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Corona Impfung

Sicherheit des Impfstoffs gegen SARS-CoV-2

Foto: artem podrez / unsplash
Foto: artem podrez / unsplash

Erst vor wenigen Wochen wurden die ersten Impfstoffe gegen Corona in Deutschland zugelassen. Jetzt stehen viele Menschen vor der Frage: Soll ich mich gegen SARS-CoV-2 impfen lassen oder nicht? Die Corona Impfung ist neu und die schnelle Entwicklung des Impfstoffs hat bei vielen für Skepsis gesorgt. Sind diese Bedenken berechtigt und ist der Impfstoff gegen Corona sicher?

Corona Impfung – Sicherheit des Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 / Foto: gustavo fring / Pexels

Corona Impfung – Sicherheit des Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 / Foto: gustavo fring / Pexels

Corona Impfung – in Rekordzeit auf dem Markt

Zu Beginn der Pandemie war noch nicht sicher, ob uns irgendwann ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen würde. Jetzt haben die Impfstoffentwickler Gas gegeben und in Rekordzeit einen Impfstoff gegen Corona auf den Markt gebracht. Bislang war es der Impfstoff gegen Mumps, der am schnellsten entwickelt wurde. Hier betrug die Entwicklungsdauer vier Jahre. Nur knapp ein Jahr nach Beginn der Pandemie gibt es einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Allerdings tauchen jetzt neue Probleme auf. Während sich die einen über die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs freuen, macht diese schnelle Impfstoffentwicklung andere eher skeptisch.

Jetzt kann sich also ein weiteres Problem ergeben: Möglicherweise entscheiden sich zu wenig Menschen für eine Corona Impfung und die angestrebte Herdenimmunität wird nicht erreicht. Jetzt geht es darum, genügend Menschen von der Impfung zu überzeugen, damit diese die Arme frei machen und sich impfen lassen. Dabei sind für einen ausreichenden Schutz bei den Impfstoffen von Pfizer-Biontech und Moderna jeweils zwei Impfdosen in kurzen Zeitabständen notwendig. Die Herdenimmunität wird allerdings erst erreicht, wenn zwischen 60 und 90 Prozent der Kinder und Erwachsenen geimpft sind oder durch eine Infektion Antikörper aufgebaut haben.

Aktuell steht noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, um alle zu impfen, die das wollen. In den USA und zahlreichen europäischen Ländern warten bereits viele Menschen auf die Corona Impfung. Viele wünschen sich, dass Wirtschaft und soziales Leben wieder in gewohnte Bahnen zurückkehren. Die ständig steigenden Todeszahlen und die Angst davor, selbst krank zu werden oder liebe Menschen durch Covid 19 zu verlieren, ist groß. Allerdings gibt es auch viele Menschen, die eine Impfung gegen Corona ablehnen oder zögern, diese in Anspruch zu nehmen. Aufgrund der schnellen Entwicklungszeit sind einige skeptisch gegenüber dem Impfstoff. Manche lehnen Impfungen möglicherweise generell ab. Jetzt sind Sozialwissenschaftler und Kommunikationsprofis gefragt, um über die Corona Impfung zu informieren, aufzuklären und die Impfbereitschaft zu erhöhen.

Corona Impfung – in Rekordzeit auf dem Markt / Foto: thirdman / Pexels

Corona Impfung – in Rekordzeit auf dem Markt / Foto: thirdman / Pexels

Kann ein Impfstoff sicher sein, wenn dieser so schnell entwickelt wurde?

Sicher ist, bislang gibt es keinen Impfstoff, der so schnell entwickelt wurde wie der Impfstoff gegen Corona. Klar, dass das bei manchen etwas Skepsis auslöst. Wenn Impfstoffe in der Regel lange getestet werden müssen und erst nach einigen Jahren auf den Markt kommen, wie kann es dann sein, dass der Corona Impfstoff bereits nach einem Jahr zur Verfügung steht? Ist die Sicherheit dann überhaupt gewährleistet? Es gibt einige gute Gründe, die dafür sprechen, dass auch trotz schneller Entwicklung keine Abstriche bezüglich der Sicherheit gemacht werden müssen. Das Rekordtempo, das bei der Entwicklung des Corona Impfstoffs an den Tag gelegt wurde, könnte sogar Hoffnung machen, dass es in Zukunft schneller gelingt.

 

Wie wird ein Impfstoff überhaupt entwickelt?

Bevor ein Impfstoff auf den Markt kommt, muss dieser mehrstufige Tests durchlaufen. Die Forscher müssen nachweisen, dass der eventuelle Impfstoff sicher ist und wirkt. Dieser Vorgang hat in der Vergangenheit viel Zeit in Anspruch genommen. Oftmals ziehen mehrere Jahre ins Land, ehe ein Impfstoffkandidat auf den Markt kommt. Aber nicht nur die einzelnen Testphasen sind für diese lange Entwicklungsdauer verantwortlich, es gibt zahlreiche andere Hürden, die ein Impfstoff bis zur Marktreife überwinden muss. Solche Hürden können sein:

  • Startschwierigkeiten
  • Bürokratische Hürden
  • Nicht genügend Infektionen und wenig Probanden
  • Probleme mit der Finanzierung
  • Klinische Studien
  • Viren, die sehr stark mutieren

Bei der Entwicklung der Corona Impfung wurden einige dieser Hürden von Anfang an aus dem Weg geräumt oder waren gar nicht vorhanden. Es gab bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 unter anderem deshalb weniger Startschwierigkeiten, weil SARS- und MERS-Viren bereits bekannt waren und das neue Coronavirus viele Eigenschaften mit diesen gemeinsam hat. Die Impfstoffforschung hatte bereits begonnen, sich mit der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Coronaviren zu beschäftigen. Die Ausgangslage war also eine andere als bei gänzlich unbekannten Viren. Finanzierungsprobleme mussten die Pharmaunternehmen ebenfalls nicht fürchten, da die Staaten hier finanzielle Unterstützung geleistet haben. Einige Pharmaunternehmen haben das finanzielle Risiko in Kauf genommen und der Forschung nach einem Impfstoff aufgrund der Pandemie oberste Priorität zugeordnet. Ohne finanzielle Engpässe war es auch möglich, mehrere Studien parallel zu initiieren. Es wurden außerdem bürokratische Hürden vorab aus dem Weg geräumt und es konnten einige Testphasen parallel durchgeführt werden. Ein hohes Infektionsgeschehen ist für die Impfstoffentwicklung zudem von Vorteil, da so die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten besser überprüft werden kann. SARS-CoV-2 mutiert zwar und es sind mittlerweile auch einige Mutationen bekannt, allerdings geht man davon aus, dass die entwickelten Impfstoffe auch gegen Mutationen wirken beziehungsweise an diese schnell angepasst werden können.
 

Hat die Corona Impfung Nebenwirkungen?

Bei Impfstoffen muss unterschieden werden zwischen klassischen, kurzfristigen Reaktionen auf die Impfung, unerwünschten Nebenwirkungen sowie seltenen Nebenwirkungen. Nach der Impfung gegen Corona – eingesetzt wurde der Impfstoff von Biontech – sahen die häufigsten Impfreaktionen wie folgt aus:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber

Die Reaktion auf die Corona Impfung kann damit etwas stärker ausfallen als bei einer Impfung gegen Grippe. Unerwünschte Nebenwirkungen blieben in den meisten Fällen aus. Einige Probanden berichteten von einer vorübergehenden Schwellung der Lymphknoten. Bei vier Personen kam es zu einer vorübergehenden Gesichtslähmung, ob diese mit der Corona Impfung im Zusammenhang steht, ist jedoch unklar. Außerdem wurden allergische Reaktionen beobachtet. Ist man gegen Bestandteile des Impfstoffs allergisch, sollte keine Impfung erfolgen. Jede Impfung sollte mit einem Arzt besprochen werden. Sehr seltene Nebenwirkungen fallen in der Regel erst nach der Markteinführung auf. Es müssen sehr viele Menschen geimpft werden, damit sehr seltene Nebenwirkungen auffallen. Allerdings werden sehr seltene Nebenwirkungen auch durch eine längere Studiendauer oftmals nicht entdeckt. In manchen Fällen kommt es nach einer Impfung zu einer Autoimmunreaktion. Das heißt, die durch die Impfung gebildeten Antikörper greifen gesunde Strukturen an. Auch Autoimmunerkrankungen sind nicht auszuschließen. Wie bei jeder Impfung und jedem Medikament gibt es ein gewisses Restrisiko. Nutzen und Risiko müssen hier – wie bei anderen Medikamenten und Impfungen auch – gegeneinander abgewogen werden.

 

Corona Impfung – wer sollte sich nicht für eine Impfung entscheiden?

Bislang wurden nicht alle Personengruppen in Studien rund um den Corona Impfstoff eingeschlossen, weshalb die Impfung nicht für alle empfohlen wird. Für Kinder, Schwangere sowie Allergiker und Immunschwache wird eine Impfung gegen das Coronavirus bislang nicht empfohlen. Bei Kindern und Schwangeren stehen Studienergebnisse noch aus. Menschen, die bereits auf andere Impfungen allergisch reagiert haben, wird von einer Impfung abgeraten. Im Zweifelsfall holt ihr euch ärztlichen Rat.
 

Fazit

Es gibt bislang keine Impfpflicht für die Corona Impfung. Ihr könnt euch freiwillig dafür oder dagegen entscheiden. Informiert euch bei seriösen Quellen über die Corona Impfung, lasst euch ärztlich beraten und entscheidet dann, ob ihr euch impfen lassen wollt. Wie bei jeder Impfung müssen Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen werden.

Wir übernehmen keine Garantie oder Haftung für irgendwelche Aussagen. Dieser Artikel dient lediglich der Information. Ob ihr euch gegen Corona impfen lasst oder nicht, besprecht ihr mit eurem Arzt.

 

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