Neuer Beruf!

Was Physician Assistants eigentlich machen und warum wir sie brauchen

Bild Was Physician Assistants eigentlich machen und warum wir sie brauchen

Kennt ihr schon den neuen Trendberuf in der Medizin? Die Arztassistenten übernehmen in Kliniken und Krankenhäusern eine Schnittstellenfunktion zwischen Patienten, Pflegepersonal und Ärzten und helfen beim Sichern eines hohen Versorgungsniveaus. Noch sind Physician Assistants zwar Exoten im deutschen Gesundheitswesen. Doch wo sie wirken, will man sie nicht mehr missen! Mehr zum Beruf Physician Assistant, der Ausbildung, dem Berufsalltag und der Frage, ob der neue Medizinberuf gegen den Ärztemangel hilft, gibt's hier zum Nachlesen. Inklusive Veranstaltungstipp.
 

Was macht ein Physician Assistant?

Die Aufgaben als Physician Assistant (kurz: PA, auf Deutsch manchmal auch Arztassistent oder Medizinassistent) sind anspruchsvoll und vielfältig. PAs gehören in Kliniken, Krankenhäusern oder Praxen zum Ärzteteam und arbeiten bei der Behandlung von Patienten professionell und zuverlässig neben Medizinern und Pflegepersonal mit. Zu ihren Tätigkeiten zählen (auf Anordnung von Medizinern, teils selbstständig ausgeführt):

  • Anamnese (Erstuntersuchung)
  • Erstellung von Diagnose und Therapieplan
  • Durchführung von komplexen Untersuchungen, etwa Ultraschalluntersuchungen
  • Durchführung von medizinisch-technischen Tätigkeiten, wie das Legen intravenöser Zugänge oder Pleura Punktionen
  • Ausführung von Therapieplänen
  • Mitwirkung bei operativen Eingriffen
  • Mitwirkung bei Notfallbehandlungen
  • Informationsweitergabe und Kommunikation, etwa das Verfassen von Arztbriefen
  • Teamkoordination und Prozessmanagement
  • Dokumentation

Obwohl Physician Assistants viel Verantwortung tragen, bleiben Entscheidungen und Verantwortung weiterhin klar den Medizinern überlassen.

Neuer Beruf! Was sind Physician Assistants und warum wir sie brauchen? Foto: Medicus Education Heidelberg AG

Neuer Beruf! Was sind Physician Assistants und warum wir sie brauchen? Foto: Medicus Education Heidelberg AG

Wie wird man Physician Assistant?

In Israel, den Niederlanden oder den USA gibt es den medizinischen Assistenzberuf PA bereits seit Jahrzehnten. In Deutschland startete im Jahr 2005 der erste PA-Studiengang, 2017 folgte dann beim 119. Ärztetag der Beschluss zur bundeseinheitlichen Definition von Ausbildung und Tätigkeitsprofil durch die Bundesärztekammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants und die Hochschulen. Damit ist der Physician Assistant in Deutschland ein junges, akademisches, medizinisches Berufsbild. Allerdings noch ohne eigenes Berufsgesetz, wie es in anderen medizinischen Berufen üblich ist.

Das PA-Studium richtet sich an Interessentinnen und Interessenten mit abgeschlossener dreijähriger Berufsausbildung im Bereich Gesundheit und Pflege und wird auch berufsbegleitend angeboten. Die Aufnahme des Studiums ohne abgeschlossene Ausbildung entspricht nicht dem Beschluss des 119. Ärztetages. Ein Wechsel vom PA-Studium ins Medizinstudium ist nicht möglich. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester (3 Jahre). Das Studium schließt mit einem Bachelor of Science (B. Sc.) ab.

Dank der breiten Basisausbildung können PA in die ambulante, haus- beziehungsweise fachärztliche oder stationäre Versorgung gehen und unter ärztlicher Supervision in unterschiedlichen Fachbereichen, wie etwa Anästhesie und Intensivmedizin, Chirurgie/Innere Medizin, Funktionsdiagnostik und Therapie oder Zentrale Notaufnahme, tätig werden. Laut dem Gehaltsportal Gehalt.de liegt der Verdienst als Physician Assistant bei rund 55.500 Euro brutto jährlich (Stand: 2019).

Was macht ein Physician Assistant? Foto: Medicus Education Heidelberg AG

Was macht ein Physician Assistant? Foto: Medicus Education Heidelberg AG

 

Helfen PA gegen den Ärztemangel?

Vor allem in ländlichen Regionen haben Krankenhäuser, Fach- und Hausarztpraxen Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Ein Physician Assistant kann zwar keinen Arzt ersetzen, Medizinern aber viele delegierbare Aufgaben abnehmen und damit wertvolle Unterstützung leisten, um den vor allem in ländlichen Regionen spürbaren Fachkräftemangel auf pragmatische Weise zu lindern. Da die Hochschulausbildung ein hohes Wissensniveau garantiert und sich durch den demografischen Wandel weiterhin großer Bedarf nach Fachkräften im medizinischen Bereich abzeichnet, verspricht der Beruf Zukunftssicherheit. Und durch die zunehmende Digitalisierung und den technischen Fortschritt eröffnet sich zusätzliches Potenzial für PAs, etwa in der Telemedizin.

Veranstaltungshinweis

Wollt ihr weiter über neue Medizinberufe in Zeiten des Ärztemangels diskutieren oder mehr zum Beruf Physician Assistant erfahren? Die Heidelberger Gespräche "Gesundheitsberufe" der Medical School 11 greifen das Thema "Fachkräftemangel im Gesundheitswesen? Die Rhein-Neckar Region geht neue Wege mit Physician Assistants" am Mittwoch, dem 05.02.2020 auf. Die Veranstaltung findet im Hörsaal Marsilius-Kolleg, Neuenheimer Feld 130.1, Heidelberg statt. Veranstaltungsbeginn ist 18 Uhr, das Ende ist gegen 21 Uhr geplant.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

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