Hobbys im Lebenslauf ein No-Go?

Warum sie trotzdem wichtig sein können

Bild Warum sie trotzdem wichtig sein können

Die allerletzte Zeile im Lebenslauf bringt viele Bewerber ins Stocken: Soll man Hobbys im Lebenslauf nun angeben oder nicht? Wir beleuchten das Thema und sagen euch, wann und welche Hobbys ihr angeben solltet und wann ihr lieber schweigt.

Sind Hobbys im Lebenslauf zu privat?

Hobbys geben Personalern Rückschlüsse auf eure Persönlichkeit - und können sich auf eure Jobchancen auswirken. Deshalb raten einige Bewerbungsexperten dazu, auf die Angabe von Interessen komplett zu verzichten. Doch die Nennung von Hobbys hat auch Vorteile.

Vor allem Schüler, Studierende, Absolventen und Quereinsteiger profitieren davon, wenn sie Hobbys im Lebenslauf erwähnen, denn es rundet ihr bisher eher bescheidenes Profil ab. Wer noch nicht viel relevante berufliche Erfahrung sammeln konnte und einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum, den ersten richtigen Job oder ein Stipendium sucht, kann den Personalverantwortlichen durch Hobbys und Ehrenämter vermitteln, über welche Skills er verfügt.

Zudem wird immer mehr Firmen bewusst, wie wichtig das Thema Work-Life-Balance ist. Hobbys helfen dabei, sich von der Arbeit zu erholen. Erholte Mitarbeiter sind tendenziell motivierter und eher leistungsbereit. Eine Studie von US-amerikanischen Psychologen zeigt zudem, dass bestimmte Hobbys zu innovativen Lösungen im Job verhelfen. Laut der Studie neigten Probanden mit künstlerisch-kreativen Freizeitbeschäftigungen dazu, ungewöhnlichere Lösungen für Probleme im Job zu finden, und waren generell engagierter als ihre Kollegen.

Wichtig ist jedoch, bestimmte Hobbys im Lebenslauf nicht zu erwähnen und nicht zu viele Interessen zu nennen. Sonst gilt man womöglich als orientierungslos, sprunghaft oder schlimmstenfalls als zu beschäftigt für den Job.

 

Hobbys im Lebenslauf ein No-Go? Warum sie aber wichtig sein können / Foto: brooke lark / unsplash

Hobbys im Lebenslauf ein No-Go? Warum sie aber wichtig sein können / Foto: brooke lark / unsplash

Gute Hobbys, schlechte Hobbys: positive und negative Beispiele

Als positiv werden Hobbys gesehen, die zu Stelle und Unternehmen passen. Das kann von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Mannschaftssportarten, Musizieren oder Kochen werden über alle Branchen hinweg mit positiven Eigenschaften verknüpft. Golf oder Polo können hingegen auf einen bestimmten sozioökonomischen Background hindeuten, der etwa in Unternehmensberatungen gut ankommt, in der Kreativwirtschaft aber kritischer beäugt wird.

Zu den negativen Hobbys zählen vor allem passive Tätigkeiten wie Games oder Netflix (ihr wirkt dadurch distanziert und unkommunikativ), zeitraubend wirkende Aktivitäten (etwa die freiwillige Feuerwehr) oder gefährlich anmutende Sportarten wie Bergsteigen, Bungeespringen oder Höhlentauchen, bei denen durch das hohe Verletzungsrisiko Fehlzeiten durch Unfälle zu erwarten sind.

Hobbys im Lebenslauf: Pro und Kontra im Schnelldurchlauf

Die Nennung von Hobbys im Lebenslauf hat Vorteile und Nachteile, die ihr unbedingt kennen solltet.

Pro:

  • Hobbys können das Profil von Bewerbern mit wenig (relevanter) Berufserfahrung abrunden.
  • Kreative Hobbys fördern die Problemlösungskompetenz und führen zu innovativen Ideen, zeigt eine US-Studie.
  • Hobbys sind individuell und können dabei helfen, euch von Mitbewerbern abzuheben. Das trifft auf Hobbys zu, die besonders gut zur ausgeschriebenen Stelle passen oder eher ungewöhnlich sind.

Kontra:

  • Zu viele Hobbys können den Eindruck erwecken, dass Bewerber sprunghaft oder orientierungslos sind.
  • Zeitintensive und gefährliche Hobbys bedeuten ein Risiko für den Arbeitgeber und wirken sich ehr negativ auf eure Bewerbung aus.
  • Einige Hobbys können auf Charaktermerkmale hindeuten, die womöglich als unsympathisch oder ungeeignet für den Job angesehen werden. Das trifft vor allem auf passive Hobbys zu.

Fazit

Wie ihr seht, kommt es auf den Einzelfall an, ob ihr eure Hobbys im Lebenslauf angeben solltet oder nicht. Denk immer daran, was Personaler aus euren Interessen über euch herauslesen können und checkt, ob die Angabe von Hobbys eure Bewerbung wirklich interessanter macht. Nennt maximal vier Interessen und formuliert möglichst präzise, also anstatt "Computer", lieber "Bildbearbeitung", "Bloggen" oder "Programmieren" schreiben. Und wenn ihr (ungewöhnliche) Hobbys angebt, provoziert das mit hoher Wahrscheinlichkeit Nachfragen im Vorstellungsgespräch. Macht euch darauf gefasst.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

 

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