Temperaturen für die unterschiedlichen Zimmer:

- Arbeits- und Wohnräume 20 Grad Celsius
- Küche: 18 Grad Celsius
- Bad: 20 bis 22 Grad Celsius
- Schlafzimmer (sofern ihr in eurer WG über ein extra Zimmer verfügt): 17 Grad Celsius

Achtet darauf, dass ihr über eure Heizkörper keine Wäsche hängt und sie nicht zustellt. Diese Hindernisse führen dazu, dass sich die warme Luft nicht ausreichend in den jeweiligen Räumen verteilen kann. Ihr müsst mehr heizen. Befinden sich vor euren Fenstern Rollläden, schließt sie über Nacht. Sie leisten als zusätzliche Wärmedämmung wertvolle Dienste. Kontrolliert regelmäßig die Abdichtungen an euren Fenstern und Türen. Wenn diese porös sind, geht Wärmeenergie verloren. Kontaktiert in diesem Fall euren Hausmeister oder dichtet die entsprechenden Stellen selbst ab, im Baumarkt gibt es die erforderlichen Schaumdichtungsbänder und Gummidichtungen.

Weitere Tipps, mit denen ihr Energie sparen könnt:

- Heizkörper entlüften: In den Heizkörpern kann sich Luft sammeln, das gilt insbesondere für obere Stockwerke. Die Heizkörper wärmen sich nicht mehr richtig auf. Entlüftet die betroffenen Heizkörper.
- Heizungen reinigen: Staub isoliert die Wärmeenergie, befreit eure Heizkörper von ihm.
- Dämmplatte: Eine preiswerte Dämmplatte hinter den Heizkörpern minimiert den Verlust von Wärmeenergie.
- Warmwasser: Benutzt Warmwasser ausschließlich, wenn ihr es tatsächlich braucht. Zum Händewaschen genügt beispielsweise kaltes oder lauwarmes Wasser.

 

Stromverbrauch reduzieren: vielfältige Ansatzpunkte Foto: al / unsplash

Stromverbrauch reduzieren: vielfältige Ansatzpunkte Foto: al / unsplash

Mit einem Anbieterwechsel die Stromkosten senken

Einsparpotenzial besteht nicht nur beim Verbrauch, seit der Liberalisierung der Energiemärkte wählt ihr euren Versorger frei. Beim Gas bringt euch das gewöhnlich nichts, weil euer Vermieter den Vertrag vereinbart. Beim Strom steht euch dagegen eine große Auswahl offen. Bezieht ihr euren Strom bisher vom lokalen Grundversorger, könnt ihr mit einem Wechsel viel Geld für die Energie sparen. Besucht am besten ein Stromvergleichsportal im Internet, mit zwei Angaben vergleicht ihr Hunderte Stromtarife:

1. PLZ: Dank dieser Angabe grenzt das Vergleichsportal die Ergebnisse auf die Tarife ein, die ihr an eurem Wohnort abschließen könnt.
2. Jährlicher Stromverbrauch: Stromtarife setzen sich aus einer Grundgebühr und einem Verbrauchspreis pro Kilowattstunde zusammen. Damit der Stromrechner die individuell günstigsten Tarife anzeigen kann, benötigt er euren ungefähren jährlichen Stromverbrauch. Beispiel: Bei einer 2er-WG mit einem geringen Stromverbrauch kommt es vornehmlich auf einen geringen Grundpreis an, bei einer großen WG mit einem hohen Verbrauch verdient der Verbrauchspreis Beachtung.

Das Wechseln des Stromanbieters erweist sich als einfach. Es reicht, wenn ihr mit einem billigen Stromanbieter einen Liefervertrag vereinbart. Das erledigt ihr online. Um den Rest kümmert sich der künftige Versorger, er informiert den Altanbieter. Eine Kündigung müsst ihr nicht formulieren, sofern es sich um eine reguläre Kündigung handelt. Macht ihr nach einer Preiserhöhung von eurem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, müsst ihr schriftlich kündigen.

<h2> Nachhaltig leben: gut für euren Geldbeutel, gut für das Klima </h2>
Ihr seht: Es existieren vielfältige Möglichkeiten, Energie zu sparen. Das trifft auf den Strom und die Heizenergie gleichermaßen zu. Der Vorteil ist, dass ihr bei keinem dieser Energiespartipps auf Wohnkomfort verzichten müsst. Ihr setzt die Energie nur klüger ein. Teilweise steigert ihr den Komfort sogar, zum Beispiel mit dem Kauf eines neuen, besseren und energieeffizienten Kühlschranks. Dem Klima helft ihr ebenfalls.

 

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