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Die psychischen Folgen von Corona

so wirkt sich die Krise aus

Foto: pawel szvmanski / unsplash
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Psychische Folgen von Corona können Schlaflosigkeit, depressive Verstimmung, Verwirrtheit und Vergesslichkeit sein. Je länger die Pandemie und die damit verbundenen Restriktionen andauern, desto größer sind auch die psychischen Folgen von Corona. Die psychischen Folgen von Corona treffen im Übrigen nicht nur Infizierte, auch wer nicht an Covid-19 erkrankt kann leiden. Die Zukunft ist unsicher, viele haben wirtschaftliche Probleme, wir sind sozial isoliert und machen uns Sorgen um unsere Gesundheit und die unserer Angehörigen. Welche Langzeitfolgen die Corona-Krise für die Psyche hat, kann natürlich noch nicht abschließend geklärt werden, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Risiko für Suchtverhalten, Angsterkrankungen, Belastungsstörungen und Depressionen steigen könnte.

Psychische Folgen von Corona - so kann sich die Pandemie auswirken

Die Corona-Krise kann sich auch auf die Psyche von uns Menschen auswirken. Wir Menschen sind soziale Wesen, die auf Kontakte zu anderen Menschen angewiesen sind. Social Distancing hat vielleicht Vorteile was die Eindämmung der Pandemie anbelangt, auf die Psyche können sich Isolations- und Quarantäne-Maßnahmen jedoch verheerend auswirken. Die psychischen Folgen von Corona können sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen. Manche haben große Angst vor einer Ansteckung und vor der Erkrankung selbst. Andere haben Existenzängste und fragen sich, wie es in Zukunft trotz Pandemie weitergehen soll. Viele Menschen spüren eine große Unsicherheit. Psychische Folgen von Corona können alle treffen. Sowohl gesunde Menschen als auch Menschen, die bereits vor der Pandemie eine psychische Erkrankung hatten, können davon betroffen sein. Stress und Wut nehmen ebenso zu wie Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Depressivität. Es gibt Untersuchungen aus China, die zeigen, dass zu Beginn der Pandemie vor allem Ängste aufgekommen sind. In Deutschland sollen noch Studien folgen, welche die psychischen Folgen von Corona hierzulande genauer beleuchten.

Die psychischen Folgen von Corona – so wirkt sich die Krise aus / Foto: nathana reboucas / unsplash

Die psychischen Folgen von Corona – so wirkt sich die Krise aus / Foto: nathana reboucas / unsplash

Psychische Folgen von Corona - das Krisenmanagement muss auch diese berücksichtigen

Beim Umgang mit der Pandemie dürfen die psychischen Folgen von Corona nicht außer Acht gelassen werden. Die soziale Isolation stellt für viele Menschen eine große Herausforderung dar. Einige Experten fordern, dass beim Corona-Krisenmanagement auch Faktoren wie die Widerstandskraft und die Resilienz der Bevölkerung berücksichtigt werden. Es sollen psychosoziale Strategien in das Corona-Krisenmanagement aufgenommen werden. Die DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.) fordert zum Beispiel eine Untersuchung, ob die soziale Isolation Dinge wie Sucht, Aggressivität und Suizidalität verstärkt. Im Idealfall wird solchen Entwicklungen durch entsprechende Angebote frühzeitig entgegengesteuert.

Psychische Folgen von Corona – manchmal sind sie auch positiv

Die psychischen Folgen von Corona müssen nicht nur negativer Natur sein. Manch einer stellt im Laufe der Pandemie sogar einen Zuwachs an Glück bei sich fest. In einer Krise wie der Corona-Pandemie werden nicht nur Schattenseiten wie durch ein Brennglas beleuchtet. Auch positive Dinge können ans Licht gebracht und verstärkt werden. Extreme Situationen haben auch das Potenzial, dass Menschen wieder näher zusammenrücken. Beziehungen können mehr Tiefe erhalten und manchmal gibt eine Krise den Ausschlag für entscheidende Veränderungen. In Krisen kommt es häufig zu Extremen und es kann zu Ausschlägen auf beide Seiten kommen.

Mehr Produktivität?

Eine weitere positive Veränderung, die beobachtet werden kann, ist eine Produktivitätssteigerung durch das Homeoffice. Viele Arbeitgeber bemerken diese Produktivitätsseigerung und zeigen sich überrascht. Remote Work scheint sich zumindest auf die Produktivität positiv auszuwirken.

Allerdings fühlen sich viele auch zunehmend hilflos, weil die Kommunikation eingeschränkt und auf digitale Medien beschränkt ist. Dinge anzusprechen, zu besprechen, Small Talk, der Austausch von Klatsch und Tratsch, Ausflüge in die Natur, Kulturerlebnisse und ausgelassenes Feiern gehören zu den Dingen, die für uns oftmals ein Ventil darstellen. Keines dieser Ventile steht derzeit zur Verfügung. Wie verschafft man sich also Luft? Hinzukommt, dass die Corona-Krise wie ein Verstärker wirkt. Probleme, die vorher schon da waren, machen sich jetzt verstärkt bemerkbar. Ängstliche Menschen werden noch ängstlicher. Jene, die schon vorher kaum Zugang zu Bildung hatten, haben jetzt erst recht keinen mehr. Einsamkeit, soziale Phobien, Depressionen, Gewaltbereitschaft, Hoffnungslosigkeit - all das scheint durch die Pandemie gestiegen zu sein.

Aktuelle Metastudien bestätigen diese Entwicklung. Viele Menschen fühlen sich ängstlicher, einsamer und depressiver als vor der Pandemie. Was uns früher hoch und heilig war, gilt nicht mehr. Wir sollten unserer Berufung folgen, uns selbst verwirklichen. Wer nur wirklich will und fleißig ist, der kann alles erreichen. Mit Berufung und Selbstverwirklichung ist es in der Pandemie nicht mehr weit her. Durch die zahlreichen Einschränkungen kann man in vielen Bereichen eher von einem Berufsverbot sprechen. Selbstständige, Unternehmer und Freiberufler mussten für die Verwirklichung ihrer beruflichen Träume oftmals Mut beweisen und alles auf eine Karte setzen. Durch die Pandemie und die zahlreichen Restriktionen kommt vieles ins Wanken und Unternehmertum wird nicht mehr unbedingt belohnt.

Psychische Folgen von Corona - so kann sich die Pandemie auswirken / Foto: windows / unsplash / Foto: windows / unsplash

Psychische Folgen von Corona - so kann sich die Pandemie auswirken / Foto: windows / unsplash / Foto: windows / unsplash

Psychische Folgen von Corona – so unterstützt ihr eure Psyche

Ihr habt das Gefühl, so langsam kirre zu werden? Ihr fürchtet euch vor den psychischen Folgen der Corona-Pandemie und wollt etwas für eure psychische Widerstandskraft und Resilienz tun? Sich aktiv um die eigene psychische Gesundheit kümmern zu wollen, ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Folgende Ideen können euch im Alltag während der Pandemie unterstützen:

  • Achtet auf euch und haltet euch an eine Routine. Auch im Homeoffice sind Routinen wichtig, um Arbeitszeit und Freizeit besser trennen zu können. Sorgt für ausreichend Pausen und Erholungszeit.
  • Bringt Bewegung in euren Alltag. Erledigt kleine Besorgungen, wenn möglich zu Fuß, macht Spaziergänge, geht im Wald walken oder joggen oder macht zu Hause ein kleines Workout. Bewegung und vor allem Bewegung an der frischen Luft hilft dabei, einen klaren Kopf zu bewahren.
  • Haltet Kontakt zu euren Liebsten. Auch wenn Social Distancing angesagt ist und persönliche Kontakte möglichst eingeschränkt werden sollen, ihr dürft auf andere Kommunikationsmittel zurückgreifen. Haltet eure Freunde per Whatsapp auf dem Laufenden, telefoniert mit der Oma und vereinbart Treffen mit der Familie zum sonntäglichen Frühstück bei Skype oder Zoom. Ein Videochat mag erst einmal befremdlich wirken, aber mit der Zeit wird auch das normaler und ihr profitiert auf jeden Fall vom gegenseitigen Austausch.
  • Unterstützt andere während der Pandemie. Vielleicht seid ihr gesund und gehört nicht zur Risikogruppe, möchte aber ältere und vorerkrankte Menschen in dieser schwierigen Zeit unterstützen? Dann bietet an Einkäufe oder andere Besorgungen zu erledigen.
  • Übt euch darin, das Positive zu sehen und dankbar zu sein. In Zeiten von Corona mag es manchmal schwer falle, noch positiv zu denken. Hier gilt es, die kleinen Freuden im Alltag zu erkennen und bewusst wertzuschätzen. Ein gutes Telefonat mit der besten Freundin, das Lieblingsessen, ein gutes Buch oder einfach Zeit für ein warmes Vollbad - all diese Dinge könnet ihr beispielsweise in einem Dankbarkeitstagebuch festhalten.
  • Achtet auf einen guten Schlaf. Ihr solltet auch während der Isolation oder Quarantäne auf eine gute Schlafhygiene achten. Haltet feste Bettgeh- und Aufstehzeiten ein, dunkelt das Zimmer ab, sorgt für frische Luft und vermeidet das Lesen von Nachrichten kurz vor dem Zubettgehen. Nehmt euch Zeit für angenehme Rituale wie Lesen oder eine Tasse Tee trinken.
  • Kontrolliert euren Medienkonsum. Beschäftigt euch nicht nonstop mit Nachrichten über Corona. Haltet eure Medienzeit begrenzt und nutzt ein oder zwei seriöse

Fazit

Mit den psychischen Folgen von Corona haben mittlerweile sehr viele Menschen zu kämpfen. An kaum einem Menschen wird diese Krise spurlos vorbeigehen. Ihr könnt jedoch etwas für eure psychische Gesundheit tun. Haltet Kontakt mit euren Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern über digitale Kommunikationskanäle, sorgt für Routinen, ernährt euch gesund, geht an die frische Luft und beschäftigt euch mit positiven Dingen. Sollte eure Stimmung in Richtung absoluter Nullpunkt sinken, sucht professionellen Rat. Psychologische Beratungsstellen könnt ihr auch online kontaktieren.

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