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Krawattenpflicht

diese Anlässe erfordern eine Krawatte

Foto: andrea piacquadio / Pexels
Foto: andrea piacquadio / Pexels

Die Krawatte kommt anscheinend auch in den heutigen Zeiten, in denen der Casual Look vorherrscht, nicht aus der Mode. Bislang gibt es scheinbar keine echte Alternative, die den eleganten Business Look so perfekt abrundet wie der Schlips oder Selbstbinder. In einigen Bereichen herrscht sogar nach wie vor Krawattenpflicht. In manchen Unternehmen gehört der Schlips zum Dresscode. Steht er doch wie kein anderes Accessoire für Seriosität und Vertrauenswürdigkeit. Die Krawatte wird von vielen sogar als Statussymbol verstanden. Allerdings müssen Krawatten nicht mehr zwingend zu jedem Anlass getragen werden. Dennoch gibt es einige Anlässe, bei welchen ihr auf einen Selbstbinder nicht verzichten solltet. Wann ihr die Krawattenpflicht ernst nehmen solltet, verraten wir euch hier.

Krawattenpflicht – woher kommt die Krawatte eigentlich?

Der Ursprung der Krawatte liegt weit in der Vergangenheit. Dass sich Krawatten bis ins 21. Jahrhundert gehalten haben, spricht für deren große Beliebtheit. Die große Beliebtheit des Schlipses ist wohl auf seine Funktion als Statussymbol zurückzuführen. Wird das Outfit mit einer Krawatte abgerundet, lässt einen das umgehend vertrauenswürdiger und glaubwürdiger erscheinen. Natürlich muss die Krawatte perfekt gebunden sein und der Knoten muss sitzen. Wer sehr jung aussieht, kann sich durch einen Schlips optisch etwas älter machen. Wer nach mehr Geld oder Erfolg im Beruf aussehen möchte, ist mit diesem Herrenaccessoire ebenfalls gut beraten. Im Job verleiht die Krawatte Seriosität. Man stelle sich nur einen Anwalt im Gerichtssaal in Flip-Flops, Shorts und Tanktop vor. Wahrscheinlich möchte man sich von einem so lässig gestylten Anwalt ungern verteidigen lassen. Krawatte und Anzug lassen einen Anwalt auf jeden Fall vertrauenerweckender wirken.

Ihren Ursprung hat die Krawatte weit in der Vergangenheit. So sollen bereits römische Krieger ein Tuch aus Baumwolle oder Schafwolle um den Hals getragen haben. Dieses Tuch war bekannt als "Focale". Es diente als wärmender Schal und Schutz vor Verletzungen. Das Tuch wurde vielseitig eingesetzt und war fester Bestandteil der Uniform. Später zeigte sich Ludwig XIV als besonderer Befürworter der Krawatte. Bevor Ludwig XIV seine Begeisterung äußerte, trugen Soldaten im 30-jährigen Krieg ein vergleichbares Kleidungsstück. Kroatische Soldaten sollen den König dann mit einem um den Hals gebundenen Tuch von diesem Kleidungsstück überzeugt haben. Die Bezeichnung "Krawatte" geht auf das französische "à la cravate" zurück. Dies bedeutet so viel wie "nach kroatischer Art". Diese Halsbinde, die der Legende nach auch Ludwig XIV inspirierte, kann als Vorläufer der heutigen Krawatte gesehen werden. Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Halsbinde mehr und mehr zu einem politischen Erkennungsmerkmal. Während die Adeligen weiße Seidentücher trugen, banden sich die Proletarier bunte Baumwolltücher um den Hals. Im Laufe der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte veränderte sich dieses Accessoire. Früher trug man breite, kurze Formen, die heutige Krawatte ist eher lang und schmal. Auch verschiedene Techniken des Bindens und Tragens haben sich im Laufe der Jahre herausgebildet.

Krawattenpflicht – diese Anlässe erfordern eine Krawatte / Foto: canva studio / Pexels

Krawattenpflicht – diese Anlässe erfordern eine Krawatte / Foto: canva studio / Pexels

Krawattenpflicht - zu welchen Anlässen wird eine Krawatte getragen?

Mit einer Krawatte um den Hals, werdet ihr eher ernst genommen. Die Krawatte gehört bei Politikern und Finanzexperten noch heute zum Outfit dazu. Zwar gibt es heute auch in der Politik und der Finanzbranche Ausnahmen von der Krawattenpflicht, aber der Großteil bleibt diesem Accessoire treu. Ihr seid nicht in der Politik tätig und wollt auch nicht die Tagesschau moderieren? Bei folgenden Anlässen sollte für euch dennoch die Krawattenpflicht gelten:

  • Hochzeit: Ob ihr der Bräutigam selbst, ein Verwandter, Freund, Kollege oder Bekannter seid und als Gast auf der Hochzeit eingeladen seid, es gilt Krawattenpflicht. Die meisten Bräute werden nicht sonderlich begeistert sein, wenn alle Herren im bunt bedruckten T-Shirt und Jeans auf der Hochzeit erscheinen. Anzug und Krawatte gehören zu einem Hochzeitsoutfit einfach dazu. Einzige Ausnahme: In der Einladung wird ausdrücklich ein anderer Dresscode verlangt. Ihr passt euch natürlich den Wünschen des Brautpaares an.
  • Beerdigung: Die Krawatte gilt auch als Ausdruck des Respekts. So wie ihr zu feierlichen Anlässen wie einer Hochzeit eine Krawatte tragen solltet, so solltet ihr das auch dann tun, wenn ihr jemandem die letzte Ehre erweist. Ihr drückt damit eure Achtung und euren Respekt dem Menschen gegenüber aus, den ihr auf dem Weg ins Grab begleitet.
  • Bewerbungsgespräch: Bei einem Bewerbungsgespräch wollt ihr euch von der besten Seite zeigen. Anzug, Krawatte und ein generell gepflegtes Auftreten sind hier von Vorteil. Ein gut gewähltes Outfit erhöht eure Chancen auf den Job. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Bringt vorab in Erfahrung, welches Outfit bei eurem Wunscharbeitgeber verlangt wird.
  • Finanzbranche: Wenn ihr als Banker arbeitet, gehört die Krawatte nach wie vor zu eurem Arbeitsoutfit. Zumindest gilt das in den meisten Banken. Hier soll die Krawatte eure Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit unterstreichen.
  • Besuch in der Oper: Es ist auch nicht verkehrt, sich für einen Besuch in der Oper ansprechend zu kleiden. Mit Anzug und Krawatte müsst ihr euch in der Oper auch dann nicht underdressed fühlen, wenn ein gut gekleideter Mittsiebziger mit Fliege und Smoking neben euch sitzt und der Darbietung lauscht. Eine Dame im Abendkleid passt dann perfekt zu euch.
  • Date: Viele Damen sehen es gern, wenn sich der Herr beim ersten Date ordentlich in Schale wirft und in Anzug und Krawatte auftritt. Habt ihr euch zu einem Abendessen in einem noblen Restaurant verabredet? Dann erscheint doch in einem eleganten Outfit und seid ein Gentleman auf ganzer Linie.

 

Wenn schon Krawattenpflicht, dann aber richtig kombiniert / Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Wenn schon Krawattenpflicht, dann aber richtig kombiniert / Foto: tima miroshnichenko / Pexels

Wenn schon Krawattenpflicht, dann aber richtig kombiniert

Wenn ihr irgendeinen Anlass vor euch habt, bei welchem das Tragen einer Krawatte angebracht wäre oder bei euch im Job herrscht Krawattenpflicht, dann achtet auf die richtige Kombination. Es gibt kaum ein Accessoire für Herren, das so stark nach außen wirkt wie die Krawatte. Diese Gelegenheit solltet ihr nicht ungenutzt lassen. Bevor ihr also loszieht, um eine Krawatte zu kaufen, solltet ihr euch vorab überlegen, wie ihr diese harmonisch kombinieren könnt. Aus diesem Grund wählt ihr zuerst Anzug und Hemd aus. Anschließend sucht ihr die passende Krawatte aus. Krawatten sind in nahezu unzähligen Farben, Designs und Materialien erhältlich. Die Auswahl an Hemden und Anzügen ist da wesentlich begrenzter. Die Krawatte bietet euch daher auch die Möglichkeit, euch ein wenig modisch auszutoben und von anderen abzugrenzen. Wichtig bei der Auswahl einer Krawatte: Das Muster des Hemdes sollte nicht stärker sein als das der Krawatte. Im Idealfall kombiniert ihr ähnliche Farbtöne mit unterschiedlichen Designs. Im Zweifel lasst ihr euch beraten oder geht nach eurem eigenen Geschmack.

Fazit

Auch wenn die Krawattenpflicht in vielen Unternehmen abgeschafft wurde und man nicht mehr zwingend mit Krawatte am Arbeitsplatz erscheinen muss, kann dieses Kleidungsstück bei vielen Anlässen nach wie vor sehr hilfreich sein. Mit Krawatten könnt ihr euer Hochzeitsoutfit abrunden, eure Glaubwürdigkeit erhöhen oder eurer Angebeteten signalisieren wie wichtig euch das erste Date mit ihr ist. Oder ihr nutzt die Krawatte einfach als modisches Accessoire und bringt wann immer möglich Farbe ins Spiel.

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