Studieren mit 30? Pro und Contra für den späten Start ins Unileben

Für und Wider spätes Studium: Was spricht dafür, was dagegen?

Bild Für und Wider spätes Studium: Was spricht dafür, was dagegen?

Für den Traumjob fehlt euch der Uniabschluss, euer beruflicher Pfad bringt keine Erfüllung oder ihr wollt euch das Studentenleben einfach nicht entgehen lassen? Einziges Dilemma: euer Alter. Wir gehen für euch der Frage nach, ob sich Studieren mit 30, Mitte 30 oder auch später noch lohnt!

Für und Wider spätes Studium: Was spricht dafür, was dagegen?

Das Studium gilt für viele als die beste Zeit des Lebens und verspricht - erfolgreicher Abschluss vorausgesetzt - die Karriere anzukurbeln. Aber gilt das auch fürs Studieren mit 30 und darüber? Oder ist man dann schlicht zu alt, um noch auswendig zu lernen, das Studentenleben zu genießen und anschließend beruflich durchzustarten? Hier sind das Pro und Contra.

Argumente fürs Studieren mit 30

Wenn man sein Studium erst mit 30 beginnt, bringt man höchstwahrscheinlich nicht nur ziemlich viel Berufserfahrung, sondern auch eine große Portion Lebenserfahrung mit, die einem beim Studium hilfreich sein können. Ihr bringt die nötige geistige Reife mit, die ein Studium erfordert. Über die Disziplin und Motivation vieler jüngerer Kommilitonen könnt ihr dann nur müde lächeln. Dank eurer bisherigen Erfahrung habt ihr mehr Orientierung und könnt besser einschätzen, welches Studienfach euch liegt und beruflichen Nutzen bringt. Fehlgriffe und Fachwechsel werden damit unwahrscheinlicher.   

Wenn ihr euch aus dem Beruf heraus für ein Studium entscheidet, zeigt ihr zudem, dass ihr ambitioniert und lernwillig seid. Ein kompletter Neuanfang im Hörsaal kann euch außerdem glücklicher machen, als ihr es auf dem aktuellen Berufsweg seid. Das Studium erweitert auch euren Horizont und ihr lernt neue Ansätze, Ideen und Theorien kennen. Zudem öffnet euch ein akademischer Abschluss berufliche Türen - auch in die Führungsebene und viele eurer Kommilitonen werden Teil eures beruflichen Netzwerks.

 

Studieren mit 30? Pro und Contra für den späten Start ins Unileben / Foto: daria litvinova / unsplash

Studieren mit 30? Pro und Contra für den späten Start ins Unileben / Foto: daria litvinova / unsplash

Argumente gegen das Studieren mit 30

Wer später ins Studium einsteigt, hat oft bereits eine Ausbildung und einige Jahre im Beruf absolviert. Und damit auch ein volles Gehalt verdient. Ein Vollzeitstudium ist eine Umstellung, die mit Einschränkungen beim Lebensstandard einhergehen kann.

Studieren ist auf 20-Jährige ausgelegt, ab dem 30. Lebensjahr erlöschen viele finanzielle Hilfen. Darunter der Anspruch auf BAföG (plus Erziehungszeiten; beim Masterstudium sind es 35 Jahre) und die preisreduzierte studentische Krankenversicherung. Wer kein Erspartes hat, muss viel jobben oder einen Studienkredit aufnehmen. Die finanzielle Last des Kredits muss dann zu einer Zeit getragen werden, wenn vielleicht Themen wie Kinder oder Hauskauf anstehen würden.

Die meisten Studierenden kommen direkt von der Schule und sind entsprechend jung. Der Altersunterschied kann bedeuten, dass es schwerer ist, Freunde zu finden und das Studentenleben in vollem Umfang auszukosten. Auch unbedachte Äußerungen über euer Alter ("Wenn ich 30 bin, will ich schon fest im Leben stehen") können belastend sein.

Im Familien- und Freundeskreis kann euer Entschluss für Stirnrunzeln sorgen. Vor allem Eltern und Großeltern wünschen sich oft einen traditionellen Werdegang.

Ein Studium dauert! Einen Master gibt es schon nach einem bis zwei Jahren, einen Bachelor erst nach drei bis vier. Wird berufsbegleitend studiert, kann es noch länger dauern. Diese Unterbrechung im Beruf kann zu Problemen führen. Überlegt euch überzeugende Argumente, die klarmachen, wie euch das Studium weitergebildet hat.

Hinweis: Bei eurer Abwägung, ob sich Studieren mit 30 lohnt, solltet ihr realistisch sein, wenn es um das Fach geht. Wählt ihr ein Studienfach, das auf eurer bisherigen Karriere aufbaut oder ein Fach, das auf einen konkreten Beruf hinausläuft und Zukunft hat. Dann sind eure Jobperspektiven tendenziell positiv. Anders kann es aussehen, wenn euch ein Studium der Sozialwissenschaften reizt. Leider dauert es mit der Jobsuche bei Absolventen vieler zu den Sozialwissenschaften gehörender Disziplinen länger.

Fazit: Spätes Studium kann Selbstverwirklichung und persönliches Glück bedeuten

Auf einem Berufspfad zu bleiben, der euch nicht glücklich macht, ist keine Lösung, wenn ein Studium Erfüllung verspricht. Dann kann sich das Studieren mit 30, Mitte 30 oder noch später lohnen. Aber: Besprecht mit euren engsten Vertrauten, welche Änderungen (Alltag, finanziell, etc.) sich durch ein Studium ergeben, und macht euch zum Thema Finanzierung und anschließenden Jobperspektiven besonders intensiv Gedanken. Habt Mut! Brüche in der Berufsbiografie sind kein Makel, wenn ihr sie gut begründen könnt.

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