Was steckt wirklich dahinter?

Komplizierte Berufsbezeichnungen?

Bild Komplizierte Berufsbezeichnungen?

Seid ihr mit eurem Latein am Ende, weil ihr Stellenanzeigen schlecht versteht? In der schönen, neuen Arbeitswelt reicht Deutsch allein längst nicht mehr aus, denn wer etwas auf sich hält, nutzt komplizierte Berufsbezeichnungen auf Englisch. Wir stellen euch angelsächsisch anmutende Angeber-Anreden vor - und was sie auf gut Deutsch bedeuten!

Wortungetüme: Warum gibt es komplizierte Berufsbezeichnungen überhaupt?

Auf der Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten begegnen einem immer wieder komplizierte Berufsbezeichnungen, die teils ungebräuchlich bis unverständlich sind. Warum nutzen Arbeitgeber nicht einfach deutsche Jobtitel in ihren Stellenanzeigen? Dafür gibt es mehrere Gründe:

#1: Die Arbeitswelt ist globaler geworden, das Arbeitsumfeld vieler Firmen und damit auch ihrer Mitarbeiter ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Wer international agiert, setzt deshalb auf einheitliche, länderübergreifende Berufsbezeichnungen.

#2: Selbst wenn Unternehmen ausschließlich auf dem deutschen Markt tätig sind, orientieren sich viele Branchen stark am angelsächsischen Raum und übernehmen den Jargon. Dahinter kann etwa der Wunsch stecken, gute Nachwuchskräfte aus dem In- und Ausland anzusprechen und manchmal siegt beim Schreiben der Stellenanzeigen schlicht der Wunsch, besonders modern oder trendy durch Denglischen zu wirken.

#3: Manche Jobs entstehen schneller, als man sich deutsche Berufsbezeichnungen ausdenken kann. Vor allem im Bereich neuer Technologien ist die Entwicklung rasant und englische Jobtitel werden direkt mit der Digitalisierung der Technologie übernommen.

Für deutsche Ohren klingen englische Berufsbezeichnungen oft kompliziert, und sind mitunter als Angeber-Anreden verschrien, doch international sind es geläufige Begriffe. Damit ihr keinen coolen Job verpasst, übersetzen wir einige der komplizierten Jobtitel.

 

Komplizierte Berufsbezeichnungen? Was steckt wirklich dahinter?

Komplizierte Berufsbezeichnungen? Was steckt wirklich dahinter?

Hall of Fame: Berufsbezeichnungen, die fast jeder kennt, aber kaum jemand weiß, was wirklich dahintersteckt

Account Manager: Sie arbeiten in fast jedem Unternehmen und managen keine Konten, sondern Kunden. Auf Deutsch heißen Account Manager schlicht Kundenbetreuer. Steht ein "Key" am Anfang (Key Account Manager) handelt es sich um Großkunden.

Cool Hunter: Kein cooler Jäger, sondern ein Trendscout verbirgt sich hinter diesem Jobtitel. Vor allem in den Bereichen Games, Fashion und Lifestyle beobachtet und erkennt man als Cool Hunter neue Trends.

Data Warehouse Analyst: Zweck des Jobs ist es, Verkaufstrends zu erkennen und das Unternehmen darauf vorzubereiten. Dafür sammelt ein Data Warehouse Analyst Daten und wertet sie aus.

Field Operator: Einige komplizierte Berufsbezeichnungen führen trotz solider Englischkenntnisse in die Irre, so auch vielleicht diese hier. Oder liegt ihr richtig? Ein Field Operator ist ein Außendienstmitarbeiter.

Growth Hacker: Wachstum lautet die Devise, dafür erstellt ein Growth Hacker Datenanalysen und entwickelt Marketingstrategien.

Outreach Manager: Sie knüpfen und pflegen Kontakte zu bestimmten Personengruppen - oft zu den Einflussreichen und Mächtigen - um Entscheidungen im Sinne ihrer Organisation zu beeinflussen oder Spenden einzusammeln.

Revenue Protection Officer: Hört sich im ersten Moment hochtrabend an, bezeichnet aber einen ganz normalen Job: Fahrkartenkontrolleur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Space Consultant: Der Jobtitel suggeriert, es könnte sich um einen Experten für die Marserschließung handeln, dabei wird diese Berufsbezeichnung für Immobilienmakler genutzt.

Visual Merchandiser: In Ladengeschäften dekorieren sie Schaufenster und sorgen für eine optimale Präsentation der Ware, auf Deutsch heißen sie Gestalter für visuelles Marketing. Liegt ihr Betätigungsfeld abseits des stationären Handels, heißen sie Online Visual Merchandiser und optimieren die virtuelle Verkaufsumgebung.

Yield Manager: Ein Erntemanager? Nur im übertragenen Sinn, denn bei dem Job geht es um den Ertrag eines Unternehmens. Als Yield Manager setzt man alles daran, um den Ertrag zu optimieren.

Fazit

Kennt ihr euch mit den neuen Jobtiteln aus oder waren ein paar komplizierte Berufsbezeichnungen doch überraschend? So oder so: Englische Jobtitel haben sich durchgesetzt und ihr solltet sie zumindest ein wenig deuten können.

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