Schlechtes Feedbackgespräch in der Probezeit?

So nutzt ihr es konstruktiv

Bild So nutzt ihr es konstruktiv

Ihr ahnt für das anstehende Mitarbeitergespräch nichts Gutes oder habt bereits Kritik vom Chef bekommen? Dann könnte am Ende der Probezeit eine unangenehme Überraschung auf euch zukommen. Um das zu umgehen, solltet ihr sofort handeln. Wir zeigen euch, wie ihr ein negatives Feedbackgespräch in der Probezeit als Neuanfang nutzt, um beispielsweise eure Chancen für die Übernahme zu steigern.

Hoher Nutzen: Feedbackgespräch in der Probezeit

Vor einem Mitarbeitergespräch ist den meisten mulmig. Dabei hat Feedback einen hohen Nutzen und kann die Zufriedenheit in Bezug auf die Arbeit verbessern. Denn beim Feedbackgespräch reflektieren Vorgesetzte und Mitarbeiter die geleistete Arbeit: Was klappt gut? Was könnte noch besser laufen? Wo gab es Probleme? Das bereitet eine gute Grundlage, um Veränderungen einzuleiten und neue Ziele zu besprechen - auch im Sinne des Mitarbeiters. Hagelt es allerdings deutliche Kritik vom Chef, kann das Mitarbeiter kalt erwischen. Vor allem beim Feedbackgespräch in der Probezeit ist es unangenehm, schlechtes Feedback zu bekommen. Schließlich hängt die Zukunft daran, dass der Chef zufrieden mit dem Neuling ist.

Aber: Wenn ihr negatives Feedback in der Probezeit erhalten habt, ist noch nichts verloren! Es bedeutet nicht zwingend, dass ihr euch einen neuen Job suchen müsst. Vielmehr wollen eure Vorgesetzten euch eine Chance zu Verbesserung geben. Sie sehen euch nicht als aussichtslosen Fall, sondern erkennen ein gewisses Potenzial in euch. Jetzt kommt es auf euch an - könnt ihr euer Potenzial ausschöpfen, die Chefs überzeugen und euch die Stelle sichern?

Was wollen Arbeitgeber?

Wer ein negatives Feedbackgespräch in der Probezeit erlebt hat, sollte das Gespräch als Weckruf sehen. Wenn ihr das Ruder nicht sofort herumreißt, war es das höchstwahrscheinlich mit dem Job. Gleicht eure aktuelle Leistung und euer bisheriges Verhalten mit den Erwartungen der Vorgesetzten ab. Arbeitgeber wollen nicht bloß Mitarbeiter, die ihre zugewiesenen Aufgaben erfüllen und Dienst-nach-Vorschrift schieben - ihnen kommt es auf das mittel- und langfristige Potenzial an. Dafür gibt es ein Hauptkriterium: Motivation. Daher ist es notwendig, dass ihr motiviert seid und es auch zeigt. Klar sind die Aufgaben in der Probezeit oft langweilig und monoton. Als Neuling bekommt man eben nicht direkt Verantwortung oder das coolste Projekt der Firma. Man muss sich zuerst bewähren. Deshalb solltet ihr nie gelangweilt zugewiesene Aufgaben abarbeiten, sondern motiviert, interessiert, neugierig und proaktiv wirken.

 

Schlechtes Feedback in der Probezeit als Chance sehen / Foto: sean kowal / unsplash

Schlechtes Feedback in der Probezeit als Chance sehen / Foto: sean kowal / unsplash

Praktische Tipps, die eure Probezeit retten

Um Vorgesetzten eure Motivation für den Job zu demonstrieren, solltet ihr euer Verhalten im Anschluss an ein negatives Feedbackgespräch in der Probezeit optimieren.

#1: Kommt morgens früher zur Arbeit, seid als erste im Betrieb oder Büro und bleibt abends gegebenenfalls freiwillig länger.

#2: Wartet nicht darauf, dass euch Aufgaben zugewiesen werden, sondern fragt gezielt nach mehr Arbeit oder bietet an, weniger beliebte Aufgaben zu übernehmen. Eigeninitiative macht immer Eindruck.

#3: Denkt mit, was sinnvoll/nützlich sein könnte und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

#4: Wenn ihr über eure Aufgaben oder Arbeit redet, achtet darauf, dass eure Wortwahl mehr Begeisterung und Interesse reflektiert.

#5: Zeigt euch im zwischenmenschlichen Kontakt positiv und kommunikativ. Geht auf eure Kollegen zu, nehmt an sozialen Events (intern und extern) teil und greift ihnen bei der Arbeit unter die Arme.

#6: Wartet mit dem Feedbackgespräch nie bis zum Ende der Probezeit, sondern bittet eure Vorgesetzten um ein Halbzeitgespräch oder Feedbackrunden im Zweimonatsrhythmus. So wird Kritik nicht gleich zum K.-o.-Kriterium, sondern euch bleibt genug Zeit, um bei Problemen gegenzusteuern.

Hinweis: Wenn das Feedbackgespräch in der Probezeit sehr schlecht gelaufen ist, es harsche Kritik gab, oder ihr den Job nicht mehr wollt, könnt ihr euch vorsichtshalber woanders bewerben, um eine Alternative zu haben.

Fazit

In vielen Unternehmen wird während der Probezeit kräftig ausgesiebt. Dabei bekommen aussichtslose Kandidaten manchmal nicht mal Feedback. Ihr seid ihnen einen Schritt voraus, wenn ihr konstruktive Kritik erhalten habt. Schüttelt den Schock schnell ab und macht euch eins bewusst: Wenn euer Feedbackgespräch in der Probezeit negativ ausgefallen ist, hat es auch sein Gutes! Ihr habt die Chance erhalten, euch zu verbessern, und könnt euch den Job noch sichern. Jetzt kommt es auf euch an: Nehmt ihr die Challenge an?

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