Freiwilliges Engagement während der Schulzeit
Freiwilliges Engagement in der Schulzeit bietet viele Möglichkeiten. Erfahre, welche Projekte passen und erhalte Tipps für dein Ehrenamt im Alltag.
Freiwilliges Engagement in der Schulzeit bietet viele Möglichkeiten. Erfahre, welche Projekte passen und erhalte Tipps für dein Ehrenamt im Alltag.
Du interessierst dich für freiwilliges Engagement in der Schulzeit und fragst dich, ob du dir das neben Stundenplan, Klausuren und Freizeit wirklich geben willst? Aus Sicht von bigKARRIERE lautet die Antwort: Ja, wenn du es clever angehst. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du sinnvoll startest, welche Möglichkeiten es für Schüler:innen gibt, was rechtlich gilt und wie dein Einsatz später bei Ausbildung, Studium und Job wirkt.
Unter freiwilligem Engagement verstehen viele Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement oder ehrenamtliche Tätigkeit. Gemeint ist immer dasselbe: Du setzt deine Zeit unbezahlt für einen guten Zweck ein. Du hilfst Menschen, Tieren, Natur oder Organisationen, ohne dafür Geld zu nehmen.
Laut Studien engagiert sich ein großer Teil der Jugendlichen regelmäßig ehrenamtlich – gerade Schüler:innen gelten als besonders aktiv.
Typische Merkmale von freiwilligem Engagement in der Schulzeit:
Wichtig: Ehrenamt ersetzt keinen Ferienjob. Du verdienst kein Geld, gewinnst dafür Erfahrungen, Kontakte und Skills, die dir später bei Bewerbungen ordentlich Pluspunkte bringen.
Viele denken zuerst an „etwas Gutes tun“. Das stimmt, greift aber zu kurz. Freiwilliges Engagement in der Schulzeit bringt dir persönlich eine Menge:
1. Du lernst die Arbeitswelt kennen
Du schnupperst in Berufe hinein, die später interessant für dich wirken – zum Beispiel Pflege, Soziales, Sport, Medien oder Umwelt. Du merkst schnell, was zu dir passt und was dich eher nervt. Diese Orientierung hilft dir bei der Entscheidung: Ausbildung oder Studium? Welche Richtung fühlt sich richtig an?
Wenn du tiefer in die Berufsorientierung einsteigen willst, findest du bei bigKARRIERE viele Infos zu Ausbildungswegen und Studienmöglichkeiten, etwa in der Rubrik „Ausbildung oder Studium“.
2. Du baust Soft Skills auf, die Arbeitgeber:innen lieben
Im Ehrenamt trainierst du Fähigkeiten, die später im Job Gold wert sind:
Alles Punkte, die Personaler:innen in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen genau anschauen. Wie du Verantwortung im Job später weiter ausbauen kannst, liest du in unserem Guide „Verantwortung übernehmen – so gelingt es dir“.
3. Du stärkst deine Persönlichkeit
Ehrenamt bedeutet: Du kommst raus aus deiner Bubble. Du begegnest Menschen, die anders ticken als du, lernst, mit schwierigen Situationen umzugehen und merkst, was du aushältst. Das stärkt Selbstbewusstsein und Resilienz. Inspiration dazu findest du auch in unserem Artikel „Resilienz stärken“.
4. Du machst deinen Lebenslauf interessanter
Wer sich schon als Schüler:in engagiert, sticht bei Bewerbungen heraus. In unserem Ratgeber „Lebenslauf für Schüler:innen“ zeigen wir dir, wie du dein Ehrenamt richtig einträgst, damit Recruiter:innen sofort erkennen, was du draufhast.
5. Du vernetzt dich und sammelst Kontakte
Viele Ehrenamtliche lernen über ihr Engagement später Arbeitgeber:innen, Ausbilder:innen oder Mentor:innen kennen. Vielleicht ergibt sich ein Praktikumsplatz, ein Ferienjob oder sogar dein erster Ausbildungsbetrieb – Networking wirkt oft stärker als du denkst.
Die gute Nachricht: Für ehrenamtliches Engagement Jugendlicher existiert eine riesige Auswahl an Möglichkeiten. Viele Bereiche freuen sich besonders über junge Leute, die frische Ideen mitbringen.
Beispiele für soziales Engagement von Schüler:innen:
Viele Bundesländer fördern Ehrenamt in der Schule aktiv, zum Beispiel über Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen oder durch Anerkennung im Zeugnis.
Du suchst Anregungen, wo du loslegen kannst? Hier ein Überblick über typische Bereiche, in denen ehrenamtliches Engagement Jugendlicher gefragt ist.
Soziales & Pflege:
Besuchsdienst im Altenheim, Vorlesen, Begleitung beim Spazierengehen
Kinder & Bildung:
Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe, Mitarbeit im Leseclub, Unterstützung im Jugendtreff
Sport & Vereine:
Co-Trainer:in im Verein, Betreuung von Kindergruppen, Mithilfe bei der Turnierorganisation
Umwelt & Natur:
Teilnahme an Müllsammelaktionen, Mitarbeit in Naturschutzgruppen, Pflege von Streuobstwiesen
Tier- und Naturschutz:
Helfer:in im Tierheim, auf einem Gnadenhof oder in einer Wildtierstation
Integration & Migration:
Mitarbeit im Sprachcafé, Patenschaften für geflüchtete Kinder und Jugendliche
Kultur & Events:
Unterstützung bei Stadtfesten, Festivals, Jugendkulturprojekten oder in der Bücherei
Kirche & Jugendarbeit:
Leitung von Kindergruppen, Mitarbeit in der Konfi- oder Kommunionsarbeit, Begleitung von Jugendfreizeiten
Katastrophenschutz:
Engagement bei der Jugendfeuerwehr, dem Jugendrotkreuz, der THW-Jugend oder der DLRG-Jugend
Du weißt jetzt, was dich reizt – doch wie landest du konkret in einem Projekt?
1. Frag an deiner Schule nach
2. Check lokale Anlaufstellen
Viele Städte und Landkreise haben Freiwilligenagenturen oder Ehrenamtsbörsen, die offene Angebote sammeln. Auch Kirchen, Wohlfahrtsverbände (z. B. Caritas, Diakonie, DRK, Malteser) und Jugendzentren vermitteln Einsätze.
3. Vereine direkt anschreiben
Du liebst Sport, Musik oder Tiere? Dann geh aktiv auf den örtlichen Verein oder das Tierheim zu. Eine freundliche Mail mit kurzem Vorstellungstext reicht aus:
4. Online recherchieren
Auf vielen kommunalen Seiten oder Portalen für Jugendbeteiligung stehen Projektbörsen für Ehrenamt. Achte auf seriöse Anbieter, klare Ansprechpartner:innen und nachvollziehbare Aufgaben.
Bei „Ehrenamt Jugendliche Statistik“ und Regeln wird es schnell unübersichtlich. Ein paar Leitplanken helfen dir:
Landesregierungen (zum Beispiel Bayern mit speziellen Programmen für Ehrenamt an Schulen) betonen in ihren Infos, dass Engagement Klassenarbeit nicht ersetzen darf, sondern ergänzen soll. (sozialberichterstattung-niedersachsen.de)
Damit dein Einsatz kein Stressfaktor wird, sondern dein Leben bereichert, helfen dir diese Strategien:
1. Ehrlich planen
Bevor du zusagst, kläre:
2. Offen kommunizieren
Sprich mit:
Je klarer alle wissen, wann du da bist und wann nicht, desto entspannter verläuft das Engagement.
3. Lernphasen bewusst schützen
Vor Prüfungen reduzierst du dein Ehrenamt oder pausierst kurz. Viele Organisationen kennen diese Situation von Schüler:innen und Student:innen und planen entsprechend.
Wenn du Unterstützung beim Lernen brauchst, helfen dir unsere Tipps in „Effektive Lernmethoden“ oder in „10 Tipps, um die Lerngeschwindigkeit zu steigern“.
Freiwilliges Engagement in der Schulzeit wirkt in Bewerbungen für Praktika, Nebenjobs, Ausbildungsplätze und Studiengänge oft stärker als eine zusätzliche AG im Stundenplan. So nutzt du es optimal:
1. Im Lebenslauf
Beispiel:
01/2026 – heute: Lese-Pat:in, Stadtbibliothek XY
Für mehr Tipps schau in unseren Ratgeber „Lebenslauf optimieren“.
2. Im Anschreiben
Greif dein Ehrenamt auf, wenn es zum Job oder zur Ausbildung passt. Beispiel: Du bewirbst dich in einem sozialen Beruf und betonst, dass du durch dein Engagement im Altenheim gelernt hast, mit älteren Menschen respektvoll umzugehen.
3. Im Gespräch
Bereite konkrete Beispiele vor:
Solche Situationen eignen sich perfekt, wenn dich Personaler:innen nach Soft Skills, Teamfähigkeit oder Stresssituationen fragen. Dein freiwilliges Engagement kannst du dir durch einen Ehrenamtsnachweis bestätigen lassen, den viele Organisationen ausstellen. Dieser ergänzt Zeugnisse und Praktikumsbescheinigungen.
Freiwilliges Engagement in der Schulzeit lohnt sich, wenn du es realistisch planst und einen Bereich wählst, der zu dir passt. Du sammelst wertvolle Erfahrungen, stärkst deine Kompetenzen und verbesserst deine Chancen bei Bewerbungen – ohne dass die Schule zu kurz kommt. Entscheidend ist, dass dein Engagement dich unterstützt und nicht zusätzlich belastet.
Freiwilliges Engagement in der Schulzeit bedeutet, dass du dich neben dem Unterricht ehrenamtlich für einen guten Zweck einsetzt. Du arbeitest unbezahlt in Vereinen, Initiativen oder Projekten und hilfst zum Beispiel Kindern, Senior:innen, Geflüchteten, Tieren oder in Umweltprojekten. Dieses soziale Engagement zeigt, dass du Verantwortung übernimmst und stärkt deinen Lebenslauf für spätere Bewerbungen.
Vieles startet schon als ehrenamtliche Tätigkeit ab 12, zum Beispiel Helfen im Sportverein oder in Jugendgruppen. Ab etwa 14 Jahren übernimmst du mehr Verantwortung, etwa als Betreuer:in bei Kindergruppen, Jugendsprecher:in im Verein oder Helfer:in bei Aktionen von DRK, Jugendfeuerwehr oder DLRG-Jugend. Wichtig ist, dass die Aufgaben zu deinem Alter passen und Erwachsene dich begleiten. Die Grundregel: Schule und Gesundheit gehen immer vor.
Typische Beispiele für soziales Engagement von Schüler:innen sind Streitschlichtung, Mitwirkung in der SMV, Schulsanitätsdienst, Patenschaften für jüngere Kinder, Nachhilfegruppen oder Umweltaktionen im Rahmen von Projekttagen. Auch wenn Projekte nicht offiziell „Ehrenamt Schule Bayern“ oder ähnlich heißen, zählt dein Einsatz als freiwilliges Engagement in der Schulzeit, sobald du über den Pflichtunterricht hinaus Verantwortung übernimmst.
Du findest Angebote über Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Jugendzentren, Vereine, Kirchen, Freiwilligenagenturen und kommunale Ehrenamtsbörsen. Viele Städte führen Datenbanken, in denen du gezielt nach „ehrenamtliches Engagement Jugendliche“ suchen kannst. Online-Portale von Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen zeigen ebenfalls Projekte, bei denen Schüler:innen willkommen sind.
Orientiere dich daran, dass 1–3 Stunden pro Woche für die meisten Schüler:innen gut funktionieren. In Prüfungsphasen reduzierst du deinen Einsatz oder pausierst kurz. Schule, Gesundheit und Erholung haben immer Priorität. Wenn du merkst, dass dein Engagement dich überlastet, sprich die Einsatzstelle an und vereinbare geringere Stunden oder ein flexibleres Modell.
Ja, Personalverantwortliche werten Ehrenamt als starkes Plus. Du zeigst damit Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Interesse am Gemeinwohl. Trage dein freiwilliges Engagement in der Schulzeit mit Zeitraum und Aufgaben im Lebenslauf ein und verweise in Anschreiben oder Gespräch darauf, welche Fähigkeiten du im Ehrenamt aufgebaut hast. Das gilt für Praktika, Ausbildungsplätze, Studiengänge und Nebenjobs.
Viele Bundesländer und Initiativen bieten Unterrichtsmaterial zum Thema Ehrenamt sowie Programme, in denen Schulen und Vereine zusammenarbeiten. Lehrkräfte können Arbeitsblätter, Projektideen und Infos zu Ehrenamtsnachweisen nutzen, um das Thema „Freiwilliges Engagement in der Schulzeit“ im Unterricht oder in Projekttagen zu verankern. Frag in deinem Kollegium oder bei der Schulleitung nach, ob deine Schule bereits mit lokalen Organisationen kooperiert oder Angebote plant.