Ratgeber > Arbeitswelt

Mutterschutz?

Diese Rechte habt ihr vor und nach der Geburt

Foto: jonathan borba / unsplash
Foto: jonathan borba / unsplash

Eine Schwangerschaft kann eine ziemliche Belastung für den Körper sein. Aus diesem Grund gibt es den Mutterschutz beziehungsweise das Mutterschutzgesetz. Durch das Mutterschutzgesetz werden schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen besonders geschützt. Die Gesundheit von Mutter und Kind darf durch den Job nicht gefährdet werden. Viele Schwangere interessieren sich vor allem für die Dauer des Mutterschutzes und möchten wissen, wann dieser beginnt und wie es nach der Geburt weitergehen wird. Hierfür eignet sich der Mutterschutzrechner. Was es damit auf sich hat und was ihr beachten solltet, verraten wir euch hier.

Was bedeutet Mutterschutz eigentlich?

Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensmonate eines Kindes gelten als besonders schützenswerte Zeit. In dieser Zeit sind Familien besonders sensibel und es sind häufig große Umstellungen notwendig. Rund um den Geburtstermin sollen die werdende Mutter und das ungeborene Kind daher in besonderem Maße geschützt werden. Diese Zeit nennt man Mutterschutz. Moderner Mutterschutz hat dabei verschiedene Ziele im Fokus. So soll zum einen die Gesundheit der Frau und die des Kindes geschützt werden. Zum anderen soll der schwangeren Frau die weitere Erwerbstätigkeit ermöglicht werden, sofern nichts dagegen spricht. Die Schwangere soll durch das Mutterschutzgesetz zudem vor einer unberechtigten Kündigung und einer Benachteiligung während der Schwangerschaft und Stillzeit bewahrt werden.

Durch das Mutterschutzgesetz werden folgende Bereiche geregelt:

  • Die Gestaltung des Arbeitsplatzes unterliegt besonderen Bedingungen, wenn eine Mitarbeiterin schwanger ist. Arbeitgeber müssen sich an diese Vorgaben halten.
  • Für Schwangere gelten Beschäftigungsverbote für einige Wochen vor und einige Wochen nach der Geburt. Dadurch sollen Gesundheit von Mutter und Kind geschützt werden.
  • Es gelten Regelungen für das Mutterschaftsgeld und für den Erholungsurlaub.
  • Während der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Geburt gelten Kündigungsverbote.
     
Mutterschutz? Diese Rechte habt ihr vor und nach der Geburt / Foto: kelly sikkema / unsplash

Mutterschutz? Diese Rechte habt ihr vor und nach der Geburt / Foto: kelly sikkema / unsplash

Mutterschutzrechner – wie lange dauert der Mutterschutz und ab wann beginnt er?

Mit dem Mutterschutzrechner könnt ihr ausrechnen, wann für euch die Mutterschutzfrist beginnt. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin. Den von eurem Frauenarzt berechneten Entbindungstermin findet ihr in eurem Mutterpass. Die Mutterschutzfrist endet acht Wochen nach der Geburt. Handelt es sich um eine Mehrlingsgeburt oder eine Frühgeburt oder ist das Kind behindert, verlängert sich die Zeit des Mutterschutzes nach der Geburt auf zwölf Wochen. Während ihr vor der Geburt in Absprache mit eurem Arbeitgeber einfach bis zur Geburt weiterarbeiten könnt, herrscht in den Wochen nach der Geburt absolutes Beschäftigungsverbot. Wenn die Schwangere auf den Mutterschutz vor der Geburt verzichtet, ist das eine freiwillige Entscheidung. Der Arbeitgeber darf sie nicht dazu zwingen oder überreden. Verzichtet die Schwangere auf die Schutzfrist vor der Geburt, kann sie diese Entscheidung jederzeit widerrufen.

Für wen gilt das Mutterschutzgesetz?

Das Mutterschutzgesetz betrifft grundsätzlich alle Schwangeren, die sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. Es spielt dabei keine Rolle, ob die schwangere Frau voll- oder teilzeitbeschäftigt ist. Dazu gehören auch Schwangere aus folgenden Gruppen:

  • Geringfügig Beschäftigte
  • Praktikantinnen
  • Auszubildende
  • Behinderte Arbeitnehmerinnen in Werkstätten
  • Hausangestellte
  • Angehörige einer geistlichen Genossenschaft
  • Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst
  • Freiwilligendienst Leistende

Das Mutterschutzgesetz greift auch bei einer befristeten Anstellung. Soldatinnen, Richterinnen und Beamtinnen unterliegen anderen gesetzlichen Regelungen. Nicht eingeschlossen im Mutterschutzgesetz werden Freiberuflerinnen, Geschäftsführerinnen, Hausfrauen, Selbstständige und Adoptivmütter. Selbstständige und Freiberuflerinnen können mit einer privaten Krankentagegeldversicherung vorsorgen.

Was bedeutet Mutterschutz eigentlich? Foto: dylan nolte / unsplash

Was bedeutet Mutterschutz eigentlich? Foto: dylan nolte / unsplash

Gibt es Mutterschutzgeld für die Schwangere?

Der Schwangeren soll durch den Mutterschutz kein finanzieller Nachteil entstehen. Aus diesem Grund sieht das Mutterschutzgesetz beispielsweise ein Mutterschutzgeld beziehungsweise Mutterschaftsgeld vor. Das Mutterschutzgeld wird sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen nach der Entbindung (in einigen Fällen sind es zwölf Wochen) gezahlt. Das Mutterschaftsgeld wird von der Krankenkasse übernommen, wobei der Arbeitgeber einen Teil übernimmt. Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, erhält die Schwangere einen Mutterschutzlohn. Im Anschluss an die Mutterschutzfrist kann die Frau Elterngeld beantragen, wenn sie ihre Arbeit nicht gleich wieder aufnehmen möchte.

Wichtig zu wissen: Auch der Urlaubsanspruch wird durch den Mutterschutz nicht beeinflusst. Das heißt, euer Urlaubsanspruch wird durch den Mutterschutz nicht weniger. Euer Arbeitgeber darf euren Urlaubsanspruch im Mutterschutz nicht kürzen.

Fazit

Das Thema Mutterschutz geht euch an, wenn ihr schwanger seid und euch in einem Beschäftigungsverhältnis befindet. In diesem Fall könnt ihr den Mutterschutzrechner nutzen, um zu sehen, ab wann ihr nicht mehr arbeiten müsst. Wichtig ist auch, dass ihr wisst, dass euer Urlaubsanspruch trotz Mutterschutz bestehen bleibt und ihr diesen auch nach der Elternzeit noch nehmen könnt. Schwangere und stillende Frauen werden durch das Mutterschutzgesetz in besonderem Maße geschützt.

 

Weiterführende Links:

Beitrag teilen