Welche Fächer hat man in der Berufsschule?
Du fragst dich, welche Fächer hat man in der Berufsschule? Erfahre hier übersichtlich, was dich in der Ausbildung erwartet und wie du dich vorbereitest.
Du fragst dich, welche Fächer hat man in der Berufsschule? Erfahre hier übersichtlich, was dich in der Ausbildung erwartet und wie du dich vorbereitest.
Du möchtest wissen, welche Fächer man in der Berufsschule hat und wie sich der Unterricht von der allgemeinbildenden Schule unterscheidet? Dieser Ratgeber erklärt dir den Aufbau der Berufsschule, den Unterschied zwischen allgemeinbildenden Fächern und berufsspezifischen Lernfeldern, zeigt dir Beispiele für verschiedene Ausbildungsberufe und gibt dir Tipps für deinen Stundenplan sowie die Vorbereitung.
In der Berufsschule erwarten dich drei Bausteine:
Diese Mischung aus allgemeinen und berufsspezifischen Fächern prägt deinen Stundenplan – ob du nun Industriekaufleute, Elektroniker, Kfz‑Mechatroniker:in oder Verkäufer:in wirst.
Die allgemeinen Fächer bilden das Fundament, auf dem du berufliches Fachwissen aufbaust. Sie werden unabhängig vom Beruf unterrichtet und sind in den Bildungsplänen der Länder fest verankert. Beispiele für die Berufsschule in Baden‑Württemberg sind Deutsch/Kommunikation, Gemeinschaftskunde (Politik), Wirtschaftskompetenz, Ethik sowie evangelische und katholische Religionslehre. An vielen Schulen kommen Englisch (meist als Schulversuch) und Sport hinzu.
Hier geht es darum, schriftlich und mündlich sicher aufzutreten: du formulierst E‑Mails, Briefe und Berichte professionell, analysierst Fachtexte und führst Gespräche mit Kolleg:innen und Kund:innen. Starke Kommunikationsfähigkeiten helfen dir später bei Bewerbungen, Präsentationen und Kundenkontakt.
Dieses Fach vermittelt dir Grundwissen über Gesellschaft und Staat. Du lernst deine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer:in kennen, erfährst, wie Tarifverträge und Mitbestimmung funktionieren, und diskutierst aktuelle gesellschaftliche Themen. Das stärkt dein Verständnis für das Zusammenspiel von Betrieb, Wirtschaft und Politik.
Gerade in Baden‑Württemberg steht das Fach „Wirtschaftskompetenz“ im Fokus. Du beschäftigst dich mit Angebot und Nachfrage, Steuern, Lohnabrechnung, Preisbildung und dem Umgang mit Geld im privaten und beruflichen Alltag.
In Ethik oder Religionslehre setzt du dich mit Werten, Moral und kultureller Vielfalt auseinander und lernst, Konflikte respektvoll zu lösen. Dieser Unterricht fördert Toleranz und Teamfähigkeit – Fähigkeiten, die du im Arbeitsalltag ständig brauchst.
Viele Berufsschulen bieten Englisch als Fremdsprache an, insbesondere für kaufmännische Berufe. Sport oder Gesundheitsförderung kommt hinzu, um einen Ausgleich zum Unterricht zu schaffen und Teamfähigkeit zu stärken.
Zu den allgemeinen Fächern kommen berufsspezifische Lernfelder, die direkt mit deinem Ausbildungsberuf verbunden sind. Sie sind in den Rahmenlehrplänen geregelt und orientieren sich an typischen Arbeits- und Geschäftsprozessen. Nachfolgend findest du Beispiele für verschiedene Ausbildungsbereiche.
Kaufmännische Berufe drehen sich um Wirtschaft, Organisation und Zahlen. In der Berufsschule lernst du unter anderem:
Allgemeine Fächer wie Deutsch/Kommunikation, Politik/Gesellschaftslehre, Religion und Sport/Gesundheitsförderung ergänzen den kaufmännischen Block.
An Berufsschulen für Industriekaufleute stehen Deutsch/Kommunikation, Geschäftsprozesse, Informationswirtschaft, Politik/Gesellschaftslehre, Religion, Sport/Gesundheitsförderung, Steuerung & Kontrolle sowie Wirtschafts- & Sozialprozesse auf dem Stundenplan. Diese Fächer vermitteln dir, wie du Material, Produktion und Absatz planst, Kosten kontrollierst und Kunden betreust. Ergänzend lernst du, mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen zu arbeiten.
Kurz gesagt: Industriekaufleute vertiefen betriebswirtschaftliche Themen wie Beschaffung, Leistungserstellung, Rechnungswesen und Personalwesen. Allgemeine Fächer sorgen dafür, dass du dich schriftlich und mündlich klar ausdrücken kannst und die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehst.
In der Berufsschule für Verkäufer:innen und Kaufleute im Einzelhandel lernst du neben den bekannten allgemeinbildenden Fächern (Religion/Ethik, Deutsch, Englisch, Politik und Gesellschaft) vor allem kundenorientierte Inhalte:
Kurz gesagt: Als Verkäufer:in steht der sichere Umgang mit Menschen und Geld im Mittelpunkt. Du lernst, Kund:innen freundlich zu beraten, Produkte ansprechend zu präsentieren und moderne Kassensysteme zu bedienen.
Technische Berufe verbinden mathematische und physikalische Grundlagen mit praxisorientierter Technik. Die Lernfelder sind eng an betriebliche Arbeitsabläufe gekoppelt.
An Berufsschulen für Kfz‑Mechatroniker:innen lernst du, wie moderne Fahrzeuge funktionieren und wie du sie instand hältst. Schwerpunkte sind:
Der Unterricht findet häufig im 2‑wöchigen Block statt. Allgemeine Fächer wie Deutsch, Politik/Gemeinschaftskunde, Religion/Ethik und Sport ergänzen den technischen Unterricht.
Kurz gesagt: Als Kfz‑Mechatroniker:in drehst du an Schrauben und liest Diagnosedaten: du wartest Motoren, prüfst elektrische Systeme, entwickelst Diagnosen und berätst Kund:innen – unterstützt durch allgemeine Fächer, die dich kommunikativ und wirtschaftlich fit machen.
Für angehende Elektroniker:innen, etwa in der Fachrichtung Energie‑ und Gebäudetechnik, umfasst der berufsbezogene Lernbereich folgende Fächer:
Der berufsübergreifende Lernbereich enthält Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung sowie Politik/Gesellschaftslehre. An manchen Schulen können Auszubildende mit Fachhochschulreife zusätzliche Fächer wie Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Vertrags-, Arbeits- und Sozialrecht oder Wirtschaftsenglisch belegen, um parallel die Qualifikation „Betriebsassistent*in im Handwerk“ zu erwerben.
Kurz gesagt: Elektroniker:innen setzen elektrische Anlagen in Betrieb, planen und warten Gebäude‑ und Energieanlagen, kommunizieren auf Englisch und lernen Betriebswirtschaft. Allgemeine Fächer sorgen dafür, dass sie fachliche Kompetenz mit guter Kommunikation und gesellschaftlichem Verständnis verbinden.
Hinweis: Einige Berufsschulen bieten Sport nicht an; es hängt vom Bildungsplan des Bundeslandes ab.
Im Verlauf der Ausbildung verändert sich dein Stundenplan in der Berufsschule:
Der Unterricht an der Berufsschule wird im dualen System unterschiedlich organisiert. Es gibt zwei Hauptmodelle:
Typischerweise umfasst der Stundenplan pro Woche 6–12 Unterrichtsstunden. Davon entfallen 2–4 Stunden auf die allgemeinbildenden Fächer (Deutsch, Politik, Religion/Ethik), während der Rest für die berufsspezifischen Lernfelder vorgesehen ist. In einigen Bundesländern ist die Teilnahme am Berufsschulunterricht gesetzlich vorgeschrieben; Auszubildende unter 21 Jahren müssen regelmäßig teilnehmen.
Deine Leistungen in der Berufsschule fließen ins Berufsschulzeugnis ein und können, je nach Bundesland und Beruf, über Zusatzqualifikationen oder den Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses entscheiden. Das sogenannte 9+3‑Modell in Baden‑Württemberg ermöglicht beispielsweise einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand, wenn du die Berufsschule erfolgreich abschließt, eine Fremdsprache nachweist und die Kammerprüfung bestehst. Für diesen Abschluss muss der Notendurchschnitt in allen Fächern (außer Religion und Sport) mindestens 3,0 betragen.
Die IHK‑Abschlussprüfung bewertet hauptsächlich den Prüfungsstoff aus Betrieb und Berufsschule. Laut IHK Nord Westfalen werden die Berufsschulnoten nicht direkt in die IHK‑Abschlussprüfung eingerechnet; sie können jedoch auf Antrag auf dem Prüfungszeugnis ausgewiesen werden. Gute Leistungen in der Berufsschule sind dennoch wichtig, weil sie dein Fachwissen vertiefen und dir den Übergang in die Prüfung erleichtern.
Die Unterrichtsfächer können je nach Bundesland variieren. In einigen Ländern wie Baden‑Württemberg wird Wirtschaftskompetenz besonders betont, während andere Länder Fremdsprachen oder Religion stärker gewichten. Das 9+3‑Modell sieht vor, dass du nach neun Jahren Allgemeinbildung und drei Jahren Berufsausbildung einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss erwerben kannst, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – darunter ein guter Notenschnitt, Fremdsprachenunterricht und das Bestehen der Kammerprüfung.
In der Berufsschule lernst du allgemeine Fächer wie Deutsch, Politik, Wirtschaftskunde, Religion/Ethik und teilweise Sport sowie berufsbezogene Fächer, die direkt zu deinem Ausbildungsberuf passen. Die Frage „Welche Fächer werden in der Berufsausbildung unterrichtet?“ beantwortest du also immer zweigeteilt: Grundlagen für alle Azubis plus spezielle Lernfelder, z. B. Rechnungswesen und Geschäftsprozesse für Industriekaufleute oder Fahrzeugsysteme für Kfz-Mechatroniker:innen. Ergänzend kommen je nach Schule Wahlpflichtfächer und Zusatzqualifikationen dazu.
Berufsschullehrer:innen unterrichten einerseits allgemeine Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde oder Religion/Ethik und andererseits fachtheoretische Inhalte deines Berufs. Viele Lehrkräfte bringen Berufserfahrung aus der Praxis mit und übersetzen den Bildungsplan in konkrete Lernfelder, etwa Wirtschaftskompetenz im Handel, Elektrotechnik in technischen Klassen oder Pflegekunde in Gesundheitsberufen. Sie verknüpfen Theorie, die du in der Berufsschule lernst, mit den Aufgaben, die du im Betrieb erledigst.
Als Kfz-Mechatroniker:in hast du in der Berufsschule vor allem Fahrzeugtechnik, Fahrzeugsysteme, Diagnose und Instandsetzung, Elektrik/Elektronik im Fahrzeug, Werkstoffkunde und Arbeitssicherheit. Daneben stehen allgemeine Fächer wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde und je nach Bundesland Religion/Ethik und Sport auf dem Stundenplan. Die Fächer sind meist in Lernfelder gegliedert, in denen du praxisnah an typischen Kundenaufträgen arbeitest.
Elektroniker:innen haben in der Berufsschule Fächer wie elektrotechnische Grundlagen, Installations- und Sicherheitstechnik, Mess- und Regelungstechnik, Digitaltechnik und Steuerungs- bzw. Automatisierungstechnik. Dazu kommen die bekannten Allgemeinfächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde und Religion/Ethik. Durch diese Kombination aus berufsspezifischen Fächern und Grundlagen baust du Schritt für Schritt die Kompetenzen auf, die du für deinen Berufsabschluss und die Abschlussprüfung brauchst.
In der Berufsschule für Industriekaufleute tauchen Fächer wie Geschäftsprozesse im Unternehmen, Beschaffung und Logistik, Rechnungswesen und Controlling, Marketing und Vertrieb, Personalwesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde auf. Du beschäftigst dich intensiv mit Zahlen, Abläufen und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Ergänzend lernst du in Allgemeinfächern wie Deutsch und Politik alles, was du für Kommunikation, Präsentationen und dein berufliches Auftreten brauchst.
Als Verkäufer:in hast du Berufsschulfächer wie Verkauf und Kundenberatung, Warenwirtschaft, Kasse und Zahlungsabwicklung, Marketing im Handel und Wirtschafts- und Sozialkunde. Hier lernst du, wie du Kund:innen professionell ansprichst, Ware präsentierst, Preise kalkulierst und rechtssicher mit Reklamationen umgehst. Allgemeine Fächer wie Deutsch und Gemeinschaftskunde unterstützen dich dabei, dich klar auszudrücken und deine Rechte und Pflichten im Handel zu kennen.
Insgesamt gliedern sich die Fächer in der Berufsschule in allgemeine Fächer, berufsspezifische Lernfelder und Wahlpflicht- beziehungsweise Zusatzangebote. Du hast also immer einen Mix aus Deutsch, Politik / Gemeinschaftskunde, Religion/Ethik, wirtschaftsbezogenen Inhalten und den speziellen Fächern deines Ausbildungsberufs, etwa Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Geschäftsprozesse oder Pflegekunde. Welche Fächer du konkret bekommst, hängt von deinem Ausbildungsberuf, deinem Bundesland, dem Bildungsplan und dem konkreten Angebot deiner Berufsschule ab.