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Mobbing & neu im Job?

Ein paar Tipps

Foto: inzmam khan / Pexels
Foto: inzmam khan / Pexels

Im Grunde genommen ist die Situation ideal: Ihr habt den Abschluss in der Tasche und die erwünschte Stelle in eurem Traumberuf bekommen. Ihr steht endlich auf eigenen Beinen und ein neues Lebenskapitel beginnt. Nur ist das zwischenmenschliche Miteinander am neuen Arbeitsplatz unglücklicherweise nicht so rosig.

Wo Menschen zusammenkommen, besteht leider immer die Möglichkeit von feindseligen Verhalten untereinander – eben auch am Arbeitsplatz. Damit es gar nicht erst so weit kommt, dass ihr von Kollegen oder Vorgesetzten schikaniert werdet und wie ihr Mobbing im neuen Job effektiv entgegentreten könnt, erfahrt ihr hier.

 

Wie ihr endlich aufhört, euch selbst zu betrügen / Foto: jon tyson / unsplash

2.-mobbing-unsplash-jon-tyson.jpg, by Mobbing beim Berufsstart? bigKARRIERE über den Worst Case / Foto: jon tyson / unsplash

Mobbing neuer Job

1. Die Situation überprüfen

Laut repräsentativer Studie des Meinungsforschungsinstituts OnePoll gaben mehr als 60 % der rund 1.000 befragten Arbeitnehmer an, im beruflichen Alltag schon einmal gemobbt worden zu sein. Mobbing im Job scheint also ein stetiger beruflicher Begleiter zu sein.

Wenn die kalte Atmosphäre am Arbeitsplatz und das Verhalten der Kollegen belastend wird, ist es hilfreich, sich vorab eine genaue Bestandsaufnahme der konfliktbelasteten Situationen zu machen: Werdet ihr grundlos schlecht behandelt oder habt ihr das feindselige Verhalten  selbst provoziert? War die Mobbing-Situation einmalig oder kommt sie regelmäßig vor? Überprüfe die jeweilige Situation, um gegebenenfalls Verantwortung zu übernehmen oder einen untypischen "Ausrutscher" zu entschuldigen. Denn Menschen machen Fehler – die anderen, aber auch ihr.

2. Ergreife erste Maßnahmen

Bei einem neuen Job ist es besonders wichtig, gerade am Anfang eine gute Performance zu zeigen. Wer ständig gemobbt wird, ist aber unproduktiver und unmotivierter. Erschreckender ist jedoch: Mobbing ist gesundheitsschädlich, löst enormen Stress aus und kann sogar Basis für Angststörungen werden. Vor diesen ernsten Hintergründen ist es wichtig, geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Mobbing am Arbeitsplatz zu kennen.

Könnt ihr die Person, von der ihr euch schlecht behandelt fühlt, alleine stellen? Gibt es vertrauenswürdige Kollegen, die euch bei einer Konfrontation unterstützen oder ermutigen könnten? Auch außerhalb eures neuen Arbeitsplatzes kannst du Hilfe finden: Zusammen mit einem Berufscoach oder einem Therapeuten, der euch bei deinem Weg gegen das Mobbing unterstützt, könnt ihr einen Maßnahmenplan ausarbeiten, um das Problem effektiv anzugehen.

 

Lügt ihr, um anderen oder euch selbst zu gefallen? / Foto: fauxels / pexels

3.-mobbing-pexels_fauxels.jpg, by Mobbing & neu im Job? Ein paar Tipps / Foto: fauxels / pexels

3. Informiere einen Vorgesetzten oder deine zuständige Personalabteilung

Ist die Situation mit der Person, die schikaniert, nicht zwischen euch beiden zu lösen oder wollt ihr mit dem Mobber nicht mehr reden, wird es Zeit, sich an einen Vorgesetzten oder an die Personalabteilung zu wenden. Gibt es einen Streitschlichter oder ähnliche Positionen im Unternehmen selbst, die sich um Konflikte am Arbeitsplatz kümmern?

Passt lediglich darauf auf, nicht vorschnell Schuldzuweisungen zu machen, wenn ihr eure Bedenken und Sorgen mit anderen besprecht. Überlegt euch am besten vor dem Gespräch, was genau ihr sagen wollt und stellt im Nachhinein sicher, dass nach einem Gespräch auch Taten und besprochene Lösungsmaßnahmen durchgeführt werden.

4. Nehmt es euch nicht zu Herzen

Ein Tipp, der leichter gesagt als getan ist. Emotional nimmt Mobbing jeden mit, dem sowas widerfährt. Auch wenn es seltsam klingt: In der Regel geht es dem Mobber nicht um euch, sondern um seine eigenen Probleme. Ein tyrannischer Kollege könnte aufgrund von Kontrollsucht oder Unsicherheit unangemessen und unfair handeln. Es ist wichtig, sich gesunde emotionale Grenzen anzutrainieren, mit denen ihr Situationen mit schwierigen Kollegen mutig, selbstbewusst und widerstandsfähig entgegentreten könnt.

5. Sprecht es an, wenn es passiert

Den Mobber direkt und unmittelbar anzusprechen ist nicht immer möglich oder angenehm. Die direkte Kommunikation ist jedoch ergiebiger als langes Grübeln und spätes Handeln. Dabei können es ganz simple Sätze sein, die schon viel bewegen: "Bitte rede/reden Sie nicht so mit mir." Auch direkt nach einer Pause während einer eskalierenden Situation zu bitten, kann dabei helfen die Gemüter zu beruhigen: "Lassen Sie uns bitte eine Pause machen, um später darauf zurückzukommen."

Fazit

Im neuen Job begegnet ihr vielen neuen Herausforderungen. Mobbing soll nicht eine davon werden. Mit Sachlichkeit, Respekt, Verständnis und Kompromissbereitschaft lassen sich viele kollegiale Probleme untereinander lösen. Vielleicht nicht immer einfach, aber definitiv möglich.

Wenn das Mobbing aber fortbesteht und "eine Nacht darüber schlafen" längst nicht mehr hilft, sollte unbedingt ein Dritter als Streitschlichter agieren, um eine für beide Parteien gute Lösung zu finden.

 

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