Mein Auto, meine Computerkenntnisse, mein Sprachtalent

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Mein Auto, meine Computerkenntnisse, mein Sprachtalent
Die Das-bin-ich-Show sollte nicht zur übertriebenen Selbstbeweihräucherung ausarten
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Wie dick darf man im Bewerbungsgespräch auftragen? Es hat wohl nicht nur Vorteile, das Bewerbungsgespräch zu einer  schillernden Selbstdarstellung zu machen. Entsprechend fraglich ist es, dem potentiellen Arbeitgeber plakativ die eigenen Siegesgeschichten vorzuhalten. Klar, eigene Erfolge werden als positiv und bedeutsam eingeschätzt. Doch was interessiert es etwa den Chef einer Klempnerei, dass ihr letztes Wochenende Kreismeister im Minigolf geworden seid?

Erwähnenswertes
Was Eindruck machen soll, muss auch zur Branche passen. Eine international vernetzte Firma wird von umfangreichen Sprachkenntnissen sicher schwer beeindruckt sein.  In der Kfz-Werkstatt kann punkten, wer mit dem eigens hergerichteten Oldtimer schon Preise gewonnen hat.

Übertreibung vs. Untertreibung
Doch die Das-bin-ich-Show sollte nicht zur übertriebenen Selbstbeweihräucherung ausarten. Kein Mensch mag Angeber! Erst recht nicht, wenn sie ungefragt von ihren vermeintlich weltbewegenden Errungenschaften berichten. Eine mäßige aber selbstbewusste Erfolgsgeschichte beeindruckt, wirkt aber nicht aufdringlich. Dann bemerkt euer Gegenüber von selbst, dass ihr es drauf habt und muss nicht auf Biegen und Brechen davon überzeugt werden.

Genauso unangebracht ist Untertreibung. Die eigenen Erfolge herunterzuspielen oder gar nicht erst zu thematisieren, wirkt wie gekünstelte Bescheidenheit. Dabei soll doch der künftige Arbeitgeber erkennen, dass ihr eure Fähigkeiten einzuschätzen und einzusetzen wisst. Da ist es nicht hilfreich, Beeindruckendes zu verstecken. Persönliche Leistungen sind schließlich das wohl wichtigste Kriterium für eine Anstellung, aber diese auf überhebliche Art darzustellen macht unbeliebt.

Patrick Marschner, 02.05.2014

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