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1, 2 oder 3?

Wie viele Vorstellungsrunden sind zu viel?

Foto: linkedin sales solutions / unsplash
Foto: linkedin sales solutions / unsplash

Bevor du bei einem neuen Unternehmen starten kannst, musst du erst einmal die gefürchteten Vorstellungsgespräche und Assessment-Center überstehen. Jedes Unternehmen hat dabei seine eigene Vorgehensweise, Anforderungen und Anzahl an Vorstellungsgesprächen. In jedem einzelnen Schritt des Bewerbungsprozesses musst du überzeugen, um am Ende das Ziel – den Job – zu erreichen. Da hofft jeder natürlich, dass es sich auf ein oder zwei Runden beschränkt. Oft ist das aber nicht der Fall. Wir erklären dir, wie viele Gespräche üblich sind und wann es zu viel ist. 

Ein Dutzend Vorstellungsgespräche – die Regel?

Google ist eines der bekanntesten Unternehmen der Welt. Wenn du dort einen Job anfangen möchtest, solltest du viel Zeit und Geduld mitbringen. Die Bewerbungsprozesse ziehen sich bei dem Suchmaschinen-Unternehmen meist über mehrere Wochen und Monate. Bei dem Unternehmen kann ein Bewerber bis zu ein Dutzend Vorstellungsgespräche haben, bis am Ende endlich eine Entscheidung fällt.

Google liegt damit wahrscheinlich bei der Anzahl der Bewerbungsgespräche ganz vorne. Es ist wohl eher eine Ausnahme und nicht die Regel, dass du dich als Bewerber bei jeder Abteilung des Unternehmens vorstellst, mit der du später bei deinem neuen Job zusammenarbeiten wirst. Hier besteht, wie du dir denken kannst, viel Potenzial, im Bewerbungsprozess abgelehnt zu werden, wenn so viele verschiedene Leute bei der Entscheidung mitreden dürfen. Ist nur eine Abteilung gegen deine Einstellung, wirst du nicht eingestellt. 

Der Entscheidungsprozess zieht sich oft über Monate und am Ende liegt die abschließende Entscheidung bei einem der Gründer. Aber keine Sorge – Google ist, was die Anzahl an Vorstellungsgesprächen betrifft, nicht die Regel. 

 

1, 2 oder 3? Wie viele Vorstellungsrunden sind normal? Foto: david iskander / unsplash

1, 2 oder 3? Wie viele Vorstellungsrunden sind normal? Foto: david iskander / unsplash

Bewerbungsprozess und Assessment-Center

Die meisten Unternehmen in Deutschland eifern Google in der Anzahl der Vorstellungsgespräche nicht nach. Trotzdem solltest du dich auf ca. zwei Vorstellungsrunden mit zwei bis drei Gesprächspartnern einstellen. Bei manchen Unternehmen ist der Entscheidungsweg bis zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters kompliziert und langwierig

Ist ein deutsches Unternehmen global vertreten, sind zwei bis drei Vorstellungsgespräche mit ca. vier Gesprächspartnern üblich. Hier musst du in der Regel zusätzlich ein Assessment-Center mit Persönlichkeitstests, Eignungs- und Talentdiagnostik überstehen. In diesen Assessment-Centern, die für die Auswahl von anspruchsvollen Positionen und Trainees genutzt werden, musst du dich gegen mehrere andere Teilnehmer behaupten. Durch verschiedene Aufgaben wird anhand festgelegter Kriterien deine Eignung für die Stelle ermittelt. Das Bewerbungsverfahren gilt aufgrund der Struktur als objektiver als andere. Assessment-Center sind aber nicht Teil jedes Bewerbungsprozesses.

Ein Dutzend Vorstellungsgespräche – die Regel? Foto: fauxels / Pexels

Ein Dutzend Vorstellungsgespräche – die Regel? Foto: fauxels / Pexels

Vorstellungsgespräch multinational

Möchtest du bei einem multinationalen Unternehmen anfangen, solltest du dich auf einen umfangreicheren Bewerbungsprozess gefasst machen. Die ersten drei bis vier Vorstellungsrunden in Deutschland sind in der Regel mit vier bis fünf Teilnehmern und dauern drei Tage. Darauf folgen zusätzlich die ein bis zwei Vorstellungsgespräche auf internationaler Ebene. Hast du die ersten Runden überstanden, kommen manchmal noch weitere Verfahren, um dich, deine Fähigkeiten und Eigenschaften zu testen. Bis eine Entscheidung über deine Einstellung fällt, dauert es sehr lange und du musst dich in Geduld üben.

Ein Grund hierfür sind die hohen Kosten bei Personalentscheidungen. Die Auswahl der passenden Mitarbeiter ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Falsche Entscheidungen bei der Einstellung von Personal kosten das Unternehmen Zeit und Geld. Der Bewerbungs- und Einstellungsprozess einer neuen Fach- oder Führungskraft schluckt nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld.

Fazit

Bewerbungsprozesse sind nicht immer mit ein oder zwei Vorstellungsgesprächen beendet. Google steht mit bis zu zwölf Runden wahrscheinlich an der Spitze der Unternehmen, wenn es um die Anzahl der Vorstellungsgespräche geht. Die meisten Firmen fällen nach ca. zwei Gesprächen ihre Entscheidung, ob du eingestellt wirst oder nicht.

Bewerbungsprozesse können oft kompliziert und langwierig sein. Zusätzliche Screeningverfahren wie Assessment-Center werden oft genutzt, um objektiver über die Eignung des Bewerbers zu entscheiden. Durch die hohen Kosten bei Personalentscheidungen sind umfangreiche Bewerbungsprozesse besonders bei internationalen Konzernen normal.

Wie viele Vorstellungsgespräche üblich sind, hängt auch von der Unternehmensgröße ab und ob die Firma national oder international agiert. Leider musst du dich meistens in Geduld üben und viel Zeit mitbringen, wenn du dich auf einen neuen Job bewirbst. 

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