"EDV gehört zur Allgemeinbildung"

Am besten eben doch kein Neuland...

"EDV gehört zur Allgemeinbildung"

Am besten eben doch kein Neuland...
Einer aktuellen Studie zufolge besitzt nur jeder zweite Deutsche mittlere oder gute Computerkenntnisse
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Grundlegende Computerkenntnisse werden heute von vielen Firmen vorausgesetzt. Selbst als Friseur muss man mit der Standardsoftware umgehen können.

Auf ihrem Tisch landen täglich Dutzende Bewerbungen. Kein Wunder. Die Robert Bosch GmbH ist ein attraktiver Arbeitgeber, der seinen Angestellten viele Entwicklungschancen und ein gute Bezahlung bietet. Das Einstiegsgehalt für Bachelor- und Masterabsolventen liegt in Deutschland je nach Tätigkeit zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Wer bei dem Technologie- und Dienstleistungsriesen eingestellt werden will, muss aber auch einiges vorzeigen können.

Bürosoftware ist Pflicht
„In erster Linie kommt es Bosch auf den Gesamteindruck an, also die fachlichen Fähigkeiten und die Persönlichkeit“, sagt Vera Winter, Leiterin des Personalmarketings in Deutschland. Eins sollte dabei Jeder im Lebenslauf stehen haben: Solide Computerkenntnisse. Denn das Beherrschen von Programmen wie Word, Excel oder Outlook ist Pflicht. „Kenntnisse und Praxiserfahrungen mit Standardbürosoftware wie E-Mail-Programme, Tabellenkalkulation oder Textverarbeitung sind wichtig, weil sie zur täglichen Arbeit vieler Mitarbeiter gehören“, erklärt Vera Winter. Je nach Stellenprofil kommen noch spezielle Kenntnisse hinzu– zum Beispiel Programmiersprachen im IT-Bereich.

Digital Natives auf dem Vormarsch
Ähnlich sieht das bei der Daimler AG aus. Der Automobilhersteller setzt ebenfalls grundlegende Computerkenntnisse voraus – vor allem bei Bewerbern um einen kaufmännischen Ausbildungsberuf. Explizit getestet werden diese im Auswahlverfahren aber nicht, sagt Sprecherin Dominique Albrecht. Die Daimler AG hat in den vergangenen Jahren aber die Erfahrung gemacht, dass die heutigen Bewerber die Standardprogramme ohnehin beherrschen. Schließlich ist die aktuelle Lehrlingsgeneration mit dem Computer und Internet groß geworden. Sogenannte „digital natives“ also.

Defizite ablegen
Das bestätigt auch Alexandra Stojic. Sie ist Mitgründerin von Tibuga, einer Arbeitgebersuchmaschine, auf der Studenten und Absolventen, passend zu ihrer Studienfachrichtung, potentielle Arbeitgeber finden. „EDV gehört heute zur Allgemeinbildung“, sagt die Karlsruherin. Selbst als Friseur sei heute ein Mindestmaß an Computerkenntnissen erforderlich. In der Kommunikationsbranche sei zudem wichtig, professionell mit den Social-Media-Kanälen umgehen zu können. Bei Defiziten rät Alexandra Stojic zur Weiterbildung. Vor allem älteren Arbeitnehmern. Kursangebote gibt es zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit oder in den Volkshochschulen.

Deutschland in Europa nur Mittelmaß?
Allerdings sind gute Computerkenntnisse nicht selbstverständlich. Einer aktuellen Studie zufolge besitzt nur jeder zweite Deutsche mittlere oder gute Computerkenntnisse. Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik damit nur auf Rang 14 von 31 Ländern. Spitzenreiter ist Island mit 77 Prozent, teilte der Hightech-Verband Bitkom Anfang November mit Bezug auf eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat mit. Für den Vergleich wurden Einwohner zwischen 16 und 74 Jahren repräsentativ befragt. Mittlere Computerkenntnisse waren vorhanden, wenn sie drei oder vier computerbezogene Aktionen wie Kopieren oder Anschließen eines Druckers ausgeführt werden konnten. Für die Note gut waren fünf oder sechs erfolgreiche Aktionen nötig.

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