Als Arbeiterkind Karriere machen

Ein paar Tipps von bigKARRIERE

Foto: sam manns / unsplash
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Auch wenn das Studieren an einer Hochschule in Deutschland kostenlos ist, gibt es nach wie vor ein Ungleichgewicht zwischen Studierenden aus Akademiker-Familien und Arbeiterkindern. Zwar nimmt die Anzahl der Studenten an den Hochschulen weiterhin zu, aber der Anteil an Studierenden aus Nicht-Akademiker-Familien hat sich kaum verändert. Während von 100 Kindern aus einer Akademiker-Familie 79 später ebenfalls studieren, sind es nur 27 Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien. Bereits während der Schulzeit lässt sich dieses Ungleichgewicht beobachten. So besuchen Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügt, deutlich häufiger die gymnasiale Oberstufe. Ihr seid der oder die Erste aus eurer Familie, die an einer Hochschule studieren möchten? Wir haben ein paar Tipps für euch.

Arbeiterkind – was soll das eigentlich sein?

Im Allgemeinen wird unter einem Arbeiterkind jemand verstanden, dessen Eltern nicht an der Hochschule waren. Die Eltern haben also nicht studiert und verstehen oftmals nicht, wenn die Kinder den Wunsch nach einer akademischen Ausbildung äußern. An Arbeiterkinder werden oftmals – bewusst oder unbewusst – bestimmte Erwartungen von Eltern aber auch Lehrern gestellt. Häufig wird erwartet, dass die Kinder einen ähnlichen Weg einschlagen wie die Eltern. In einer Nicht-Akademikerfamilie wird von den Eltern daher häufig der Weg in Richtung Berufsausbildung unterstützt. Dieser Weg ist den Eltern vertraut. Allerdings gibt es keinen Grund als Arbeiterkind nicht eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Grundsätzlich sind alle Menschen, die sich eine Hochschulzugangsberechtigung erarbeitet haben, auch in der Lage ein Studium zu absolvieren. Der Bildungshintergrund der Eltern sollte keinen Hinderungsgrund darstellen.

 

Als Arbeiterkind Karriere machen. Ein paar Tipps von bigKARRIERE / Foto: mariano nocetti / unsplash

Als Arbeiterkind Karriere machen. Ein paar Tipps von bigKARRIERE / Foto: mariano nocetti / unsplash

Herausforderungen – wie gehe ich damit um?

Wenn ihr ein Studium aufnehmt, kommen natürlich auch ganz neue Herausforderungen auf euch zu. Ihr müsst vielleicht umziehen, ein Zimmer im Studentenwohnheim, einer WG oder eine Wohnung finanzieren, oder ihr müsst täglich pendeln. Auch das System eines Studiums ist nicht immer auf Anhieb zu verstehen. Es gibt Seminare, Prüfungen, Prüfungsanmeldungen, Regelstudienzeiten und vieles mehr, das euch bislang nicht bekannt ist. Und das Problem: Eure Eltern können euch leider nicht helfen. Doch das ist kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Mit der Zeit durchschaut ihr Aufbau und Ablauf eines Studiums und ihr könnt euch direkt an der Hochschule an den entsprechenden Anlaufstellen informieren. Und ihr könnt euch sicher sein: Auch für viele Studierende aus einer Akademiker-Familie ist der Start an der Hochschule oftmals holprig.

Studienfinanzierung – wie mache ich das als Arbeiterkind?

Als Arbeiterkind macht ihr euch vielleicht große Sorgen darum, wie ihr euer Studium finanzieren könnt. Eure Eltern können euch möglicherweise nicht finanziell unterstützen. Vielleicht möchten sie euch auch keine finanzielle Unterstützung zusagen, weil sie mit eurer Entscheidung zu studieren, nicht einverstanden sind. Wie auch immer, ihr seid erwachsen, ihr entscheidet, wie ihr eure Zukunft gestalten möchtet. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, auch wenn keine Studiengebühren an deutschen Hochschulen bezahlt werden müssen, ein Studium ist mit Kosten verbunden. Es kommen Kosten wie der Semesterbeitrag auf euch zu und ihr braucht Geld für Bücher, Materialien, Miete, Lebensmittel, Kleidung und vieles mehr. Damit ihr nicht im Laufe des Studiums in echte Geldnot kommt, solltet ihr euch vorher über eure Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Prüft beispielsweise, ob ihr staatliche Unterstützung wie BAföG oder Wohngeld erhalten könnt. Hier ist es wichtig zu wissen, dass ihr die Anträge so früh wie möglich ausfüllen solltet. Von der Beantragung bis zur Auszahlung des Geldes können zum Teil mehrere Monate vergehen. Wenn möglich, legt euch vorab ein Polster für den Start ins Studium zu. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind:

Werdet Profis im Netzwerken

Baut euch ein Netzwerk auf. Ihr habt vor, Abitur zu machen und wisst genau, dass ihr anschließend studieren möchtet? Dann solltet ihr unbedingt die verschiedenen Online-Plattformen nutzen, um Gleichgesinnte kennenzulernen. Ihr seid nicht das einzige Arbeiterkind, das als erstes Mitglied der eigenen Familie eine Hochschule besucht. Auch wenn Arbeiterkinder einen geringeren Prozentsatz an den Hochschulen ausmachen, so sind es insgesamt jedoch sehr viele, die einen ähnlichen Weg beschritten haben. Knüpft Kontakte zu Studenten, die bereits an der Uni eurer Wahl studieren, tauscht euch über Facebook, Whatsapp und Social Media aus. Eine gute Plattform rund um Informationen zum Studium für Arbeiterkinder ist ArbeiterKind.de. Hier findet ihr neben Informationen auch Mentoren, die euch auf eurem Weg unterstützen können.

Fazit

Wenn ihr ein Arbeiterkind seid und studieren möchtet, dann solltet ihr euch nicht durch irgendwelche Vorurteile von eurem Vorhaben abhalten lassen. Ob euer Studium erfolgreich ist, hängt in erster Linie von euch und eurer Leistungsbereitschaft ab. Baut Vorurteile gezielt ab, indem ihr euch über den Start an der Uni, das Hochschulleben und die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten informiert. Knüpft gezielt Kontakte zu anderen Studenten und sucht euch Unterstützung. Macht euch ein möglichst realistisches Bild davon, wie euer Leben als Student aussehen könnte und entscheidet dann, ob ein Studium der richtige Weg für euch ist.

 

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