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Kein Akademiker Kind? Kein Problem!

Tipps und Unterstützung für euer Studium

Bild Tipps und Unterstützung für euer Studium

Kinder aus Arbeiterfamilien sehen sich beim Beginn eines Studiums mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Denn: Wenn noch niemand aus eurer Familie studiert hat, kann euch auch niemand etwas darüber erzählen. Gerade der Erfahrungsaustausch mit den Eltern kann für einen gelungenen Start ins Studentenleben jedoch sehr wertvoll sein. Doch keine Sorge: Auch dann, wenn ihr nicht aus einer Akademikerfamilie stammt, braucht ihr keine Angst vor dem Studium zu haben. Viele hilfreiche Tipps zum Thema Studieren als Arbeiterkind erhaltet ihr hier!

Studieren als Arbeiterkind? Diese Tipps helfen euch weiter!

Um auch als Arbeiterkind erfolgreich durchs Studium zu kommen und im Besten Fall gar nicht als solches von außen erkannt zu werden, gibt es ein paar Dinge, auf die ihr achten solltet.

Hört auf, euch als Arbeiterkind zu sehen!

Viele Arbeiterkinder, die als erste in der Familie zur Uni gehen, benehmen sich, als würden sie hier gar nicht hingehören. Wenn ihr immer wieder darüber nachdenkt, dass bisher niemand in eurer Familie studiert hat, setzt ihr euch jedoch nur selbst unter Druck. Denn: Auch Akademikerkinder müssen sich erst an die Uni gewöhnen und lernen, ihren Alltag selbstständig zu organisieren. Sie haben euch also nichts voraus! Vielleicht profitieren sie von dem ein oder anderem Tipp ihrer Eltern. Bedenkt jedoch, dass deren Studium bereits viele Jahre - meist sogar Jahrzehnte - zurückliegt und mit heutigen Verhältnissen an Hochschulen nicht mehr viel gemein hat!

Haltet euch an euren Stundenplan!

Das Studium an einer Universität ist mit eurem gewohnten Alltag an einer Schule kaum zu vergleichen. An der Schule war alles durchstrukturiert, ihr hattet feste Stundenpläne und es bestand Anwesenheitspflicht. Das ist an der Uni anders. Ihr entscheidet in hohem Maße selbst darüber, wie euer Stundenplan konkret aussieht und an welchen Lehrveranstaltungen ihr teilnehmt. In vielen Studiengängen gibt es nur wenig Anwesenheitspflicht. Stattdessen könnt ihr online auf die wichtigsten Informationen zum jeweiligen Thema zugreifen. Doch Vorsicht: Auch wenn es verlockend ist, einfach zu Hause zu bleiben und sich bequem auf dem Sofa mit dem Stoff vertraut zu machen, solltet ihr möglichst regelmäßig zur Uni gehen. Behaltet immer die nötige Stundenzahl im Auge, ansonsten riskiert ihr, nicht zur Prüfung zugelassen zu werden.

Kontinuierlich lernen!

Was für die Schule gilt, gilt auch für die Uni: Ihr müsst kontinuierlich lernen und euch regelmäßig mit dem Stoff beschäftigen, um ihn wirklich zu verinnerlichen. Ohne festen Lernrhythmus müsst ihr womöglich kurz vor der Prüfung große Mengen an Stoff nachholen - und das ist nicht nur frustrierend, es wirkt sich auch negativ auf eure Motivation aus! Wir empfehlen euch außerdem, Prüfungen nur dann auf das nächste Semester zu verschieben, wenn es gar nicht anders geht, denn die Semester bauen meist aufeinander auf. Durch das Aufschieben sammeln sich zudem immer mehr Prüfungen an, und nicht vielen Studenten passiert es, dass sie in ihrem letzten Semester noch eine Prüfung aus dem Ersten nachholen müssen.
 

Passt das Studienfach auch wirklich zu euch?

Ihr habt gerade mit dem Studium begonnen und seid euch nun nicht sicher, ob ihr euch vielleicht für das falsche Fach entschieden habt? Solltet ihr das Studium nur als Qual empfinden, scheut nicht davor zurück, die Studienrichtung zu wechseln! Sucht jedoch vorher unbedingt die Studienberatung auf, denn die Berater können euch genau sagen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

 

Kein Akademiker Kind? Kein Problem! Tipps für euer Studium / Foto: peter fogden / unsplash

Kein Akademiker Kind? Kein Problem! Tipps für euer Studium / Foto: peter fogden / unsplash

So bereitet ihr euch optimal auf das Studieren als Arbeiterkind vor

Eine gute Vorbereitung auf das Studium gewährleistet, dass ihr euch schnell an der Uni einlebt und gut durch das erste Semester kommt. Am besten macht ihr euch rechtzeitig mit den wichtigsten Aspekten und Begriffen des Studiums vertraut. Wie genau läuft eine Vorlesung ab, und was genau ist eigentlich ein Seminar? Wo ist der Unterschied zwischen Übungen, Hausarbeiten und Tutorien? Wie ist mein Studiengang konkret organisiert? Je besser ihr euch vorab informiert, umso entspannter könnt ihr ins Semester starten! Nutzt außerdem jede Gelegenheit, um an Sommerkursen oder Schnupperkursen teilzunehmen. Hier erhaltet ihr nicht nur einen ersten Einblick in den Stoff, der auf euch zukommt, ihr könnt auch erste Kontakte zu anderen Studierenden in spe knüpfen! Nicht zuletzt solltet ihr euch rechtzeitig mit Materialien eindecken - also beispielsweise mit Stiften, Blöcken und eventuell auch mit erster Fachliteratur.

Ihr benötigt Unterstützung? Hier hilft man euch gerne weiter!

Ob beim Studieren als Arbeiterkind oder als Akademikerkind: Jeder benötigt im Laufe seines Studiums hin und wieder Unterstützung. In diesem Fall könnt ihr die sozialen Netzwerke nutzen, um euch mit anderen Studenten auszutauschen. Es gibt sogar Foren, die sich speziell mit dem Thema Studieren als Arbeiterkind beschäftigen und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen! Darüber hinaus gibt es an jeder Hochschule eine Studienberatung, die sich bei allen Fragen rund ums Studium auskennt und auch eine erste Anlaufstelle für persönliche Probleme sein kann. Wenn ihr spezielle Fragen zu eurem Studienfach habt, wendet ihr euch am besten an die Studienberatung eures Fachbereichs. Des Weiteren findet ihr an den meisten Hochschulen folgende Beratungsstellen:

- Sozialberatung (Fragen rund ums Geld, Finanzierungsmöglichkeiten)
- Rechtsberatung (günstige oder kostenlose Sprechstunden für Rechtsfragen aller Art)
- Akademisches Auslandsamt (Fragen rund um geplante Auslandsaufenthalte)
- Psychologische Beratungsstellen
- Beratungsstellen für Studierende mit Kind
- Beratungsstellen für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung
- Beratungsstellen für homosexuelle Studierende

Passt das Studienfach auch wirklich zu euch? Foto: julian schropel / unsplash

Passt das Studienfach auch wirklich zu euch? Foto: julian schropel / unsplash

Studieren als Arbeiterkind: die Finanzierung

Gerade beim Studieren als Arbeiterkind ist die Finanzierung ein großes Thema, denn nicht immer können die Eltern ihre Kinder finanziell unterstützen. Die Finanzierung allein sollte euch jedoch keinesfalls vom Studium abhalten, denn es gibt viele Möglichkeiten, um das Studieren als Arbeiterkind finanziell zu stemmen! Hier ein Überblick:

BAföG

Wir empfehlen euch, immer zu prüfen, ob ihr Anspruch auf eine staatliche Förderung durch BAföG habt. Diese Leistung, die für die Dauer der Regelstudienzeit gezahlt wird, soll gewährleisten, dass auch Kinder aus einkommensschwachen Familien studieren können. Die Hälfte vom BAföG wird euch sozusagen geschenkt, die andere Hälfte müsst ihr später zurückzahlen. Die Rückzahlung beginnt jedoch erst fünf Jahre nach der letzten Auszahlung und nur dann, wenn ihr ein bestimmtes Mindesteinkommen erzielt. Außerdem ist die Schuldenhöhe auf 10.000 Euro begrenzt.

Stipendien

Stipendien werden von Begabtenförderungswerken vergeben, es gibt jedoch auch das sogenannte Deutschlandstipendium (300 Euro im Monat) sowie über 200 andere Stipendiengeber. Ihr müsst keine Spitzennoten haben, um in den Genuss eines Stipendiums zu kommen! Bei vielen zählt allein das soziale Engagement - beispielsweise im Verein oder im Zuge eines Ehrenamtes. Einige Stiftungen fördern sogar explizit das Studieren als Arbeiterkind!

Studienkredit

Das Bundesverwaltungsamt bietet einen Bildungskredit an, und auch der KfW-Studienkredit ist sehr beliebt. Ihr solltet jedoch gut überlegen, ob diese Art der Förderung für euch infrage kommt und ob ihr wirklich bereit seid, später jeden Monat Geld zurückzuzahlen. Lasst euch also unbedingt gut beraten!

Fazit: Studieren als Arbeiterkind ist gar nicht schwer!

Das Studieren als Arbeiterkind mag euch auf den ersten Blick als große Herausforderung erscheinen - das ist das Studium als Akademikerkind jedoch auch! Vergesst also all die Vorurteile und macht euch auf den Weg, um eure ganz eigenen Erfahrungen zu sammeln. Wenn ihr Hilfe benötigt, könnt ihr euch an eine der zahlreichen Beratungsstellen wenden, und auch in puncto Finanzierung steht ihr niemals ganz alleine da!

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