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Studieren mit Fachabi

Diese Türen stehen euch offen

Bild Diese Türen stehen euch offen

Studieren mit Fachabi? Das geht! Welchen Schulabschluss ihr für den Besuch einer Hochschule benötigt, inwiefern sich diese voneinander unterscheiden und welche Chancen euch das Fachabitur bietet, erfahrt ihr hier! 

Nicht jeder Schüler verlässt die Schule mit dem (Voll-)Abitur in der Tasche. Wer sich bereits zu Schulzeiten auf ein Themengebiet festlegen und seine schulische Ausbildung mit dem Fachabi abschließen möchte, dem stehen zwar nicht alle, aber viele Türen für das Studieren mit Fachabi offen. Diese Möglichkeiten habt ihr, um euch den Weg in euren Ziel-Studiengang zu bahnen! 

Fachabitur – was bedeutet das genau?

Fachabi – ein Abschluss, mit dem man lediglich ein paar Fächer studieren kann? Weit gefehlt. Denn die Bandbreite der möglichen Fächer ist auch mit Fachabitur recht groß. Zunächst einmal gilt es aber, sich mit den Begrifflichkeiten vertraut zu machen und die Frage zu klären, wodurch sich das Fachabitur im Einzelnen von anderen Schulabschlüssen unterscheidet:

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Studieren mit Fachabi - Diese Türen stehen euch offen / Foto: pete bellis / unsplash

Die allgemeine Hochschulreife

Darunter ist das klassische Abitur zu verstehen, welches neben dem Gymnasium auch an einem Berufskolleg oder einer Gesamtschule absolviert werden kann – sofern diese über eine gymnasiale Oberstufe verfügen. Auch wenn ihr für die einzelnen Studiengänge natürlich noch die genauen Zulassungsbestimmungen wie den "Numerus Clausus" beachten müsst, berechtigt euch die allgemeine Hochschulreife grundsätzlich zu einem Studium eurer Wahl an jeder deutschen Universität. 

Die fachgebundene Hochschulreife

Diesen Abschluss habt ihr, indem ihr die gymnasiale Oberstufe – wie beim klassischen Abitur auch – erfolgreich abschließt. Die fachgebundene Hochschulreife könnt ihr an einem Berufskolleg, bestimmten Berufsschulen oder aber an einer Berufsoberschule erwerben. Das Besondere an diesem Abschluss ist, dass ihr für ihn keine zweite Fremdsprache erlernen müsst. Fachgebunden ist die Hochschulreife deshalb, da euer Fokus auf einem bestimmten Bereich (z.B. Wirtschaft) liegt. Wichtig: in euren Zeugnissen werden die Fächer aufgeführt, die euch für ein Studium an einer Universität berechtigen. 

Die Fachhochschulreife

Obwohl auch sie als gehobener Bildungsabschluss zählt, setzt sich die Fachhochschulreife aus zwei Teilen zusammen: einem berufsbezogenen und einem schulischen Part. Während ersterer aus einer Berufsausbildung oder einem sechs bzw. zwölf Monate andauernden Praktikum bestehen kann, erwerbt ihr den schulischen Teil automatisch nach erfolgreicher Beendigung der 11. Klasse (im G9-Modell entsprechend nach der 12. Jahrgangsstufe) am Gymnasium, einem Berufskolleg oder an einer Gesamtschule. Wer über die Fachhochschulreife verfügt, der darf sich grundsätzlich für alle Studiengänge einschreiben, die an den Fachhochschulen angeboten werden. 

Das Fachabitur

Gut zu wissen: auch wenn der Volksmund stets vom Fachabi spricht, steht der Begriff selbst lediglich für die nach der 12. Klasse erworbene Qualifikation. Das Fachabitur ist also genau genommen keine eigenständige Bezeichnung für einen schulischen Abschluss. Vom Fachabitur wird gerne dann gesprochen, wenn entweder von der Fachhochschulreife oder der fachgebundenen Hochschulreife die Rede ist. Achtung: wer das Studieren mit Fachabi anstrebt, der sollte sich im Vorfeld genau darüber informieren, welche Reife er besitzt. 

Und: obwohl das Fachabitur die Absolventen meist an eine Hochschule führt, ist der Beginn einer Berufsausbildung die klassische Alternative zum Studieren mit Fachabi. Dies wird insbesondere von vielen Ausbildungsbetrieben gerne gesehen. Der Grund: Während die als höherwertig angesehene allgemeine Hochschulreife den entscheidenden Nachteil mit sich bringt, dass sich der Auszubildende bestimmte Themengebiete erst mühsam erarbeiten muss, bringen die Kandidaten mit Fachabitur aufgrund ihrer schulischen Bildung bereits Fachwissen aus verschiedenen Bereichen mit. 

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Studieren mit Fachabi – Diese Türen stehen euch offen / Foto: vlada karpovich /  pexels

Studieren mit Fachabi – diese Türen stehen euch offen

Ihr habt die fachgebundene Hochschulreife oder aber die Fachhochschulreife in der Tasche und plant nun, ein Studium zu beginnen? Ganz egal, welchen der beiden Abschlüsse ihr besitzt: an einer Fachhochschule steht es euch grundsätzlich frei, alle Studiengänge mit dem Fachabitur zu studieren. Anders sieht es wiederum in puncto Studium an der Universität aus. Unter Berücksichtigung, worin sich die Fachhochschulreife und die fachgebundene Hochschulreife voneinander unterscheiden, führen grundsätzlich vier Wege zum Studieren mit Fachabi:

Die Fachhochschule

Die fachgebundene Hochschulreife berechtigt euch zum Studium an jeder Fachhochschule (FH) in Deutschland. Der Vorteil: egal, in welche Richtung euer Schulabschluss geht, es steht euch grundsätzlich frei, die Studiengänge zu belegen, welche die FH zu bieten hat. 

Die Fachhochschulreife hat das Ziel, die Schüler für ein Studium an der Fachhochschule fit zu machen. Der Abschluss erlaubt es euch, sämtliche Studiengänge an jeder deutschen FH zu belegen. 

Fakt ist: deutsche Fachhochschulen zeichnen sind im Allgemeinen für ihre sehr praxisnahen Studiengänge aus. Ob ihr den wirtschaftlichen, einen technischen oder lieber einen sozialen Studiengang bevorzugt, bleibt dabei euch überlassen. Ihr könnt zum Studieren mit Fachabi aus folgenden Bereichen wählen: 

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Wirtschaftsinformatik
  • Bauingenieurwesen
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Maschinenbau
  • Ingenieurwissenschaften 
  • Soziale Arbeit
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Sozialmanagement

Die Universität

Studieren mit Fachabi bzw. mit der fachgebundenen Hochschulreife ist an deutschen Universitäten erlaubt. Aber: diese Möglichkeit ist mit der Einschränkung verbunden, dass ihr lediglich die Studiengänge wählen dürft, die auch mit eurer schulischen Ausbildung übereinstimmen. Ein Beispiel: ihr habt euch bereits im Vorfeld mithilfe eures Schulabschlusses auf die Fachrichtung Wirtschaft spezialisiert? Dann könnt ihr euch für einen wirtschaftlichen Studiengang wie Betriebswirtschaftslehre an einer deutschen Uni bewerben, nicht aber für Jura. 

Merke: die Fachhochschulreife macht das Studieren mit Fachabi – bis auf ganz wenige Ausnahmen – an Universitäten nicht möglich. So habt ihr lediglich in Niedersachsen und Hessen die Möglichkeit, mit der Fachhochschulreife ein Bachelorstudium zu beginnen. Tipp: wer sich unsicher ist, ob er die Voraussetzungen für das Studieren mit Fachabi erfüllt, der bekommt bei einer der Beratungsstellen der Universität Auskunft.

Das duale Studium

Sowohl mit der Fachhochschulreife als auch mit der fachgebundenen Hochschulreife habt ihr die Möglichkeit, ein duales Studium zu starten. Zwei Dinge gelten dabei als Voraussetzung für das Studieren mit Fachabi: zum einen müssen die Zulassungsbestimmungen der Hochschule beachtet werden, und zum anderen die Bedingungen des Arbeitgebers erfüllt sein. Es obliegt der Entscheidungsfreiheit der Universitäten, ob sie Studenten mit Fachhochschulreife für den dualen Studiengang akzeptieren. Gut zu wissen: bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ist im Voraus ein Test Voraussetzung, der die Studierfähigkeit überprüft. Aber auch die Firma selbst kann entscheiden, welche Bedingungen sie für ihre Bewerber geltend machen möchte. Wichtig: wer ein duales Studium plant, der sollte sich vorab unbedingt gründlich über die Voraussetzungen informieren. 

Das Fernstudium

Es ist eine wunderbare Option, um ein Studium mit Fachabi möglich zu machen: das Fernstudium. Möchtet ihr für einen Wunsch-Studiengang dieser Art zugelassen werden, müsst ihr die Regeln der zuständigen Hochschule berücksichtigen. In den meisten Fällen berechtigen sowohl die fachgebundene Hochschulreife als auch die Fachhochschulreife den Beginn eines Fernstudiums. Übrigens: diese Form des Studiums ist sehr beliebt, da sie das Studieren mit der gleichzeitigen Fortsetzung einer beruflichen Ausbildung ermöglicht. 

Studieren mit Fachabi – diese Türen stehen euch offen / Foto: sharon garcia / unsplash

Studieren mit Fachabi – Diese Türen stehen euch offen / Foto: sharon garcia / unsplash

Studieren mit Fachabi: die Bestimmungen der Bundesländer

Was geht wo? Mit dem Fachabitur stehen euch in Deutschland zahlreiche Hochschulen und selbst einige Universitäten offen. Dennoch gelten in den 16 Bundesländern zum Teil unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen. Tipp: da auch die Anforderungen der einzelnen Länder von Fach zu Fach stark variieren können, solltet ihr euch keinesfalls vorschnell entmutigen lassen. Erkundigt euch genau, ob ihr die Voraussetzung für euren Wunschstudiengang erfüllt. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass euch die Fachhochschulreife zwar den Zugang zur FH verschafft, seltener aber zu einer Universität.

Fazit

Studieren mit Fachabi – das ist in Deutschland auf zweierlei Weise machbar. Dabei kommt es darauf an, ob mit dem Begriff des "Fachabiturs" die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife gemeint ist. Während ihr an der Universität mit der fachgebundenen Hochschulreife auf die Studiengänge begrenzt seid, die explizit in eurem Abschlusszeugnis aufgeführt sind, könnt ihr mit dem Fachabitur alle Studiengänge an einer deutschen Fachhochschule belegen. Welche Voraussetzungen für das Studieren mit Fachabi gelten, hängt dabei vom jeweiligen Bundesland ab.

 

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