Life-Work-Balance am Arsch?

Warum das alles nur ein Mythos ist, auf den man pfeifen kann

Bild Warum das alles nur ein Mythos ist, auf den man pfeifen kann

Googelt man das Stichwort "Work-Life-Balance", liefert die Suchmaschine fast eine Milliarde Treffer. Doch einige behaupten, die Life-Work-Balance sei gar nicht so ein wichtiges Thema, und im Grunde ein Mythos. Wir gehen dieser Behauptung für euch auf den Grund!

Wunschtraum: Life-Work-Balance

Das Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen und von beiden nur das Beste zu erleben, gilt heutzutage als besonders erstrebenswert und ist ein Traum der arbeitenden Bevölkerung. Denn die Realität ist oft das Gegenteil. Entweder leidet das Privatleben, weil man zu viel Zeit in den Beruf investiert. Dadurch fehlt die Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Oder man widmet seinen eigenen Interessen so viel Energie, dass es karrieretechnisch kracht. Die Life-Work-Balance wäre das Ideal, bei dem keiner der beiden Bereiche vernachlässigt würde.

"Bullsh*t!", "Ein Mythos!", "Vergesst den Traum!" hallt es von der Seite. Besonders laut vertritt Shelley Zalis, aktuelle Geschäftsführerin von "The Female Quotient" und ehemalige Besitzerin des Online-Forschungsinstituts "OTX", diese Meinung. Sie sagt, so etwas wie die Life-Work-Balance könne es gar nicht geben. Ihre Begründung: Arbeit gehört zum Leben und daher sei es ganz selbstverständlich, dass sie viel Raum und Zeit einnimmt.

Auch im Silicon Valley können die meisten nicht wirklich etwas mit dem Begriff anfangen. Sie hadern damit, die Arbeit vom Leben abgetrennt zu sehen. Wenn man einen Job habe, der Freude mache, wäre es doch albern über die Abgrenzung zwischen Arbeit und Leben nachzudenken, so der Hintergrund dieser Argumentation. Doch eins fällt auf: Diese Kritiker sprechen aus einer privilegierten Position.

 

Life-Work-Balance am Arsch? Warum das alles nur ein Mythos ist / Foto: andreas wagner gxkxxm / unsplash

Life-Work-Balance am Arsch? Warum das alles nur ein Mythos ist / Foto: andreas wagner gxkxxm / unsplash

Trotzdem wichtig: Explizites Abschalten

Ob es sich bei der Life-Work-Balance um einen generellen Mythos handelt oder nur Menschen in einer privilegierten Position, wie Shelley Zalis, IT-Konzern-Angestellte oder Start-up-Mitarbeiter aus dem Silicon Valley, das so sehen, könnt ihr selbst entscheiden. Wenn ihr euch der Argumentation der Kritiker anschließt, solltet ihr trotzdem nicht gänzlich auf das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben verzichten. Wie bei den meisten Dingen im Leben ist jede und jeder selbst für sich verantwortlich und muss ihre oder seine eigenen Grenzen ziehen. Aber ganz ohne Entspannungsmomente dürfte es schwierig werden.

Tipps, die zur Life-Work-Balance beitragen

Wenn ihr für mehr Balance im Leben sorgen wollt, können folgende Tipps nützlich sein:

Aktuelle Lage reflektieren

Wie steht es um eure Zufriedenheit im Job? Steht ihr permanent unter Zeitdruck und schafft nur das Nötigste oder gibt es ausreichend Zeit? Habt ihr vorwiegend Aufgaben, die euch Spaß machen oder könntet ihr mehr davon gebrauchen? Wie ist das Betriebsklima? Bringt ihr euch genug in den Kollegenkreis ein? All diese Faktoren haben Einfluss darauf, ob ihr euren Job als sinnvoll oder sinnlos empfindet, und wirken sich auf die empfundene Work-Life-Balance aus.

Zeitfresser ausschalten

Ob im Berufs- oder Privatleben, Zeitfresser sorgen für Stress und verstärken das Gefühl von Ungleichgewicht. Eliminiert so viele Zeitfresser wie möglich (etwa: E-Mails/Surfen im Internet, WhatsApp-Gruppen etc.) oder begrenzt sie auf ein Minimum.

Soziale Kontakte pflegen

Für eine bessere Life-Work-Balance muss man nicht nur beruflich nachjustieren, sondern auch im privaten Bereich. Haben Familie, Freunde und Bekannte genug Raum in eurem Leben? Auch das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten kann die Lebensqualität beeinflussen.

Gesundheit, Fitness und Ernährung priorisieren

Sportliche Aktivität und gesunde Ernährung tragen zum Wohlbefinden bei und helfen, Stress und Ermüdungserscheinungen abzubauen und sogar Krankheiten vorzubeugen. Achtet auf euch, damit ihr euch nicht ausgelaugt fühlt.

Fazit

Wenn eure Life-Work-Balance so am Arsch ist, dass ihr beim Sex die Chatnachrichten vom Chef checkt, liegt wohl was im Argen. Vielleicht solltet ihr euch dann fragen, ob ihr echt den richtigen Job habt. Denn wenn die Arbeit mit den privaten Interessen einhergeht, nimmt der Drang nach einem Ausgleich automatisch ab.

Weiterführende Links

Hier könnt ihr euch den zusammengefassten Beitrag anhören:

 

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