Selbstbetrug

Wie ihr endlich aufhört, euch selbst zu betrügen

Foto: timothy eberly / unsplash
Foto: timothy eberly / unsplash

Da ist es schon wieder: Dieses Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Alle haben irgendwelche Erwartungen an euch – und ihr selbst erwartet am meisten. Supernoten, tolle Ausbildung, die beste Uni aller Zeiten – und was ist, wenn das alles nicht läuft? Wenn ihr merkt, dass das nicht ihr seid, die da bestimmen? Dass ihr einfach irgendwie im Strom mitschwimmt, aber gar nicht so genau wisst, wohin und warum? Ja, natürlich könnt ihr euch einreden, alles wäre super, so ist das eben im Leben: Was ihr wollt und das, was ist, passt einfach nicht zusammen. Man macht den anderen was vor und tut so als wäre alles „normal“. Aber mal ehrlich – ist das nicht irgendwie Selbstbetrug?

Lügt ihr, um anderen oder euch selbst zu gefallen?

Na klar müsst ihr nicht pausenlos allen Leuten eure Schwächen präsentieren. In vielen Fällen mag es durchaus angebracht sein, den „Schein zu wahren“. Ihr könnt euren Freunden, euren Mitschülern, Kommilitonen und Lehrern erzählen, was ihr wollt. Es macht aber sehr wohl einen Unterschied, wenn ihr nicht nur andere, sondern auch euch selbst belügt. Schneidet ihr bei Klausuren schlecht ab, weil ihr zu faul wart, richtig zu lernen, hilft es euch nicht, wenn ihr darüber jammert, dass die Aufgabenstellung viel zu schwer war und ihr euch nicht konzentrieren konntet. Es wird beim nächsten Mal nur besser laufen, wenn ihr euch den Grund für die schlechten Noten eingesteht: Ihr habt einfach nicht gelernt. Dabei ist die Akzeptanz einer Situation der einzige Weg, Dinge anders zu machen. Selbstbetrug verhindert Veränderung.

Wie ihr endlich aufhört, euch selbst zu betrügen / Foto: jose aragones / unsplash

Wie ihr endlich aufhört, euch selbst zu betrügen / Foto: jose aragones / unsplash

Selbstbetrug & Beziehungen: Machen eure Freunde euch glücklich?

Eure Beziehungen sind wunderbar? Eure Freunde sind die besten? Herzlichen Glückwunsch! Damit seid ihr etwas ganz Besonderes! Denn die wenigsten Leute haben nur beste Freunde und Super-Beziehungen. Kennt ihr das nicht auch? Schon wieder auf einer langweiligen Party rumgehangen und lauter öde Typen getroffen, die nur davon faseln, wie toll sie sind. Was sie für geniale Ideen haben und alle Welt so dumm ist, dass die das nicht bemerkt? Wie bitte? Diese öden Typen hättet ihr sein können? Das war jetzt wirklich einmal eine ehrliche Antwort. Damit rückt ihr der Selbsterkenntnis ein ganzes Stück näher: Beziehungen funktionieren nur, wenn ihr ehrlich seid. Nur dann könnt Ihr den Selbstbetrug beenden. Nicht nur zu euren Freunden. Zu euch selbst. Denkt einfach mal darüber nach, ob die Leute, mit denen ihr eure Zeit verbringt, wirklich gut für euch sind – oder ob sie euch zu Dingen motivieren, die gar nicht dem entsprechen, was ihr selbst wollt. Vielleicht entwickeln sich so andere Beziehungen, die besser zu euch passen?

Selbstbetrug – Wenn es reicht

Musstet ihr wieder einmal das ganze Wochenende zu Hause schuften, weil der Keller entrümpelt wurde? Die beste Freundin will unbedingt heute Nachmittag noch mit euch shoppen gehen, obwohl ihr eigentlich dringend für die Prüfung lernen müsstet? Und was wollt ihr? Das ist die alles entscheidende Frage. Ihr merkt selbst am ehesten, wann euch alles zu viel wird. Das Ganze also irgendwie aus dem Ruder läuft. Ob ihr zu viel Party macht oder nur damit beschäftigt seid, anderen zu gefallen. Das ist nicht gut für euch. Denn mittlerweile solltet ihr es besser wissen: Genug ist genug. Jeder hat seine Grenzen. Euch selbst vorzulügen, das sei bei euch anders oder „ein bisschen geht noch“ – diese Einstellung führt zu Stress und ganz viel Ärger. Selbstbetrug beenden heißt dann: Unterscheidet zwischen dem, was ihr wollt und dem, was andere von euch erwarten! Nur so könnt ihr euch aus Zwängen befreien und endlich euer eigenes Leben leben – erwachsen werden und de Selbstbetrug beenden!

Selbstbetrug beenden? Die Sache mit Verantwortung und Schuld

Was hilft es eigentlich, zu wissen, wer woran Schuld ist? Euer Chef behandelt euch wie einen Fußabtreter, eure Eltern beklagen sich über eure Trägheit, Leute, die gestern noch eure Freunde waren, reißen plötzlich gehässige Witze über euch – all das tut richtig weh und zieht euch total runter. Es ist nicht eure Schuld, wenn man euch ungerecht behandelt. Ihr könnt nichts dafür, wenn ihr vor lauter Prüfungsstress krank werdet und die Klausur nachschreiben müsst. Aber die Schuldfrage bringt euch auch nicht weiter. Stattdessen fragt euch lieber: Was kann ich denn tun? Was liegt in meiner Macht – welche Möglichkeiten habe ich, anders zu sein und glücklicher zu leben? Schließlich ist es euer Leben, dass von euch gelebt werden will. Nicht vom Chef, nicht von euren Eltern, Lehrern oder Freunden. Wenn ihr das berücksichtigt, kommt ihr eurem eigenen Glück ein großes Stück näher und könnt euch endlich von der ganzen Selbstverarschung verabschieden.

 

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